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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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596 Anakreoil -

oder die Zuhörer scheinbar um Rath fragt, umihre Aufmerksamkeit zu spannen.

Annkrron, einer der beliebtesten griechischenLyriker, gcb. um 550 v. Chr. zu Teos in Jonien;wanderte in seiner Jugend mit seinen Landsleutennach Abdera in Thrakien, wurde Erzieher undspäter Freund des Polykrates, des Tyrannen vonSamos, an dessen glänzendem Hofe auch Jbykosn. zeitweise Pythagoras lebten, u. war nach Er-mordung seines Freundes 522 in Athen bei Hip-parchos. Als auch dieser 514 ermordet wordenwar, kehrte er bald nach Teos zurück, floh aberbeim Aufstande der Ionier gegen die Perser(500) nach Abdera, wo er, 85 Jahre alt, derSage nach als treuer Diener des Bacchus aneiner Weinbeere erstickte. Seine Bildsäule standauf der Akropolis von Athen und zeigte ihn alsheiteren, wcinbegeisterten Greis. Bon seinenGedichten in ionischer Mundart sind nur Frag-mente übrig; er folgte dem Alkäos und derSappho in den Rhythmen, sabcr nicht in derhohen Gesinnung und der Glnth der Empfind-ung; denn seine Dichtung bewegt sich außer demPreise des Polykrates nur um Liebe und Wein,in leichter, annmthiger Weise und mit feineremTact maßhaltend (worin Horaz ihm ähnlich ist).Seine Gedichte wurden zur Lyra gesungen undblieben sehr lange in Ansehen. Die 67 uns er-haltenen, zum Thcil reizenden, zum Theil auchrecht matten Dinoroontes, (Lieder in A-s Art) be-singen die Freuden der Liebe, des Weines n. desLebensgenusses; sie gehören jedoch einer späterenZeit und verschiedenen Verfassern, bis in die by-zantinische Periode hinein, an. Diese sind herans-gegeben zuerst von H. Stephanus, Paris 1554,n. A. von Schäfer, Lpz. 1812; vermehrt um dievon Matranga, Rom 1850 edirten späteren-Limcrsonten, in Bcrgkslü'NKm. hrioorum 6rnoe.,3. Anfl., Lpz. 1867, wo auch die echten Fragm.;deutsch n. A. von Ramler (heransg. von Späl-ding, 1801); Uschner, Berl. 1864. '

AnakrcontischeBcrsart.Siebestehtnrsprllng-lich auszweilvntLisnirnnors (steigendenJoiiikcrn):

in den griechischen sogenannten AnakrcontischenGedichten ist am häufigsten die umgebrochene Form:

cs findet sich aber auch:

Die letztere Art ist im Deutschen am häufigsten:Der Gatte KytherensNahm Stahl in Lemnos' Esse.

Anakrusis (gr., Anstatt, Vorschlagsilbe), bie-der ersten Arsis, als dem Anfänge des Rhyth-mus eines Verses, vorhergehende Thesis, welchekurz n. lang sein kann, seltener aus 2 Kürzen be-steht; z. B. in

Die lange schrankenlose Zeit deckt Alles aufist die Silbe Die die A.

Anaktorion (a. Geogr.), 1) Vorgebirg inAkarnanien, am Ainbrakijchcn Meerbusen im Io-nischen Meere. 2) Korinthische Colonie u. Hafen-stadt daselbst, deren Einwohner nach der See-schlacht von Actum, 31 v. Chr. ans Angustns'^Beseht nach Nikopolis übersicdeln mußten. !

- Analogie.

Analabn, Stadt im Königreich Atschin, an derNWKüste von Sumatra.

Analcim (v. gr. ännlkis, schwach, weil er er-hitzt oder gerieben schwach elektrisch wird; Min.),ein Mineral, das im regulären System krystallisirt,n. zwar meist in sogenannten Lcucitoedcrn; spcc.Gew. 2,°; chcm. Formel 2L0; es

findet sich in klaren, oft auch weißen Krystallen inDrnsenränmen plntonischer Gesteine, namentlichschön im Fassathal, Aussig n. auf den Faröer-Jnseln.

Analcktcn (v. Gr., d. i. Anfgelescncs), Ge-sammeltes aus Büchern oder Titel von literari-schen Sammlungen, besonders ans nngcdrncktenHandschriften, z. B. von Mabillon, Montfaucon,Brnnck; endlich Sammlungen vermischter Aufsätze,z. B. Wolfs A. Daher Dialektisch, was sich anssolche Sammlungen bezieht.

Analcmma (gr., Erhöhung), 1) in der Astro-nomie: die Vorstellung des Himmels auf der gera-den Fläche des Meridians, wobei man sich dasAuge in unendlicher Entfernung n. im Morgen-odcr Abendpnnkte des Horizonts zu denken hat.2) Ein schon im Altcrthnm den AlexandrinischenAstronomen bekannter Apparat, dessen einer Theil,in einer Fläche von Holz oder Metall bestehend,diese Projection zeigt, während der andere einenbeweglichen Horizont darstellt,

Analepsie (v. gr. nnnispsis, das Anfnehmen,die Wiederherstellung, Wiederbelebung), das Ver-fahren, Kranke, deren Kräfte durch übermäßigeAnstrengungen, Ausschweifungen oder Krankheitengesunken sind, wieder zu stärken. Analeptik, derTheil der ärztlichen Knust, der für Förderung derWicdergencsnng sorgt; Analeptische Mittel(-Lrmlsptioa), Mittel, welche in kleinen Dosen die ge-sunkene Lebensthätigkcit schnell wecken u. heben. DicseBegriffe sind jedoch sehr weil u. schwankend, unddie Ausdrücke dafür lassen nur im Allgemeinensich anwenden.

Analgesie (gr.), Unempfindlichkeit gegen Ein-flüsse, welche Schmerz erregen.

Analog (v. Gr.), 1) nach Berhältniß; 2) ähn-lich, übereinstimmend; 3) einer bestehenden Regelentsprechend. A-es llrtheil, Urthcil über Dingenach ihrer Ähnlichkeit; A-e Erkenntniß, Erkennt-nis;, die ans der Ähnlichkeit mit anderen Dingenhergclcitct ist; A-er Schluß (Analogisma, Analo-gismns), den man aus der Ähnlichkeit mit ande-ren Dinge,1 folgert; A-e Krystalle, die Krystallc,deren Form mehrere merkwürdige Übereinstimmun-gen zeigt. Daher Analogon (gr.), ein Ana-loges, ein in mancher Hinsicht Ähnliches; L. ra-tionis, etwas der Vernunft Angemessenes; danndas Vernunftähnliche in den Thieren, was jedochgewöhnlich nur als ein D iutslloetns (Verstand-ähnliches) angenommen wird; vgl. Jnstinct.

Analogie (v. Gr.), Verhältnißmäßigkcit, Über-einstimmung von Dingen in bckanmcn Eigen-schaften, besonders in bekannten Verhältnissen, so-fern sich darauf die Annahme gründet, daß auchin anderer Beziehung gleiche Übereinstimmungstattfinden werde. Das Wort A. ist ein Kunst-ansdrnckin fast allen Wissenschaften: in dcrSprach-lehre ist Ä. Übereinstimmung in der Bildung derWörter; in der Philosophie sind A-n der Er-fahrung Verstandesgrnndsätze zur Erkenntniß von