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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
563
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Ammoniak-Alaun -

durch die Verwesung stickstoffhaltiger pflanzlicheru. thicrischcr Überreste, sowie in kleiner Menge infenchkcr Luft durch den Blitz, ja selbst durch diebloße Verdunstung LeS Wassers; da diese Verbind-ungen flüchtig sind, so finden sich dieselben in derLuft, aus welcher sic in das Rcgcnwasser n. mitdiesem in den Boden übergehen. Den Pflanzen dientdas A. der Luft n. des Grundwassers als Nahrungs-mittel, indem sie ans demselben einen Thcil des ingewissen Pflanzenstoffcn enthaltenen Stickstoffes ge-winnen; die Pflanzendecke der Erde vermindertalso den A-gchalt der Luft, n. zwar in demselbenMaße, als er durch die zuerst genannten Proccssevermehrt wird, so daß die Luft stets einen ver-schwindend kleinen Gehalt au A. besitzt. Die ge-nannten Verbindungen bilden sich ferner bei dertrockenen Destillation stickstoffhaltiger organischerStoffe, z. B. der Knochen, des Hornes, trockenenBlutes; auch Steinkohlen enthalten etwas Stickstoff,n. man findet deshalb in dem bei der Leuchtgas-bercitung als Nebenprodukt sich bildenden Theer-wasscr stets kohlcnsanrcs Ammon. Dieselbe Ver-bindung entsteht auch im faulenden Harn ans deinHarnstoff. Das kohlensaure Ammon des Thecr-wassers ist jetzt die Hauptqnellc des A. n. der Am-mouiumvcrbindnngen des Handels. Durch Zusatzvon Salzsäure wird dasselbe in Salmiak verwan-delt, welcher dann zur Darstellung des A. benutztwird. b. Darstellung n. Eigenschaften des A.Das A. wird gewonnen, indem mau Salmiak mitKalk erhitzt. Dasselbe ist ein farbloses Gas vonstechendem, zu Thränen reizendem Gerüche; seinspcc. Gewicht ist 0,5^. Durch Abkühlung ans 40" 6. oder durch einen Druck von 7 Atmosphärenbei -j- 16,," verdichtet cs sich zu einer tropfbarenFlüssigkeit von 0,^34 spec. Gewicht; bei 80"erstarrt diese zu einer weißen, geruchlosen festenMasse. Das A-gas kann die Verbrennung n. dasAthmen nicht unterhalten, wirkt ätzend n. reagirtstark alkalisch. Es verbindet sich mit Chlorwasser-stoff (Salzsäure) zu Salmiak, mit Wasser zu Am-moninmoxydhydrat und mit wässerigen Säu-ren zu Ammoninmoxyd- oder Ammonsalzen (s. beiden betreffenden Säuren). Beim Durchgang durcheine glühende, mit Platindraht gefüllte ikiöhrc, so-wie bei öfterem Hindurchschlagen elektrischer Funkenwird es in seine Bestandtheile, Stickstoff n. Wasser-stoff, zerlegt. 0. Ammoniakflüssigkeit. VonWasser wird das A-gas in großer Menge absor-birt (1 Bol. Wasser nimmt bei 0" 1050 Vol. A.ans); diese wässerige Lösung des A. heißt Ammo-niakflüssigkeit (Salmiakgeist, Ingnor nmmonii esw-stioi). Dieselbe ist specifisch um so leichter, jewehr A. sie enthält. Folgende Tabelle gibt dasspccifische Gewicht der A-flüssigkeit bei verschiedenemProccntgehalte an.

Proc.

Spcc. Gew.,

Proc.

Spec. Gew.

Proc.

Spcc. Gcw.

36

0,8844

26

0,90-8

16

0,9380

34

0,8885

24

0,9138

! 14

0,9449

32

0,8929

22

0,9191

l2

0,9520

30

0,8976

20

0,9251

0,95.93

28

0,gO2ü

18

0,03,4

8

0,9670

Offic

nell ist ein

e A-flü

sigkeit voi

spccifischem Ge-

- Amiiwilitikginnllii. 563

Gewicht 0g, also von etwa ISA Gehalt an A.Die A-flüssigkeit riecht sehr stark nach A-gas undhat im Allgemeinen die Eigenschaften desselben, isteine der stärksten Basen und findet besonders alssolche in der Praxis vielfache Anwendung. ä)Anwendung. Die Ammoniakflüssigkeit wird alsMittel gegen den Stich von Jnsecten u. selbst vongiftigen Schlangen empfohlen; cingeathmet wirktdas A. belebend (bei Rausch, Betänbnug); größereDosen bewirken Entzündung der Schleimhäute,unter Umständen auch den Tod. Mit Fetten undÖlen bildet das A. Seifen, welche als Einreibe-mittel verwendet werden (Linimente). Der Che-miker verwendet die A-flüssigkeit zum Fällen derMctalloxyde ans den Lösungen der Metallsalzc.Neuerdings wird endlich die durch Verdunsten vonflüssigem A. erzeugte Kälte zu Eisbereitung imGroßen (so in der Carrofchen Eismaschine) be-nutzt. s) Theoretisches. Man nimmt an, daßin der A-flüssigkeit das A. mit Wasser zu (IMZOIllverbunden ist, und sieht diese Verbindung alsdas Oxydhydrat eines zusammengesetzten Metalls(Ammonium) an. Das A. hat das Eigcnthüm-lichc, daß die drei in ihm enthaltenen Wasserstoff-atome ganz oder thcilweise durch gewisse Me-talle oder Kohlenwasserstoffe ersetzt werden können.Solche von dem A. abgcleitctcte Körper nennt manAmmoniakbasen (Amidbasen, Amine, Imine); sieverhalten sich meist dem A. sehr ähnlich n. gehö-ren znm größeren Theil der organischen Chemie an.

Ammoniak-Alaun (Chcm.), s. n. Alaun.

Ammoniakalisch, Ammoniak enthaltend.

Ammonicike (Ammonia, Oase des Amnn,a. Geogr.), Oase in der Libyschen Wüste, 12 Tage-reisen wcstl. von Memphis. Hier war ein Priester-staat mit der Stadt Ammon und dezn Ammons-tcnipcl Ammonion (s. Amnn), mit berühmtemOrakel; Alexander der Große besuchte dieses Orakel(s. Alexanders d. Gr. asiat. Feldzug). Zur Zeit desThcodosius war cs bereits vergessen. Jetzt dieOase Siwah; diese ist zuletzt von der RohlfsschenExpedition 187374 berührt und geographischuntersucht worden. Bergt. Minutoli, Reise zu demTempel des Ammon, Berlin 1824; Parthey, DasOrakel u. die Oase des Ammon, Berlin 1862.

Ammoniakflüssistkcit, wässerige, wcingcistige(Uignor nininoini eaunküoi spiriknwsus), pharina-centischcs Präparat; wird dargcstellt durch Einleitenvon Ammoniakgas in Alkohol von spccifischem Ge-wicht 0,, so lange bis die Lösung ein specifischcsGewicht von 0,,,«0,», hat, was einer lOpro-centigen Lösung entspricht.

Ammoniakgnmmi (A-Harz, Oschalgnmmi,6nmwi-rosina aininoniaenm), der eingetrockneteMilchsaft von Dorounr .4nolwri B'M«. oder I>.-unnwninouiu. Don., einer in Persien einheimi-schen Doldenpflanze. Es kommt in den Handelentweder in rundlichen, erbsen- bis walnußgroßenStücken (Ouinmi nminoninonin in inorpinw), dieaußen gelblich-weiß bis bräunlich sind, schwachmuscheligen, wachsglänzcnden Bruch besitzen, kanten-durchscheinend sind n. zu unregelmäßigen Stückenzusammengebackcn das ü. annnon. ainpMinloickesbilden, oder als <x. annnon. in »nrknis in dunkel-braunen, vielfach verunreinigten Massen. In derKälte erhärtet es n. läßt sich pulvern, in gelinder

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