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Ammon — Ammoniak.
Zugleich Superintendent u. Consistorialrath in Ans-bach ward; 1813 folgte er einem Rufe als Obcr-jhofprcdiger u. Oberconsistorialrath nach Dresden.^1831 ward er Mitglied des Staatsrathcs u. desNttnisteriums Lcs Cultus u. öffentlichen Unterrichtes,später Biccpräsident des Obcrconsistorinms; trat1849 in 'Ruhestand n. st. 21. Mai 1850 in Dres-den. Zuerst als Anhänger der Kantschen Philo-sophie bemüht, das kirchliche System zu ratiouali-siren (Entwurf einer wissensch. praktischen Theol.,Gott. 1797, u. zahlreiche andere Schriften), trat erspäter ans die orthodoxe Seite, pries sogar diennionsfeindtichcn 95 Thesen von Klans Harms als„Bittere Arznei für die Glanbcnsschwäche unsererZeit" (1817), wofür er von Schleiermacher derbgezüchtigt wurde. Seine letzten Schriften: LuminatüooloAiao, 4. Anfl. 1830; Die Fortbildung desChristcnthnms zur Weltreligion, 2. Ausl., Leipz.1836 ff.; Geschichte des Lebens Jesu, Leipz. 1842 ff.,zeigen wieder den ursprünglichen rationalen Snper-nalnralismns. Lebensbeschreibung, Leipzig 1850.4) Friedr. Wilh. Phil. v. A., Sohn des Bor.,gcb. 7. Fcbr. 1791 zu Erlangen; wurde 1820Archidiaconns zu Erlangen, später Tecan u. Pro-fessor der Theologie n. st. daselbst 1855. Schrieb
u. a.: Geiler von Kaiscrsbcrg, Erlang. 1826; Gal-lerie dcnkw. Personen, welche im 16., 17. n. 18.Jahrh. von der Protest, zur Kathol. Kirche über-getrcten sind; Erl. 1833; 5) Friedrich Ang.
v. A., Bruder des Bor., verdienstvoller Augenarzt,
geb. zu Göttingen 10. Sept. 1799; ward 1824Arzt am Blindeninstitnt zu Dresden, 1829 Pro-fessor an der mcdicin.-chirurgischen Akademie inDresden, 1837 königlicher Leibarzt daselbst, Mit-glied vieler gelehrten Gesellschaften n. st. 18. Mai1861. Bon seinen zahlreichen Schriften sind diebedeutendsten: Im Gebiete der Angenheilk.:
Do gnnosi st nsn maonkas Intsas, Wcim. 1830;Do Düvsiokog'ia 'Isuotomiae, Dresd. 1837; Klin.Darst. der Krankh. u. Bildnngsfchler des menschl.Auges, Berl. 1838 (Hauptwerk); Die Bchandl. desSchielcns, Berl. 1840; Do iriticio, Dresd. 1843(Prcisschr.); Jll. path. Anat. der menschl. Oornva,Lekora, Olmroickea und der optischen Nerven; nachdes Berfassers Tode hcrausgegebcn von Warnatz,Lpz.1862; gab heraus: Zcitschr. für Ophthalmologie,Dresd. n. Hcidclb. 1830—36, 5 Bde.; Monatsichr.für Angenheilk. u. Chirurgie, Lpz.1838—40, 3 Bde.Ans dem Gebiete der Chirurgie: Die angeborenenKrankheiten des Menschen, Berl. 1839—42; Dieplastische Chir., Dresden 1842 (Prcisschr.). Bonsonstigen Schriften: Brmmendiätetik, Wien1825, 5. Anfl., Dresd. 1854; Die ersten Mutter-Pflichten, Wien 1827, 17. Anfl., dnrchgcsehen vonWinckel, Lcipz. 1873. 6) Kar! Will)., verdienst-voller Pferdearzt und Pferdczüchtcr, geb. 1777 zuTrakchncn im preußischen Lithauen; stndirte Thicr-arznciknnst zu Berlin, wurde 1797 Pferdearzt beidem königl. preußischen Gestüte zu Friesdorf beiAnsbach, 1802 Krcisthierarzt zu Ansbach, 1813Hofgcslütmeister zu Rohrenfeld bei Nenbnrg an derDonau; seit Dcc. 1839 pcnsionirt, wohnte er zuAnsbach u. st. 1842. Er schr.: Abh. über die Krank-heiten des Pferdes n. desRindviehs, Nürnb. 1802,2.A.; das Hansvieharzneibuch, 3. A. 1846; Hand-buch der Pserdearzneiknnst, Hcilbronn 1804—1807,
!2 Bde., 2. A. 1825; Über die Angencntzündungjbei Pferden, 1807; Über den Milzbrand, 1808;Über die Verbesserung und Beredt, der Landes-pferdczncht :c., Nürnb. 1829—31, 3 Bde; gabReitzcnsteins Pferdckcnucr, Ansbach 1805, 2 Bde.,Sebalds Bollständ. Naturgeschichte des Pferdes rc.,ebd. 1815, und Sinds Pferdcarzt, Franks, a. M.1811, 10. A. 1839, heraus. Er st. 1842 in Ans-bach. 7) Georg Gottlicb, Bruder des Bor.,gcb. 1780 zu Trakchnen, Jnspector des k. prenßi-,scheu Pfcrdcgestütes zu Besra, kundiger Pferde-züchtcr; st. 26. Sept. 1839; schr.: Tic Zucht undVeredlung der Pferde, Berl. 1818: Magazin fürPferdezucht rc., Hildburg!). 1826; Über die Eigen-schaften des Solbatenpferdcs, Berl. 1828; Mittel,gute Pferde zu erziehen, 2. Anfl. von Krcißig,Königs!'. 1849; Handbuch der GcstütSkunde, Kö-nigs!'. 1833; 8) Friedr. Ferdinand von, Ap-pcllationsgerichtsrath in Köln, gcb. 17. Nov. 1794zu Dinslaken bei Wesel, gest. 14. Nov. 1874 zuKöln. Nachdem er in Düsseldorf das Gymnasiumabsolvirt hatte, bezog er 1813 die Universität Hei-delberg, die er jedoch bald verließ, um.als preu-ßischer Jäger den Feldzug 1814 mitzumachen. Nachnochmaliger Unterbrechung durch den Krieg von1815 vollendete er seine Studien in Göttingen n.Heidelberg, wurde 1818 Anscultator, 1825 Assessorin Trier, 1828 in Köln. Im Jahre 1832 wurdeer Oberprocnrator in Düsseldorf, 1835 Rath desAppellationshofes zu Köln, in welcher Stellung erbis zu seiner Pensionirnng 1870 verblieb. Inseiner richterlichen Carriers wurde er in der Zeitder Reaction mehrfach übergangen und wieder-holt in Conflicte mit dem Ministerium verwickelt,ans denen er jedoch stets mit Ehren hervor-ging. Berufungen nach Berlin n. 1848 als Ober-bürgermeister von Köln schlug er ans. Durchrege Betheilignng am staatlichen und öffentlichenLeben that er sich stets hervor; 1847 u. 1848 nahmer an den Verhandlungen zur Umgestaltung desRechtes n. Ausarbeitung der Verfassung theil; 1850war er Mitglied der Ersten, 1858—64 der ZweitenKammer.
Ammon (Chem.), so v. w. Ammoniumoxyd.s. Ammonium.
Ammön und nmmoniakhnltige Dünge-mittel, s. Stickstoffhaltige Düngemittel.
/lmmonmcmn, s. Ammoniak n. Ammoniakgnmmi;-1. enrbunionm, s. kohlcnsanres Ammoniak; 4. o.p)ro-v1so»um, s. Hirschhornsalz; 4. Ipvckroeülora-tum, s. Salmiak; 4. b. korrntum, s. Eisensalmiak;4. sokntum ninsntnm, anishaltige Ammonium-flüssigkcit; 4. Lneoinionin solntum, bernsteinsaureAmmonimnflüssigkeit.
Ammonink z4mmor>iaenin, 4mmoninm, flüch-tiges 'Alkali; Chem.; der 'Name A. von saiarinenincnm. später s. ammoniaenm, dem alten'Namen des Salmiak), ans Stickstoff und Wasser-stoff nach der Formel fflDg zusammengesetztes Gasvon eigenthümlich stechendem Geruch, dessen wässe-rige Lösung als Ammoniakflüssigkeit oder Sal-miakgeist bekannt ist. n) Bildung u. Vorkommen.Das A. findet sich in der 'Natur nicht in freiemZustande. Die Verbindungen desselben oder viel-mehr die Verbindungen des Ammonium auswelchen das Ammoniak gewonnen wird, entstehen