Druckschrift 
Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
578
Einzelbild herunterladen
 

578

Al.lvhitrits

toros) ii. dir oft 30,000 Menschen fassen; fernerdie Knnstrciterbuden (eirgnes egncstres); auch dieAnordnung der Sitzplätze in unseren Theatern istamphithcatralisch.

Amphitritc, Tochter des Nereus oder Okeanosn. der Doris, Gemahlin des Poseidon, Herrscherindes rauschenden, tosenden Meeres n. Mutter desTriton. Man stellte sie dar mit wallenden Haaren,nackt oder halbbekleidet auf einem Delphin sitzend,oder auch auf einem von Delphinen gezogenenMnschelwagcn stehend.

/kmpknlrits Lnm., der Köcherwnrm.

Amphitropisch (v.Gr.), sich nach beiden odernach allen Seiten wendend; Amphitropische Pflan-zen, solche, deren Embryo so gebogen ist, daß seinebeiden Enden gegen den Samennabel gerichtetsind, so das; Blatt n. Wnrzelkcime eine zirkclförmigcKrümmung bilden (I-zotznis, iUortuInea, 6an-nabis).

Amphitruo oder Amphitryon, Sohn desAlkäos, Enkel des Perseus, König von Tiryns;erkämpfte seinem Oheim Elektryon die von denTclebocrn geraubten Rinderheerdcn zurück, tödtctedenselben aber durch einen unglücklichen Zufall,weshalb er von Stheuelos ans Argos vertriebenwurde und Zuflucht bei Kreon, dem König vonTheben, suchte, dem er das Land von dem temnes-sischen Fuchse befreite. Seine Gattin war Alk-mene, Tochter des Elektryon, welche von ihmMutter des Jphikles, von Zeus aber des Herakleswurde. Rach vielen tapferen Kämpfen siel A. ineiner Schlacht gegen die Minyer und wurde inTheben begraben. Die Sage ist oft von Dichternsowol in Tragödien, als in Lustspielen (Plantus,Moliöre, Kleist) behandelt worden.

llmolüums s. Aalmolch.

Aniphöra (gr. u. rinn. Aut.), 1) Zweihenke-ligcs, schon bei Homer vorkommcudes, meist thöner-ncs Gefäß, der Gestalt nach mehr oder minderweitbanchig, bald schlanker, bald gedrückter, mitlängerem oder kürzerem, verhältnißmäßig engemHalse, nach unten oft spitz zulanfend, zum Al,leh-nen an Wände. Es gab solche Gefäße von größ-ter Einfachheit bis zur prachtvollsten künstlerischenAusschmückung. Sie dienten zum Anfbewahrenvon Flüssigkeiten, besonders Wein, später auch derAsche Verstorbener. Weine, welche längere Zeitlagern sollten, wurden ans den großen Behältern(Dolinm) in Ampborä abgesüllt, deren thönernePfropfen man mir Pech verdichtete. A. hieß auchdas Flüjsigteitsmaß in Griechenland und Rom;hier wie dort 10,^ 1, in Rom später als rö-mischer Cnbikfuß 80 A S Wasser fassend n. den20. Thcil des neuen Cnlcus bildend. 2) sAnfora)Venctian. Weinmaß, 58,^ Liter fassend.

Ampffötis (griech.), zweihenkeligcs Gefäß vonHolz, dessen die Bauern des alten Griechenlandzum Melken n. zum Trinken sich bedienten.

Nmphrisus sOrnitlloptora. X.), durch seineGröße ausgezeichneter Tagschmetlerüng von Java;Kopf n. Brust schwarz, Halskragen im 'Nacken feurigrotb, Hinterleib oben dunkelbraun, unten gelb, Bor-derflügcl sammerschwarz mit weißgcsänmten Adern,Hinterflügel lebhaft goldgelb, am Saume schwarzgezackt. Die mit dicken Flcischzapfen reihenweisebesetzte Raupe kann ans dem 'Nacken 2 gabclför-

Ampola.

mige Hörner vorstrecken, welche einen üblen Ge-ruch verbreiten und dem Thiere als Schützt»! t.ldienen.

Ampttls, Tit. A. Balbns, Volkstribnn, 63 v.Ehr., Anhänger des Pompejus; brachte mit Labie-nns die ^.mpia ksx ein, in welcher dem Pompejusnach der Besiegung Asiens in den Circusspielen,die Auszeichnung eines Triumphators gewährtwurde. Er wurde nach dem Falle des Pompejusvon Cäsar exilirt, aber ans CiceroS Verwendungwieder znruckzernfen.

Amplectircn (v. Lat.), umarmen, umfassen;Subst.: Amplexns.

Nmplepnis, Flecken im Arr. Villesranche desstanz. Dcpart. Rhone, an der Eisenbahn (Lyon-linie), mit bedeutenden Baumwollspinnereien undWebereien, Bleichen, Färberei, Fayencefabriken;645 Ew.

llmplsxioaulis (lat.), den Stengel umfassend, vonBlättern, z. B. bei Lrassiorr razm ob napus.

Llmplcxus, s. Amplcctiren.

Anipliation (lat.), Anffchnb des Processcs.Wenn die Richter noch nicht genügend informirtwaren, um die Entscheidung zu sprechen, ordneteder Prätor oder Oberrichter die A. an durch dieFormel: amplins coAnvseoucknm, d. i. weiter zuuntersuchen.

Amplificiren (v. Lat.), erweitern, ansdehnen;daher Amplification, überhaupt Erweiterung;besonders in derRhetorikdieErweiterung üesHanpt-begrifscs durch Ncbenbegrifse zur Vervollständigung,Kräftigung oder Ausschmückung desselben. Wvrt-erwciternngcn werden besonders durch Metaphern,verbundene Synonyme, Umschreibungen, Wieder-holungen gebildet; Sacherweitcrnngcn aber durchHäufung von Prädicaten, durch Angabe von Neben-nmständcn, durch Entwickelung der Ursachen, LurchErzählung der Folgen, durch Gleichnisse und Bei-spiele, durch den Coiitrast. A. des Fernrohrs, sov. w. Augmentation.

Amplitude (v.lat. amplituclo, Weite), 1) (Math.)Weite eines Bogens; der Winkel, welchen die ansden Endpunkten des Bogens errichteten Normaleneinschließen; im Polarcoerdinatensystem der ge-wöhnlich mit co bezcichnete Winkel, welchen derRadinsvcctor mit der Achse bildet, so v. w. Ano-malie; wenn eine complexe Zahl unter der Formr (o,o8 A -s- s sin S) dargestellt wird, so heißt />die A. derselben; als Fnnctionszeichcn bedeutetnach Jacobi am u, gelesen A. v. n, die einfachsteelliptische Function. 2) (Phys.) Weite einerSchwingung, z. B. bei Saiten; auch die Größe derSchwankungen bei meteorologischen Instrumenteninnerhalb bestimmter Zeiträume, z. B. die Diffe-renz des höchsten u. niedrigsten täglichen, monat-lichen rc. Barometerstandes.

lkmplitiläo (lat.), Weite, Breite, Größe, Herr-lichkeit, Glanz; in der Astronomie: ^.. oooiäim,so v. w. Abeudweue, n. ortära, Morgenweite.

lkmplus (lat.), weil, ansehnlich; ^.inplissi-mns, hochansehnlich.

Ampola, Fort im Bezirke C:n)ino des tirolerKr. Trient; wurde im Preußisch-österreichisch-ita-lienischcn Kriege nach dreitägiger Beschießung am21. Juli 1866 durch Kapitulation der österreichi-schen Besatzung von Menotti Garibaldi genommen.