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Amiiwniumjodid
erhaltene Theerwasser, sowie gefaulter Harn ent-halten kohlensaurcs Ammon; durch Neutralisationmit Salzsäure n. Abdampfen gcwinnr man darausden rohen Salmiak, der durch Sublimation ge-reinigt wird. Der snbliinirte Salmiak stellt weißeKuchen von faserig - kristallinischem Gefüge dar.Diese Struktur rührt daher, daß die Oktaeder, inwelchen das Salz krystallisirt, sich zu langen; bieg-samen Fasern aneinandcrfügcn; in Folge davonist der Salmiak schwer zu pulvern. Auch aufandere Weise werden die Ammon enthaltendenProducts auf A. verarbeitet. Anstatt das kohlcn-sanre Ammon dnrch Salzsäure zu Neutralismen,kann inan dasselbe z. B. auch mit Schwefelsäuresättigen u. das entstandene schwefelsaure Ammonmit Chlornatrimn (Kochsalz) snblimiren, wobei A.Mblimirt n. schwcfclsanres Natron zurückblcibt. Inder Natur findet sich A. nur selten; so als vnl-canisches Product in Spalten n. auf der Oberflächeder Lava u. in geringer Menge im Speichel, Harn,der Thräncnflüssigkeit n. im Blagensafte der Wieder-käuer. Man verwendet das A. namentlich u. a.als Arzneimittel, zur Darstellung des Ammoniaku. der Ammoniakflüssigkcit, in der Färberei, beimLöthen u. Verzinnen, zur Darstellung von Platin(ans Platinsalmiak).
Ammoniumjodid, Jodammonium, Ver-bindung von Ammonium n. Jod; chemische For-mel: 884.I; farbloses, in Wasser und Alkohollösliches, zerflicßlichcs, leicht (unter Freiwerdenvon Ammoniak) zersetzbares, scharf schmeckendesSalz; bildet sich durch Neutralismen von Ammo-niakflüssigkeit mit Jodwasscrstofssäure, sowie durchWechsclzersetznng von schwefelsanrem Ammon undKaliumjodid unter Zusatz von Alkohol (in welchemdas entstehende schwefclsanre Kali unlöslich ist).Es findet in der Photographie Anwendung.
Aminoniumoxyd n. Slnimonirnnhydroxyd,s. Ammoniak, Ammonium u.Ammoninmoxydhydrat.
Ammoninmoxydhydrat, Ammoniumhydro-xyd, Ammonhydrat, Ätzammon, Verbindung vonAmmonium, Sauerstoff n. Wasserstoff der Formel(884)6.8, ist die in der Ammoniakflüssigkeit ent-haltene, den Alkalien analoge Basis; cs entstehtdurch Znsammcnlretcn von Ammoniak und Wasser
Mg -I- 82O — (884)6.8
Ammoniak und Wasser gibt Ainmoniumhhdroxydu. zerfällt leicht wieder in dieselben beiden Stoffe,namentlich beim Erwärmen; s. Ammoniak. MitSäuren vereinigt es sich zu Ammonsalzen. DasAmmoniumoxyd, das Anhydrid des A.(884)28, ist noch nicht dargcstellt worden.
Ammoniumplatinchlorid (Platinsalmiak),Doppelsalz ans Ammoniumchlorid und Platin-chlorid, 28846I -st 816 ^, entsteht als gelberNiederschlag beim Derwischen der Lösungen dieserbeiden Salze u. wird zur Darstellung des Platin-schwammes verwendet.
Ammoninmsalze, s. Ammonsalze.
Ammoninmsnlfhydrat, A-hydrosnlfid,Schwefelwasserstoff - Schwefelammonium(Chcm.), Verbindung von Ammonium, Schwe-fel und Wasserstoff in dein dnrch die Formel(884)8-8 dargestellten Verhältnisse; entsteht dnrchVereinigung gleicher Ranmtheile Ammoniak undSchwefelwasserstoffgas:
— Ailuiwnsalze.
88g -st 8.8 — (884)88
Ammoniak n. 'Schwefelwasserstoff gibt Ammoniuminlslwdratn. entspricht demnach dem Ammoninmoxydhydrat,ans welchem es dadnrch abgeleitet werden kann,daß man dessen Sauerstoff dnrch Schwefel ersetztdenkt:
Ammoninmoxydhydrat (88,)6.8,
Ammoninmsnlfhydrat (884)8.1 l;es ist demselben auch in so fern analog, als cs al-kalisch reagirt, überhaupt sich als starke Basis ver-hält n. sich mit Snlfosänren, d. i. clektronegativenSchwefelmetallen, zu Snlfosalzen vereinigt. Inwässeriger Lösung erhält man es dnrch Sättigenvon Ammoniakflüssigkeit mit Schwefelwasserstoff.Das so erhaltene A. (Schwefelwasserstoff-Schwefel-ammoninm oder Schwefelwasserstoff - Ammoniak,auch wol, unrichtig, schlechtweg Schwefelammoninmder Laboratorien) ist anfangs farblos, färbt sichan der Luft unter Bildung von Polysnlfnretcngelb und scheidet zuletzt Schwefel ab. Es riechtstark n. höchst unangenehm nach Ammoniak undSchwefelwasserstoff und löst Schwefel n. mehrereSchmefelmetalle auf. Man wendet es in derqualitativen chemischen Analyse zur Erkennung u.Scheidung der Metalle an, da cs einige derselben,welche von Schwefelwasserstoff nicht niedergeschla-gen werden, als Schwefelmetälle ans ihren Salz-lösungen fällt n. einen Theil der dnrch Schwefel-wasserstoff niedergeschlagenen Schwefelmetälle löst.Mit Säuren bildet es die diesen entsprechendenAmmonsalze unter Entwickelung von Schwefel-wasserstoff.
Ammoniumsnlfnrctc (Chcm.), Verbindun-gen von Ammonium mit Schwefel. Man kenntaußer dem einfachen Ainmoniumsulsnret oderEinfach-Schwefelammoninm noch A. mit mehr als1 Atom Schwefel, Ammonium-Polysulfnrete. Ein-fach-Schwefelammoninm (884)28 entsteht dnrchVereinigung von 2 Vol. Ammoniakgas u. 1 Vol.Schmefelwasserstoffgas in der Kälte:
2882 -st 828 ^ (884)28
Aniiiwmak und Schwefelwasserstoff gibt Schwcfelammoniumund stellt farblose Krystalle dar, welche alkalischreagiren u. sich leicht von selbst (unter Entwickel-ung von Ammoniak n. Bildung von Ammonium-sulfhydrat) zersetzen; in wässeriger Lösung erhältman A., indem man dem durch Sättigung 1Thcils Ammouiakflüssigkeit mit Schwefelwasser-stoff erhaltenen Ammoninmsnlfhydrat noch 1 TheilAmmoniakflüssigkeit znsctzt. Es dient, wie dasSnlfhydrat, als Reagens, um die durch Schwefel-wasserstoff nicht fällbaren schweren Metalle aus den-Lösnngen ihrer Salze in Form von Schwefel-metallen niederznschlagen.
Ammonsalze, Ammoniumsalze, auch Am-moniaksalze (letztere Bezeichnung ist vom Stand-punkte der Ammoninmtheorie unrichtig; s. Ammo-nium), die Salze des Ammonium, welche dnrchNeutralisation von Ammoniak mit Säuren (Säure-Hydraten) gebildet werden können. Sie enthaltennach der jetzt geltenden Ansicht kein Ammoniak(dieses geht'mit den Anhydriden der Sauerstoff-sänren auch Verbindungen ein, welche aber nichtSalze sind, sondern erst dnrch Aufnahme vonWasser in dieselben übergehen). Alle A. sind,zum Theil unter Zersetzung, flüchtig, einige zer-