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Amraoti — Amru'l Kais.
viel aber ist unzweifelhaft gewiß, daß die einfachenErfordernisse: Luft (Vcmilanoin und Reinlichkeit,gehörige Temperatur :c. zur Verminderung derSterblichkeit ungemein beitragen (Barackensystemstatt der alten Verwnndetcnkascrne — u. der ur-alten verwinkelten Hospitalgcbände — Zerstreuungder Verwundeten an Stelle des früheren Znsam-menhäusens rc.). Die Behandlung der Wundemir Kalkwasser hat durch den sogenannten Lister-schen Verband sehr abgenommen.
Amraoti (eig. Amravati), Hauprst. des gleich-nam. vorderindischen Distr. in dem unter britischerVerwaltung stehenden Lande des Nizam von Hy-derabad, 282 m ü. d. M., an der Eisenbahn, mit23,500 Ew. Der Distr. des gleichen Namens er-zeugt jährlich gegen 60,000 Ballen Baumwolle u.Hai auf 6827 Hjkm. 407,300 Ew.
Nmraphcl, altbabylonischcr König zur ZeitAbrahams, der mit Kcdorlaomer von Elam einenZug nach Vorderasicn unternahm.
Amretstr, s. Amntsar.
Amriswyl, thnrganische Mnnicipalgcmeinde,Bez. Bischofzell (Schweiz), an der Schweizer Nord-ostbahn; 2152 Ew.; Weberei u. Strnmpfwirkerei.
Amrit, Ruinenstätte an der Küste des altenPhönicicn (Syrien), 7 km südlich von der Hafen-stadt Tortosa. A. ist das alte, schon im 2. Jahrh.v.- Ehr. von den Aradiern zerstörte Marathoswelches zum Gebiete der Jnselstadt Arados (Ar-wad der Bibel, jetzt Rnad) gehörte. Die Rui-nen wurden schon im 17. Jahrh. durch den Orien-talisten Pococke bekannt, aber erst neuerdings durchErncst Renan untersucht; vgl.Rsvuo nrolwoloAigno,1862, S. 273 ff. Das bedeutendste Monument dieserRuinenstätte, zugleich ohne Zweifel der wichtigsteÜberrest semitischer Tempelbauknnst, ist das unterdem Namen El-maabcd (der Tempel) bekannte Bau-werk. Es besteht ans einem viereckigen, auf dreiSeiten von Felsmanern umschlossenen Hose von 52 mLänge u. 46 in Breite, in dessen Mitte sich ein ausdem Felsen gehauener Würfel von 4,,, Hjm befindet,welcher die Basis einer ebenfalls von drei Seitengeschlossenen, 4,g m hohen n. mit einem großenStein bedeckten Cella bildet, die zur Aufbewahr-ung von Nationalheiligthümern diente. Zwei an-dere, dieser Cella ganz ähnliche Bauwerke entdeckteRenan außerdem. Unter diesen Monumentenliegen Gravkammern, deren viele aufgedeckt wur-den; sie befinden sich bald neben, bald über ein-ander. Ein Grabdenkmal (der Schneckenthnrmgenannt) hat im Innern zwei über einander lie-gende Räume. Dem ersterwähnten, größten Bau-werke gegenüber liegt ein Stadium, dessen Sitzezum Thcil in den Felsen gehauen sind.
Amrita (ind. Ncl.), Unsterblichkeitstrank derindischen Götter. Der Mythus über die Entstehungdesselben ist in einer Episode des Mahabharata(Amritamanthanum) ausführlich beschrieben, dieaber zu den jüngeren Thcilen dieses berühmtenindischen Epos gehört. Gildemeister hat sic in seineAusgabe der ilntüioloMa, savseritiea von Lassenausgenommen.
Amritsar (Amretsir, Umritsur, Amhersos, ausdem indischen Amritasara, See der Unsterblichkeit),bedeutendste Stadt der vorderindischen Provinz Pend-jchab; (1871) 133,813 Ew., darunter etwa^ Siks.
Von Alters her heilig, ist die Stadt durch den inder Milte eines künstlichen, spiegelklarcn Sees er-bauten prachtvollen marmornen Tempel, in demunter seidenem Baldachin das heilige Buch derSikh, der Granth, anfbewahrt und verehrt wird,seit 1581 der Ccntralpnnkt der Religion diesesvorderindischen Stammes geworden u. noch jetztein besuchter Wallfahrtsort, dessen Bevölkerung nochjüngst sich zu Aufruhr ans religiösen Motiven hin-reißen ließ. Schon früher Handelsplatz, ist es,nun durch Eisenbahnen mit Lahors, Peschavarn. Delhi verbunden, der wichtigste Stapelplatz fürKaschmir-Shawls u. Scidenmauufacturen, ebensoCentralpnnkt des ostindischen Handels mit dem '
westlichen Asien durch Afghanistan. A. liegt zwi- !
scheu den Flüssen Jravadi (Ravi) und Vjasa in270 m Höhe; in der Nähe das Fort Govindgnrh,worin Rundschit Singh seine Schätze anfbewahrte.
Amrom (Amrum), in der Sturmfluth von 1634vom schlcswigschen Festlande abgerissene, 28 Hjkmgroße Insel der prenß. Provinz Schleswig-Holstein,
Kreis Tondern, an der Seeseite von einer bis33 m hohen Dünenkette geschützt, mit Ansuahmeder Ostscite ganz wüst. Die 700 Bewohner treibenSeefahrt, Landban, Viehzucht und etwas Anstern-fang. Hanptkirchdorf zu St. Clemens. An derSüdspitze ans dem 20 m hohen Hügel Erdenshöheine trigonometrische Station. Sprache nordfriesisch.
(Vgl. Ehr. Johansen, Die nordfriesische Sprachenach der Föhringer u. Amrnmer Mundart, Kiel1862; Sprüchwörter in Amrnmer Mundart in ^Haupts Zeitschrift für deutsche Alterthümer, 8,350.) f
Amru bcn Abnl, arab. Feldherr unter denersten Khalifen. Unter Abu-Bekr eroberte er 632Palästina; unter Omar führte er die, ersten ara-bischen Schaaren von 640 an gegen Ägypten, er-stürmte Memphis n. Alexandria, dessen Bibliothek,nach einer bestrittenen Tradition, er auf Befehldes Khalifen verbrannt haben soll; dann nahmer an der Eroberung Nordafrikas bis Tripolis theil.
Von Othman znrückgerufcn, stand er bei den folgen-den Thronstrcitigkeiten auf Seiten des OmajjadenMoahmijah n. st. 663 als Statthalter von Ägypten.
Amru bcn Kultsnm, mit dem Beinamensseir-Lelionkorn (d. i. LcrDicklippige), arab. Dichterund Fürst der Erakim, die zu dem Stamme derTaglebitcn gehörten; tödtete den König von Hira,Amrn den Hind, um den Tod des Dichters Parafazu rächen, oder, wie Andere behaupten, ans Anlaßvcs Urthcils, das er bei einem Streite zwischenden Bcni Bekr und Beni Tagtet zu Gunsten derErstercn fällte; er st. 570 n. Chr. Von ihmeine der 7 Moallakat, hcrausgeg. von Kosegartcn,
Jena 1810, und Arnold, Leipz. 1850. Ob erandere ihm beigelegte Gedichte, darunter Satiren,verfaßt habe, ist zweifelhaft.
Amru'l Kais (richtig Jmrunlkais) beit Hodschr 'bcn Amru al Kindi, der berühmteste arabische k
Dichter der Vorzeit, geb. 500 n. Chr. in der l
Landschaft Wedschd, dem Sitze der Beni Esed.
Sein eigentlicher Name war Hindndsch, sein Zu-name Malik-ul-Dhelil, d. i. der irrende König, u.
Dsn l-Kuruh, d. i. der mit Geschwüren Behaftete.Wegen seiner Verse u. einer Ungezogenheit gegenMädchen von seinem eigenen Vater Hodschr, demgrausamen Fürsten der Beni Esed, verbannt, nahm >