Amorimmsmus — Amgun. 55L
oder Ureinwohner Brasiliens gehört; I) die Spra-chen verschiedener Völkerstämmc an der Ostküstczwischen dem Rio de Plata n. Maranon, wie derCharrna, Daro, Kasigna n. a.; in) die Sprachender Südspitze, worunter die der Araucancn, auchMoluchen genannt, in Chile, und die der Te-hnelche in Patagonien am bekanntesten sind. Diewichtigsten dieser Sprachen sind in besonderen Ar-tikeln behandelt.
Amerikanismus, 1) die englische Sprache,wie sie in den Der. Staaten NAmcrikas gespro-chen wird. Sie unterscheidet sich von der in Eng-land herrschenden durch nicht selten verschlechterteAussprache, fehlerhafte Flexionen, Gebrauch ge-meinsamer Wörter in anderer Bedeutung, Ent-lehnung von Ausdrücken ans fremden Sprachenu. Neudildungcn. Örtliche Verhältnisse, besondersdie Mischung der englischen Ansiedler mit anderenNationalitäten, haben diese im Ganzen doch mirverschwindende Verschiedenheit herbeigesiihrt. Diebesten dahin einschlagendcn Wörterbücher sind dievon F. Pickering, Boston 1816, n. I. Bartlett,New-Aork 1818. 2) Außerdem versteht man
unter A. auch die Anmaßung der Angloamerikanerin den nordamerikanischen Unionsstaatcn, sich alsAmerikaner pur oxasllsnoo auznsehcn und ihreEigenthümlichkeiten geltend machen zu wollen. Alsein Hanplsitz des A. sind die Neu-England-Staatenanznsehen, wo der herrschsüchtige Gebnrtsdünkcl(Nativismus) sich namentlich auch in kirchlichenGlanbenssachen breit macht.
Amerling, Friedrich, Porträtmaler, geb. zuWien 14. April 1803, Sohn eines armen Hand-werkers; ward nach 1826 Schüler von Lawrencein London, 9 Monate später von Hör. Bernet inParis und trat dann in Wien als Historienmalerans. Nach seiner Rückkehr ans Italien 1832 warder rasch der beliebteste Porträtmaler in Wien, ging1841 wieder nach Italien n. malte auch Einzel-fignren, namentlich von bestimmtem nationalemCharakter.
Amersbnry (Amesbnry, spr. Ehmsbörri),Städtchen in der englischen Grfsch. Wilt mit 1200Ew.; dabei die Stonehenge, Überreste eines Drni-dentempels.
Amersfsort, St. im gleichnamigen Bezirke derniederländischen Provinz Utrecht, an der schiffbarenEeni und der Ccntral-Eisenbayn; 13,250 Einw.;Fabriken in Glas, Hüten, Seide und Wolle,Tabak (bester in Holland), Bückingsbercitnng,Getreidebau, Handel; Seminar zur Heranbil-dung von Geistlichen der bischöflichen Klerisei inUtrecht. In der Nähe der Heilige Berg, wel-cher der Ursula u. den 11,000 Jungfrauen geweihtist. A. kommt urkundlich 1006 vor, erhielt 1259Stadtrechte, ward 1483 vom Erzherzog Maximi-lian und 1672 von Montecncnli eingenommen.Geburtsort von Pieter Both, erstem General-gonvernenr von Indien, u. dem RathspensionärJohan von Oldenbarneveldt.
ll msrvsiils (fr.), znm Verwundern, wunderschön.
Amcs (spr. Ehms), William (Ainesius), ge-schätzter holländischer Theolog, geb. 1576 in Eng-land; ging wegen der Verfolgungen der Puritanernach Holland, wo er als Calvinist wider die Ar-minianer stritt, Professor der Theologie zu Franeker
wurde und, als Prediger der englischen Kirchezu Rotterdam berufen, 1633 starb. Gegner derRemonstranten u. Socinianer. Seine lateinischenSchriften erschienen Amsterdam 1658.
Amesbnry, Stadt am Merrimack, im CountyEssex des nordainerikanischen Staates Massachusetts;Flanellwebereicompagnie; 4200 Ew.
Amcstrutirs (a. Geogr.), Stadt in Sicilien;wurde von den Carthagern eingenommen n. be-festigt, von den Römern im 1. Pnnischen Kriegenach lanaer Belaaeruna erobert und geschleift;Ruinen bei Mistretta.
Amestris, Gemahlin des Königs L'erxes I. vonPersien.
ü motL (ital., v. lat. msäistntoin), zur Hälfte,für Jeden von Zweien gleichen Thcil; s. (lontoü, Mötü.
Amethyst (v. griech. amÄIrxston, nicht trun-ken machend, weil die Alten Amnlete ans ihmals Mittel gegen die Trunkenheit betrachteten),eine Onarzvarietät von violetter Farbe, die manfrüher als von einem Mangangchalte herstammendbetrachtete, von der Rose aber vermnthct, daß sievon Eisenjänre herrühre. Er findet sich meist inÄryställen in Achatmandcln und wird vielfach znPetschaften, Perlen, Ringsteinen rc. verschlissen.
kmstii>stos tb., Pflanzcngatt. ans der FamiliederLippenblüthlcr (II. 1); Kelch glockig, Unterlippeder Blume lang u. ausgehöhlt. Art: A.. ooorn-Isa. in Sibirien heimisch, mit Rheiligen, gesäg-ten Blättern; einjährig; wegen zierlichen Wuchsesn. blau gefärbter Zweige als Zierpflanze cnltivirt.
Amcthystkollbri (Amethystvogel, Oallixliioxnirwtitxstina,), s. Kolibri.
dlmethystschlange ist ?Mrcm Lolmsrcksri.
Ametric (v. Griech.), Maßlosigkeit, Mangel anEbenmaß, Mißverhältnis); daher Ametrisch, vonunrichtigen Verhältnissen.
Amötrie (v. gr. mötra, Gebärmutter), Man-gel der Gebärmutter.
Ametropie (v. gr. itlplrn privativnm, niströü,ich messe, n. öps, das Auge), Abweichung von dememmetropischen Ban des Auges, indem die Netz-haut nicht wie bei der Emmctropie mit demHanptbrennpnnkte des im Zustande der Accomo-dationsrnhe befindlichen dioptrischen Systems desAuges znsammenfällt, sondern entweder vor, oderhinter demselben liegt (meist durch anormaleAchsenlängen des Auges bedingt, wie durch dieUntersuchungen besonders von Donders bewiesenwurde). Im ersteren Falle besteht Hypermelropie,Übersichtigkeit, im letzteren Brachyinetropie oderMyopie, Kurzsichtigkeit.
Ameublement, Zimmereinrichtung, besondersals harmonische Gesammtheit. Um dieser Anfor-derung zn entsprechen, muß dieselbe aus einer u.derselben Holzart n. in gleichem Stil angefertigtsein, in Übereinstimmung stehen mit der Aus-schmückung der Wände und Decken. Die richtigeAuswahl eines A-s erfordert daher neben den be-treffenden Kenntnissen auch einen besonderen Ge-schmack.
Amga, 820 ion langer Nebenfluß des Aldanim Gonv. Jakutsk (Sibirien).
AmgNN oder Hyngn, letzter bedeutender Ne-benfluß des Amur; entspringt am Bnrejagebirge,