Druckschrift 
Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
591
Einzelbild herunterladen
 

LKW

Amyklä — Amyloid.

>9l

Gärten cnltivirte Slränchcr. Die gefüllten Va-rietäten D. xorsrca tl. pi. nnd i-tuuiia ti. pi.gehören zn den schönsten blühenden Gehölzen fürsfreie Land, an denen ini ersten Frühjahr die zahl-reichen rochen oder weißen, gefüllten Blüthen er-scheinen ; erstercwerdeuaufPflaumen-oderSchlehenstamme veredelt, letztere sind gewöhnlich wnrzel-echt nnd werden durch Theilnng vervielfältigt; inkälteren Gegenden sind beide im Winter zn decken.Sie lassen sich anch sehr gnt im Winter in Ge-wächshäusern oder im Zimmer treiben, wenn maniin Freien gezogene kräftige Pflanzen im Herbstein Töpfe Pflanzt. Auch für -V. umm, die einfacheZwergmandel, gilt dasselbe.

Aniijklü (a. Geogr.), Stadt in Lakonika, amrechten Ufer desEnrotas, Residenz LcS TyndarenS,Geburtsort der Dioskuren, mit Denkmälern derKassandra u. des Agamenmo», der hier geherrschthatte. Beim Einfall der Hcraklidcn erhielt sicder Achäer Philonomos, weil er Lakedämon andie Dorer vcrrathen hatte. Im 0. Jahrh. v.Chr. empörten sich die Amyklüer gegen die Spar-taner, welche die Stadt eroberten. Dem Apollonwar hier eine kolossale, 12 m hohe eherne Bild-säule auf einem mit vielen Bildern u. Reliefs ver-ziertenThrone (Amykläischer Thron , ein Werk desBathykles) in einem Tempel außerhalb der Stadtgeweiht, dessen Dienst von Priesterinnen besorgtwurde. Apollon hatte davon den BeinamenAmykläos.

Amyl (lat., von amz-Ium, Stärkemehl; Chem.)858^, organisches Radical, welches im Amyl-alkohol n. seinen Derivaten anznnehmen ist. Eswurde im freien Zustande (als Diamyl LhoH.^)zuerst von Frankland Largestellt durch Erhitzen vonJodamyl mit Zink in zngeschmolzenen Röhren.Es läßt sich auch durch Elektrolyse der Capron-säiire n. auf andere Arten erhalten als farblose,schwach ätherisch riechende Flüssigkeit; unlöslichim Wasser, löslich in Alkohol n. Äther; sp. Gew.— 0,745 bei 0°; bei —30" wird cs dickflüssig;Siedepunkt 155". Erhitzt verbrennt es mit wei-ßer Flamme. Amylalkohol (Kartofselfnselöl)65H12O ist ein Nebenprodnct der weingcistigenGährnng des Zuckers. Er wird ans dem rohenFuselöl dargestellt, indem man diesem durchSchütteln mit Wasser Len Weingeist entzieht,dasselbe über Chlorcalcinm trocknet und den bei128—132" übcrdestiUirendcn Theil anffangt. DerA-alkohol ist eine farblose, ölartige Flüssigkeit vonwidrigen, Geruch und scharfem Geschmack, die ansPapier vorübergehende Fettflecken erzeugt; sp.Gew. 0,g24g bei 0"; Siedepunkt 131,§ bei 713 mm;bei — 21 bis 26° erstarrt er; in Wasser weniglöslich, in Alkohol n. Äther in jedem Verhältniß,auch in fetten nnd flüssigen Ölen. Er löst Jod,Alkalihydrate, Fette, Harze, Kampher, wenig.Phosphor und beim Kochen wenig Schwefel.In geringer Menge genossen, wirkt er berau-schend, in größerer betäubend u. giftig n. bedingt,wen» er in Branntwein enthalten ist, die ÜbelnFolgen des Branntweinransches. Er verbrenntmit Heller, weißer Flamme, oxydirt sich an derLuft zn Valeriansänrc, rascher.bei Gegenwart vonPlatinmohr. Oxydationsmittel, wie Salpetersäure,Chromsänre n. andere, verwandeln ihn in Valeral,

Valeriansänren. deren A-äther. Conccntrirte Schwe-felsäure färbt ihn roth nnd bildet A-schwefelsänre,eine der Äthylschwefelsäure entsprechende einbasische,einatomige Säure, die mit Baryt ein löslichesSalz bildet. Beim Erhitzen deAelben bildet sichA-äther färb- u. geschmacklose Flüssigkeit

von angenehmem Gerüche, unlöslich in Wasser.Concentrirte Salzsäure bildet mitA-alkoholA chlorür.Chlor wirkt heftig ans A-alkohol ein unter Bildungverschiedener Produkte. Chiorzint liefert Amyleii.Kalium n. Natrium lösen sich in A. unter Bildungvon Kalium- nnd Natrinmamylat (6.,I-l„IM und6s8,,XaO). Mit Chlorcalcinm bildet der A-alkohol eine krystallinische Verbindung. Der ge-wöhnliche A-alkohol ist eine Mischung von 2 iso-meren, einer optisch wirksamen n. einer inactivenSubstanz, die sich von einander trennen lassen.Außer dem beschriebenen A-alkohol sind noch eineAnzahl anderer Alkohole von derselben empirischenFormel 8.,8l,0 bekannt, die sich durch ihre ver-schiedene Strnctnr unterscheiden und nur künstlichLargestellt werden. Der A-alkohol bildet den Aus-gangspunkt zur Darstellung der meisten übrigenA-verbindnngen, der Baleriansänre, des Cyamin,mehrerer zusammengesetzten Äther, und dient zumExtrahiren vieler Alkaloide.

üm>laces oder l^srinisn (nmzckoir, Satzmehl,kariiwaus, a. um, mehlig), 1) Stärkemehl n. diediesem chemisch verwandten Stoffe. 2) Stärke-mehlhaltige Nahrungsmittel, wie z. B. Getreide-arten, Kartoffeln. 3) Die als Arzneimittel ge-brauchten Arten des Stärkemehls. S. Kohlen-hydrate, Stärkemehl, Zucker, Arrowroot rc.

Amylamin (Chem.), organische Base, die alsAmmoniak lchl.,X) betrachtet werden kann, in dem1 At. 8 durch Ämyl 658,, ersetzt ist: (c^ll.ZID.tV;entsteht beim Erhitzen von Jodamyl mit Ammo-niak, bildet sich auch beim Kochen von Horn mitconcentrirter Kalilauge und ist im Guano undDippelschen Thieröl gefunden worden; farbloseFlüssigkeit von sp. Gew. 0,„,„5 bei 18"; Siedepunkt05"; riecht nach Ammoniak n. Amylalkohol; ver-brennt mit leuchtender Flamme. Zwei andereflüssige Basen sind Las Di- n. Tri-A., als Ammo-niak zn betrachten, in dem 2, bez. 3 At. Wasser-stoff durch Amyl ersetzt sind.

Am!)!?!! (Chem.) 0^8,0. Durch Einwirkungwasserentziehender Mittel, z. B. Chlorzink aufAmylalkohol, entsteht der Kohlenwasserstoff A. alsklare, leichte Flüssigkeit, deren Siedepunkt je nachihrer Darstellung von 33 bis 42" schwankt. Esriecht nach faulem Kohl u. verbrennt mit leuchten-der Flamme.

Amyloid (Chem.), 1) eine von Schleiden un-tersuchte Substanz, welche die Zellrinde verschiede-ner Samen (Loltulia lackikolia, Hzmwnaea 6our-karil n. a.) bildet. Sie steht in ihrem chemischenVerhalten der Stärke nahe, bildet beim Kochenmit Wasser ähnlich wie diese einen Kleister nndwird durch Jodtiuctnr blau gefärbt; wässerige Iod-lösnng färbt sie gelb. 2) Thicrisches A. (Sub-stanz der corpuseula nmvlaesa), ein stickstofsreichesAlbnminokd, welches in Gehirngrannlationen nndpathologisch degenerirter menschlicher Milz vor-kommt. Das Ä. bildet eine glasige Masse, inasser n. verdünnter Salpeter- n. Salzsäure nn-