Amiw:r — Amöneburg.
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thiere u. des Menschen umschließt; sie enthält eineFlüssigkeit (A-wasser, Fruchtwasser, Schafwasser),welche den Fötus schwimmend vor Druck n. Stoßschützt; s. Fötus, Entwickelnngsgeschichte. Am-niorrhod, vorzeitiges Abflicßen des Fruchtwassersbei der Geburt.
Amnon, 1) Sohn des Königs David u. derAhinoam; er schändete seine Stiefschwester Tha-mar und wurde deshalb von Absalom getödtet.2 ) Rabbiner um 600 n. Chr.; schr. Tosiaplr tkrs-plnllalr. d. i. Gebetstärke, welches die Inden zuAnfang des Jahres und am Verföhnnngstage beten.
Amöbäisch (v. Gr.), abwechselnd; daher A-csGedicht (6arnrsn nnwobavum), Wcchselgesang,wie ihn die griechischen und sicilianischen Hirtenimprovisirten, wovon die bukolischen Gedichte desTheokrit n. Birgil in ihren Idyllen Nachbildungenenthalten. Der Heransgeforderte machte den An-fang, der Andere folgte in ebenso viel Versen n.mit demselben Refrain, wie der Erste; entwederwidersprach er darin dessen Behauptungen, öder-er steigerte sie zu noch schärferem Ausdruck. EinDritter entschied zuletzt gewöhnlich über den aus-gesetzten Preis.
Amöben (v. gr. amorbö, Wechsel) nannte manfrüher alle mikroskopisch kleinen lebenden Wesen(Thicre u. Pflanzen), welche ihre Gestalt verändernkönnen. Jetzt ist der Name beschränkt auf eineGattung der Familie ^.inosliina, welche zu derKlasse der Wurzelfüßer, u. nicht, wie wol fälschlichangegeben wird, zu den Infusorien gehört. JhrKörper besteht aus jenem eigcnthnmlichcn Stoffe,welchen man bei Thicrcn vorzugsweise als Sar-köde, bei Pflanzen als Protoplasma bezeichnet.Diese halbflüssige, schleimähnlichc Leibcssubstanz be-sitzt eine Helle, zähe Rindenschicht u. eine körnchen-reiche Marksnbstanz. Letztere ist in lebendiger, oftpnlsircndcr Bewegung begriffen und sendet breite,meist fingerförmige, leichtfließende Fortsätze, selte-ner zähflüssige, haarförmige Fäden ans, welchesowol zur Fortbewegung, als auch zur Nahrungs-aufnahme dienen. Viele besitzen eine Art von Kern,sowie eine oder mehrere pnlsirende, mit wässcrigcrFlllssigkeit gefüllte Räume, sogenannte Vacuolen.Viele, so die eigentlichen A., sind nnbeschalt, anderebesitzen eine bald biegsame (Psonäoeirlamvb), baldfeste (Lroellrr), kugelige (Turplnronolla) napf- oderkrugförmige (vikttng-in) Schale. Fortpflanzungdurch Theilnng. Sie finden sich in stehenden Ge-wässern, seltener in der Erde n. im Innern vonThiercn. Die relative Selbstständigkeit, welche inder besonderen Benennung der Wesen foder, wieAndere wolle», in der Erhebung der Wesen zueiner Art) ihren Ausdruck finden soll, dürfte na-mentlich für die nackten A. noch schr wenig sicherzu sein, n. ist es wahrscheinlich, daß Wesen derverschicdenstcn Bedeutung einstweilen unter diesemgemeinsamen Namen znsammcngeworfcn werden.
Amöboide Bewegung, die den Amöben-bewegungen ähnlichen Erscheinungen, die man angewissen Zellen beobachtete, z. B. bei den Eiter-u. Schleimzellen, farblosen Blutzellen, Leberzellcn rc.Man sah solche sogar wandern u. andere Körper-chen anfnehmen, umschließen.
Amol (Rmnl), Handelsstadt in Persien, Prov.Masenderan, am Heruvsch, über den eine Brücke
von 12 Bozen führt; hat im Winter die stärkste' Bevölkerung, weil da die Bewohner, die sich wäh-i rcnd der heißen Jahreszeit in die Gebirge znrück-/ziehen, wieder heimkehren; man gibt überhaupt10,000 Seelen an. Die Stadt ist vom KhalifenHarun al Raschid erbaut und soll im II. Jahrh.1 Mill. Ew. gehabt haben. Im I. 1392 Er-oberung der Stadt durch Timur, wobei unter denketzerischen Fedai (Assassinen) ein schreckliches Blnt-^ bad eingerichtet wurde.
! A-moi>, die erste der 12 weichen Tonarten. Da'sie in ihrer abwärts steigenden Tonleiter aus lau-ster ursprünglichen, d. h. weder erhöhten, noch er-s niedrigten Tönen besteht, so wird sic als MusterPer weichen Tonarten betrachtet.
Amollircn (v. fr. ninoUrr, lat. mottis), er-weichen, verweichlichen.
Amomcn (^münrr, 8emen ainorui, 8. zamai-oonse, Jamaica-Nelkenpfeffer, Nene Würze, Pi-ment), die Beeren von Lkzrtus pimsntg, T., s.kimenba, aromakioa einem 6—10 m
hohen Baume Westindiens aus der Familie derMyrtaceen; sie werden unreif gesammelt n. raschgetrocknet; im Handel haben sie die Größe derErbsen, durch den bleibenden Kelch genabelt, vonFarbe gelb- bis schwärzlich-braun, fein runzelig,unter der brüchigen Schale meist 2 Samen ent-haltend, scharf aromatisch, wie Gewürznelken, zu-gleich aber etwas zimmt- und nmskatnnßartigschmeckend; enthalten viel scharfes, Ätherisches, grü-nes, fettes Öl, Extractiv- und Gerbestoff, Harz,Gummi und Zucker. Die A. sind arzncikraftig,dienen aber mehr noch als Küchengewürz.
ümomum L. (Amvme), Pflanzengattnng ansder Familie der Zingiberaceen n. der Klasse derScitamineen (I. 1), mit röhrigem, an der Spitzedreilappigem Kelche, dreitheiligcr, fast regelmäßigerBlumcnkronc, ansgebreiteter Honiglippe, 1 Staub-faden, der über dem Beutel kämmförmig vor-steht, dreifächeriger Kapsel, die zahlreichen Samenbemäntelt. Arten (alle im tropischen Asien oderAfrika heimisch): s.) die Cardamom-A. (ll.. Oar-ckamomnm ikö.), auf den Molukken, Java u. Su-matra, liefert die runden Cardamomen; k>) diepfeffer-artige A. (^.. Arans. k?araäisr L.), in Guinea,liefert die Paradieskörner p o) die gewürzhafte A.(tl.. nrornabionm Äo.vb.), in Ostindien, liefert dielangen Cardamomen, und ck) die schmalblätterigeA. (T. s-ngustikolinm §ou».), die großen Car-damomen.
Amon, König von Inda, Sohn u. Nachfolgerdes LNanasse, 6L1—639 v. Chr., wie dieser demGötzendienste ergeben. Er fiel als Opfer eiuerVerschwörung seiner eigenen Beamten, welche abervoin Volke gemißbilligt ward.
Amön (v. Lat.)/ anmnthig, lieblich; daherAmönität, Anmnth, Lieblichkeit.
Amöna (a. Gcogr.f, feste n. blühende Handels-stadt in Pannonien; jetzt Laibach.
Amöneburg (althochdeutsch.LmanSbnrc, d. i.die Burg an der.Tmanü, ncnhochd. Ohm; dieLandbevölkerung der Gegend soll noch Amöneburg! sprechen, falsche Gelehrsamkeit aber hat den Na-!>nen an lat. amoenns, angenehm, angclchnt),'Stadt im Kreise Kircbhain des preußischenRegbez.i Kassel, an der Ohm, ans dem Gipfel eines 680 in