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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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594 Auachoveü'tt -

V07S8S än zo-ilw SU OE NM Platons Zeitnach Griechenland reisen und über altgriechischesLeben, Sitte u. Philosophie referiren läßt.

Anachoretcn (gr., Einsiedler), in der frlihestcnchristlichen Zeit, besonders seit de» Christenver-fvlg»ngen im 2. n. 3. Jahrh., Solche, die sich indie Einsamkeit, Höhlen rc. znrückzogen, nm durchKasteiungen, Fasten und Beten Gott in würdigerWeise zn dienen, nach dem Vorgänge eines Elias,Johannes des Täufers und Jesus in der Wüste,sowie der jüdischen Essaer n. Tberapentcn. DurchAntonius den Gr., welcher den A. Regeln fürihre asketischen Übungen gab, ging gegen Endedes 3. Jahrh. das A-thum allmählich in dasCönobitenlebeu n. das Mönchthum über.

Anachronismus (v. Gr.), Fehler in der Zeit-rechnung, den man dadurch begebt, daß inan eingeschichtliches Ereignist oder eine Sitte späterer Zeitin eine frühere versetzt. Mit dem Namen A.werden auch Erscheinungen belegt, die als rück-ständige Elemente gegen den Zeitgeist verstoßen.

Auachundll ist tAiIanum Isrox i-., aus Mala-bar; der Absud der Blätter und Wurzeln dientin der Heimath der Pflanze als Heilmittel infieberhaften u. gewissen Liingenkrankheitcn.

Anarker, Aug. Ferdinand, Componist, geb.

1790 zu Freiberg'; studirtc in Leipzig , war Cantorin Freiberg, wo'er die Singakademie gründete n.das Bergmusikchor einrichtcte, dessen Dirigent erwurde; st. 1854. Bon seinen Compositionen sindbesonders die Cantaten Lcbensgrnß und Lebens-nnbestand n. Bergmannsgrnß bekannt, auch seinmusikalisches Drama Markgraf Friedrich oder Berg-mannstrcne.

Anacletus, I) A. I., der 3. Papst, 78—91.2) A. II-, Cardinal und Legat, der 170. Papst,Gegenpapst gegen Jnnocenz II. 1130—38, seinemTodesjahre; s. Papst.

Anakonda, s. Anakonda n. Riesenschlange.

Kimv^cllis L., Kreisblnme, sttingblnme, Pftanzen-gattnng aus der Fam. der Compositen (XIX. 2),wie Xntllsinis, aber die Achenen beiderseits breitgeflügelt. Arten in SEnropa: X. anrous L. n.Vnlsntiuus L., in Deutschland als Zierpflanze ge-zogen; X. pvrelürnm ä'cNrcick., in NAfritä, Ara-bien u. Syrien; liefert die officinelle echte oderrömische Bertramswnrzel ((Unckix pz-rsbirri); siehat einen brennenden Geschmack; X. ot'tiviiiariim,im südlichen Europa; wird im Thüringischen, beiMagdeburg rc. im Großen angebant, da die Wur-zel wie die Bertramswnrzel als Heilmittel dient.

Anadalga, IIOO sZlcm großer See in denLa-Plata-Scaaten.

Auadiplöfis (gr., Verdoppelung), 1) (Gramm.)so v. w. Nednplication; 2) (Rhetor.) nachdrück-liche Wiederholung eines Wortes, namentlich einesden Satz beendigenden im Anfänge des folgendenSatzes.

Änadöli, s. Natalien.

Anavöli Hiffar und Anadoli Ünluak, 2Schlösser in Kleinasieii, Ejalet Chodawendikjar,zur Vertheidignng des Bosporus, jenes an derMündung des Göksn mit kaiserlichem Lnsthansc,dieses am Eingänge des Bosporus.

Anadosis (gr., das Hervorbringen, die Ver-theilung), die Vertheilung des Nahrungssaftes Lurch

- Airaguostctt.

den Körper und die dadurch bewirkte Ernährung.

Nnadyomeuk (gr., die saus dem Meeres Auf-steigende), Beiname der Aphrodite.

Aniidlir (Anadür), Flust im Lande der Tschuk-tschen in Sibirien; entspringt ans dem SeeJwaschko,fließt anfangs ans O. nach W., dann ostwärtsmit einem nach N. gerichteten Bogen, ist sehrseicht n. kaum schiffbar n. mündet nach einem etwa740 Icm langen Laufe ins Meer von Kamtschatka,wo er den Anadyrischen Meerbusen (mit der gegenN. gerichteten Heiligen-Ärenz-Bncht) bildet.

Nnnerobicn (Avinicinos) nennt Pasteur mi-kroskopische niedere Organismen, welche nur beiAbwesenheit von Sauerstoff leben können n. nachseiner Ansicht Fänlniß der an der Luft liegendenfeuchten organischen Stoffe einleiten, nachdem vonanderen aii der Oberfläche lebenden Organismen,Infusorien n. Schimmelpilzen der im Wasser ge-löste Sauerstoff absvrbirt ist. Letztere, welche ander Luft leben, bewirten dann auch die Vollend-ung des Fänliiißproccsscs; sie werden Mrobien(Xxvmiguev) genannt.

ävagsllis (Gauchheil), Pflanzcngattung ansoer Fam. der Primnlacecn (V. 1); Kelch fiinf-theilig; Krone radförmig oder trichterig, mitllthciligem Saume; 5 Staubfäden; Blumen ein-zeln in den Achseln der Lanbblätter; Frucht einekugelige, ringsum aufspringende Kapsel. Arten:X. -irvonsis L.. Gauchheil, kleines, in Gärten n.auf Äckern häufig als Unkraut wachsendes Pflänz-chen mir mcnnigrotheii Blüthen; X. ovoruisv. AI/.,auf Äckern, blau blühend; X. eolUnn ä'e/rousb.,ans Marokko, n. X. iiioiwlli, ans Italien (beideperciinirend), mit blauen Blüthen; Zierpflanze.

Anaglypten (Anaglyphen, v. Gr.), in derPlastik ganz oder halb erhabene Arbeit (Hoch-oderFlachreliefs); daher Anaglyptik (Nnaglyphik),Knust, solche zn verfertigen; Anaglhptoskop,eine von Oppel angegebene Vorrichtung, durch Um-lehriing der Beleuchtung die scheinbare Umkehrungdes Reliefs yervorznrnfen, so daß eine Matritze(vertiefter Abguß einer Medaille) wieder als Pa-tritzc (erhaben, wie di« ursprüngliche Medaille)scheint. Vgl. Poggendorsfs Annalen der Chemieund Physik für 1855; Hclmholtz, PhysiologischeOptik, 1867.

Anagni, Stadt im Distr. Frosinone der ita-lienischen Provinz Rom, unweit der EisenbahnRom-Neapel; Bischofssitz, Prätnr, Kathedrale diSta. Maria ans dem 11. Jahrh., mit Krypta, be-rühmten Musivarbeiten und Fresken; 8220 Ew.A. ist das alte Nnagnia, war im Altcrthnin eineblühende Stadt, im Mittelalter oft Wohnsitz derPäpste, deren mehrere (Jnnocenz III., Gregor IX.,Alexander IV., Bonifacins VIII.) hier geborenwurden. Hier wurde 7. Sept. 1303 Papst Boni-facius VIII. von Wilhelm v. Nogaret auf GeheißKönig Philipps IV. gefangen genommen. Hier1295 Friede zwischen Frankreich und Aragonicn.Vgl.Magistris, Isiorin ckella. cittä il'X., Rom 1740.

Anagnla (a. Geogr.), Stadt der Hernici inLatium, wo früher die Congresse der kleinen um-liegenden Staaten gehalten wurden; später römi-sches Mnnicipiiim; jetzt Anagni.

Anagnosten (v. Gr., lat. Iweborss), gebildeteSklaven oder Freigelassene, die ihren Herren als