Druckschrift 
Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
579
Einzelbild herunterladen
 

579

/Vmsiosis

Amposls (griech.), das Znrncktretcn der Säftein die inneren Thcile des Körpers.

Amposta, St. im Bez. Tortosa der span. Prov.Tarragona, rechts am Ebro n. am Anfänge desKanals S. Carlo; große Lakritzenfabrik; 2800 Ew.

Ampriitsicn, alte schwäbische Familie, ans demSchlosse A. im Brcisgan stammend. NNerkwürdig:Johann Kaspar, geb. 1619; war seit 1664Großmeister des Deutschen Ordens n. wurde 1673zum Gubernator von Ungarn und dessen Nebcn-landcrn ernannt, als Leopold I. dort den Abso-lutismus einführen wollte. In dieser Stellunghatte er wenig Einfluß, da die verhaßten Befehlezur Unterdrückung der Verfassung n. zu den Pro-testanteuverfolgnngen unmittelbar vom Hofe er-gingen. In Folge von Tökölys Aufstand wurde1679 das Gnbernium aufgelöst, A. kehrte in seineResidenz Mergentheim zurück und wurde 1683Oberhanptmann von Schlesien; er st. 1684.

Nmpsivarier, s. n. Ansibarii.

Ampuis, Dorf im Arr. Lyon des französischenDepartements Rhone, an der Rhone; 1860 Ew.;hier wächst der berühmte Wein Ebbe Lütie.

Ampnlla (lat., daraus unser Ampel), 1) beiden alten Römern ein bauchiges Gefäß mit engemHalse, aus Thon oder Glas, zur Aufbewahrungvon Flüssigkeiten, Öl, Wein, Essig ans der Reise,auch des Salböls in den Bädern. 2 ) In derRömisch-katholischen Kirche das Gefäß, in welchemdas heilige Salböl anfbewahrt wird; auch die beimMeßopfer gebrauchten Wasser- und Weinkänuchcn.-V Uomensm (Ua 8amts Xmpunke) hieß dasbei der Salbung Chlodwigs I. zum König derFranken, 496 zu Reims, benutzte Salbgefäß, wel-ches eine Taube vom Himmel bcrabgebracht habensollte. Das angeblich unversiegbare Öl darin wurdebei der Salbung aller Könige von Frankreich bisans Ludwig XVI. gebraucht. In der Revolutionwurde das Gefäß zertrümmert, aber etwas Öl ineinem Bruchstücke gerettet u. damit Karl X. I82ögesalbt.

/impulla (Bot.), Schlauch, Blase, ein rundlichesoder elliptisches, blasenartiges, mit Luft gefülltesGebilde, das bei verschiedenen Arten von Etricm-laria, z. B. II. vulgaris, an den linienförmigcnAbschnitten der vielfach zertheilten Blätter ansitztund als Schwimmblase dient.

Amputation flat.), chirurgische Operation,durch welche selbstständige, für sich ein Ganzes bil-dende Körperthcile, wie Arm, Bein, weiblicheBrust, Penis rc., abgetrennt werden, sofern diesnicht in einem Gelenke geschieht, in welch letzteremFalle man von Eparticnlation spricht. Bis aufCelsns amputirte man nur nach Brand, u. zwarnicht im gesunden Fleische, weil man die Blutungnicht zu stillen wußte, sondern an der Grenzliniezwischen brandigem n. gesundem Gewebe, und objener wirklich im Gesunden amputirt, oder nur LenGrundsatz, daß dies geschehen müsse oder könne,ausgesprochen, ist ungewiß. Erst seit der Wieder-erfindnng der Arteriennnterbindung (sie war imAlterthum bekannt, aber nicht allgemein geübtu. wieder in Vergessenheit gerathen) durch Am-broise Pare und der Angabe des Tourniqn'cts durchMorel (1674) ward die A. eines der gewöhnlichenOpcrationsverfahrcn. Noch bedeutend folgewich-

Nmputation.

tiger ist das neuerdings von ESmarch angegebeneunblutige Verfahren für die Verallgemeinerung derMöglichkeit, zu amputiren, darin bestehend, daßman mittels elastischer Binden das betreffende Gliedvor der Operation, von dem äußersten Ende an-fangend und nach dem Rumpfe fortschreitend, ein-wickelt n. so das Blut ans ihm entfernt. Ist diesgeschehen, so legt man um die Endstelle der Ein-wickelnng (also dem Rumpfe zunächst) einen starkenGnmmischlanch fest an und beseitigt die Bindenwieder. Es kann nunmehr Blut voll Mmm, nichtZuströmen, weil die Arterie durch den Schlanch-druck geschlossen ist. Das darin seither vorhandeneBlut aber ist durch den Bindendrnck entfernt, n. sokann man mit Ruhe u. Muße ohne einen ucnnens-werthen Blutverlust amputiren, was besonders beizu Operirenden von Wichtigkeit ist, die durch vor-ausgegangcne Verblutung, oder durch langwierigeErkrankung blutleer sind. Veranlassungen zur Ope-ration sind: Zerschmetterung eines Gliedes durchSchuß, Quetschung rc., überhaupt Verletzungen,welche den Bestand oder Gebrauch des Thcils un-möglich machen, daun Krebs, Gelcnkkrankheitcu,Knochenfraß, Formfehler (z. B. überzählige Fin-ger) rc. Die nöthigen Instrumente: Messer vonverschiedener Größe n. Form, sogenannte Zwischeu-knochcnmesser, Änochenhautmesser, Sägen, Zangen,Feilen, Unterbindnngspincetten n. -Haken, geradeund krumme Nadeln rc. sind meist in dem soge-nannten Amputationsbcsteck vereinigt. Methode derOperation: n. kreisförmig geführter Schnitt umLas ganze Glied Zirkelschnitt in 2, 3 oder gar4 Messcrzügen, oder auch in 1; b. Lappenschuitt,bei dem 1 oder 2 Lappen ans den Seiten-, oder denvorderen und Hinteren Theilen des Gliedes durchEinstechen und Ausziehen des Messers, oder durchFühren des Messers von der Haut ans nach innenund oben bis zur AbsetznugSstelle gebildet werden;e. Ovalar-, Trichter-, Kegel- oder Schrägschnitt,so benannt nach der Form der Schnitt-, resp. Wnnd-bildnng. Früher suchte man die Öperationmöglichst rasch (der alte Langenbeck in der Zeit,während einZnschaner abgcweudet eine Prise nahm)ansznsühreu. Seit Entdeckung des Äthers (1846)n. Chloroforms (1848) n. des bereits erwähnten Esmarchschen Verfahrens istdieSchnelligkeitkcinHanpterfordcrniß mehr. Je nachdem die A. entwedergleich nach der Verletzung (Früh-, Primär-A.), oderspäter, wenn Entzündung oder Eiterung einge-trcten (Secundär-A.), stattfindet, sinkt oder steigtdie Sterblichkeit bei den Amputirtcn. Langenbeckwünscht daher die unvermeidlichen A-en sogleichansgeführt. Doch erhält man neuerdings selbstbei großen Verletzungen noch Glieder (conjer-vative Chirurgie), die man früher amputirte.Die Nachbehandlung ist sehr wechselnd, im Allge-meinen aber neuerdings der Art, daß mau keineschwere Belastung der Wunde durch Binden undCharpie rc. mehr zuläßt, sie entweder ohne eigent-lichen Verband der Luft ausgesetzt läßt, oder durchLen Listerschen Verband mit Carbolsäure (anti-septische Wundbehandlung) vor Luftzutritt schützt,um Pilzeinwanderung n. damit Eiterung wieman annimmt zu verhüten. Die Entscheidungüber die Vorzüge der einen oder anderen Methodemüssen noch weitere Erfahrungen bringen. So