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Amphibiolithm -
Amphibiolithtii, versteinerte Thicre ans den^Klassen der Aniphivien nnd Reptilien. Ria»!glaubte früher, erst in den späteren Formationenträten dieselben ans, die Entdeckung aber von^rolrexosLurns Dscüeni in der KohlenformationSaarbrückens u. von ImIiz-rintRockon 8nlaunrn-äroickv8 in den devonischen Schichten zeigte, daßdieselben bereits in den ältesten Gesteinen Vorkom-men. Vielfach finden sich ihre Ucberreste, nament-lich die der sogenannten Saurier, in der Jura- n.Liasformation, während in der TertiärformationKrokodile vorherrschen.
Amphibische Pflnnzcn sind solche, die aufdem festen Lande, wie im Wasser wachsen können,z. B. Uolz'Konnm ampüibinm, Uaunnoulrw ngua-biiis, Llonvmitlw8 trikoliata, Hi8irra U1aiibnp;ou. a. Nicht nur Süßwasserpflanzen können am-phibisch sein, sondern auch solche des Brackwassersn. der Seelüfte.
Amphibol (Min,), so v. w. Hornblende.
Amphibolic (v. Gr.), Zweideutigkeit, Doppel-sinn, entweder aus doppelt zu fassender Constrnc-tion, oder ans Undeutlichkeit einer nothwendigenErgänzung, oder ans mehrfacher Bedeutung, oderauch verschiedener Betonung eines Wortes, oderans verschieden gedachter Jnterpnnction entstanden.In der Philosophie ist die A. so v. w. Begriffs-Verwechslung. Amphibolisch, zweideutig.
Amphibolit nennt man massige Gcsteinsarten,die überwiegend aus Hornblende bestehen; je nach-dem dieselben als weiteren Gcmengtheit Orthoklasoder Mbit enthalten, sind dieselben eigentlich Sye-nite oder Diorite.
AmphibrnchlsS (gr., ans beiden Seiten kurz),Versfuß ans zwei kurzen Silben, die eine langeeinschließcn
Amphidromra (gr., das Umlaufen), attischesFamilienfest, am Abend des 5. Tages oder etwasspäter nach der Geburt eines Kindes gefeiert, wobeidasselbe in Gegenwart der Verwandten n. Freundeum den häuslichen Herd getragen n. ihm der Namegegeben wurde. Es wurden dabei Geschenke ge-bracht n. ein lustiger Schmaus gehalten. Biswei-len wurde der Name erst einige Tage später gegeben.
Amphrdsalze (Chcm.), nach Berzclins Salze,welche (nach dualistischer Ansicht) ans einer binä-ren Säure n. einer binären Base zusammengesetztsind, wie die Sanerstoffsalze, z. B. schwefelsanresNatron, salpctersanres Knpfcropyd oder die Sulfo-salze, z. B. Schwefelkohlenstoff - Schwcfclkalinm;im Gegensätze zu den Halordsalzen, welche, wieChlorkalinm, Jodnatrinm, nur ans einem Metallu. einem Salzbildner bestehen.
Amphiklea (a. Gcogr.), St. in Phokis, mitTranmorakel des Bacchus, besonders für Kranke;beim jetzigen Dadi.
Amphikthon, 1) Sohn Denkalions n. derPyrrha; vertrieb seinen Schwiegervater Kranaosvom athenischen Throne, wurde nach 12 Jahrenvon Erichthonios verdrängt; führte die Verehrungdes Dionysos ein. 2) König in Thermopyläoder Lokris, Sohn des Dcnkalion (viell. gleich 1),sagenhafter Gründer des Bundes der Amphiktyoncn;angeblich 1522 v. Ehr.
Amphikthönien (v. Gr.), so v. w. Bund derUmwohnenden. So ' nannten die Griechen die
— Amphiktyoilien.
' ältesten Verbindungen verschiedener Stämme ihresVolkes, ursprünglich zur Pflege nnd zum Schutzeeines in ihrer Mitte bclegcncn, ihnen gemein-samen Heiligthnms. Daran knüpfte sich die gemein-same Begehung der an solches Hciligthnm sich an-lehncndc Cultc n. Feste; bald auch die Feststell-ung gewisser völkerrechtlicher Beziehungen zwischendiesen Stämmen. Die bedeutendste aller griechi-schen A., auch wo! schlechthin „der Bund der Am-phiktyoncn" genannt, war die delphische, welche ansder vordorischen Zeit in das hellenische Zeitalterhineingcwachscn ist. Die zugehörigen Völker warendie Thessaler, Böotier, Dorer, Jener, Perrhäbcr,Magneten, Lokrer, Ötäer oder Äniancn, Phthio-tischen Achäer, Malier, Doloper, Phoker, Delphcr.Der Bund war gestiftet znm Schutze der beidenHeiligthümer, des Apollon zn Delphi n. der De-meter zu Anthcla an den Thermopytcn, in ihrenRechten n. Besitzungen. Das schauerliche Kriegsrcchtder alten Zeit sollte bei Kriegen unter den am-phiktyonischen Völkern gemildert werden durch einigebestimmte völkerrechtliche Grundsätze. Etwa seil dem8. Jahrh. v. Ehr. umfaßte der Amphiktyonenvnndden größten Theil der griechischen Völker. Zn einemwirksamen politischen Bunde ist er niemals ent-wickelt worden; er hat sich namentlich im 4. Jahrh.v. Ehr. Lurch fanatische Entflammung der soge-nannten Heiligen Kriege für Griechenland als höchstschädlich erwiesen. Zur Zeit Phitipps von Make-donien fanden jährlich 2 Zusammenkünfte lPylä)statt, im Frühling am delphischen Tempel u. imHerbste znAnthela. Bon derVersammlnng derMenge(Ekklesia) war geschieden das Syncdrion der Amphi-ktyoncn (Amphiktyonra, Amphiktyonenrath). Diesesbestand ausdenStellvcrtrcternder 12, zuletzt 30 Städteoder Staaten (Amphiklyonrdes). Jede Völkerschaftsendete 2 Personen, einen Pylagoros (Redner) n.einen oder mehrere Hicromnemonen (Schreiber);meist bestand der Bnndesrath ans 24 Personen.Die Pylagoren allein hatten das Stimmrecht, dieHicromnemonen nahmen nur berathcnd Anthcil.Ans diesen scheint der Hiercus (Priester) gewähltworden zn sein, unter dessen Namen der Beschlußauf eherne Tafeln gegraben n. im Tempel znDelphi ausgestellt ward. Die Beschlüsse bezogensich auf Schlichtung der Streitigkeiten der Bnndcs-glieder, Strafen für Verbrechen gegen den delphi-schen Tempel, oder Verletzung des Völkerrechtes,Ausschließung unwürdiger Mitglieder rc. Seit derMitte des 4. Jahrh. v. Ehr. dominiren in dem Ain-phiktyonenbnnde zuerst in Folge der sogcnanntenHei-ligen Kriege die Könige von Makedonien; nachmalsherrschten, in Delphi bis zur Vorherrschaft der Rö-mer die Ätolcr. Der durch Kaiser Angnstns re-organisirte Bund vegctirtc bis gegen das I. 394n. Ehr. u. endigte mit dem Untergänge des Delphi-schen Orakels. — Auch andere Genossenschaften ali-griechischer Stämme bestanden, so: der Bund derum Delos wohnenden Cykladeninsnlaner n. deranderen Joner, welche ein an den Apollocnltusgeknüpftes 4jährigcs Bnndesfest feierten, u. derBund von Kalauria, er bezog sich auf die Verehr-ung des Poseidon auf dieser Insel; an demselbennähmen sieben Städte Theil, nämlich Hcrmione,Epidanros, Ägina, Athen, Prasia, Nauplia n.(böot.) Orchomenos.