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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Amerika

wird seine Vegetationszeit von längerer Dürreals dort unterbrochen, denn über ein halbes Jahrerscheint das Pflanzcnleben abgestorben n. dasLand beinahe wüst. Es fehlt, auch an der Meeres-küste, der kräftige Baumwuchs; die Belaubung der) Gesträuche ist durch Dornen unterdrückt; erhöhtß wird der Charakter der Verödung durch die Wild-' niß der nackten, von Seewinden unberührten Ge-birge. Tropische Formationen sind nirgend vor-handen.

Die antarktische Flora kann mit jener des Nor-dens Europas n. dessen alpinen Regionen vergli-chen werden. Wie im nördlichen Europa dieäquatorialen Luftströmungen u. ihre Wolken regel-los abwechseln mit dem heiteren Himmel derPolarströmungen, n. wie in Folge davon die atmo-sphärischen Niederschläge sich über alle Jahreszeitenvcrtheileu, so führen auch hier die westlichen Äqna-torialwindc den Wasserdampf vom Meere herbein. kehren so häufig wieder, daß die Vegetationder Feuchtigkeit nie zu entbehren hat. Da aber hierdiese Wasserfüllc mit einem milderen Winter ge-paart ist, so bewahren die meisten Bäume ihrLaub. Ungeachtet dieser gleichmäßigen Temperaturist dennoch, schon im südlichen Chile, wo nie Frcstoder Schneefall eintritt, ein Stillstand der Vege-tation während des Winters unverkennbar, denn

( während noch im chilenischen llbergangsgcbietc

^ mit der Regenzeit eine Steigerung der Lebcns-

n kraft znsammenfällt, entlauben sich hier diejenigen

j Bäume, welche nicht immergrün sind, gerade zu/ der Zeit, in welcher die häufigsten stiegen fallen,I zugleich aber auch die Temperatur im sinken be-! griffen ist. Man kann eine nördliche n. eine süd-liche Zone der antarktischen Flora unterscheiden.Überall herrscht der Wald. Im crstcrcn Abschnitte,welcher noch die Insel Chiloe in sich faßt, hat derWald eine größere Anzahl von Banmarten ansl verschiedenen Familien, darunter Lorbecrc, Myrten,Ölbanm - ähnliche Gestalten, selbst Bambus;Lianen u. Schmarotzer bekleiden die Stämme n.füllen den Raum wie im Tropcnwalde, nur nicht! von gleichem Formenrcichthnm. Im südlichen Thcilfinden sich dagegen fast nur Buchen; aber da dieherrschende Art, welche sich im Winter entlaubt(isagns Lubnretiea), von einer immergrünen be-gleitet wird, so ist die Physiognomie des Waldeshier doch eine ganz andere, als die des nördlichenEuropa. Erst ganz im S., wo mindere Wärme n.die im Boden znrückgehaltcne Feuchtigkeit Torf-bildung veranlassen, weichen die Wälder offenenMoorflächen. Eigenthümlicherweise werden aberdiese Moore von einer Steinbrech- u. einer denLilien verwandten Pflanze gebildet; Ärähenbcere,Hahnenfuß u. Binse begleiten dieselben.

Bei vorwiegender Betrachtung der größerenThiere zerfällt A. in folgende 8 Thierrciche.

- Der arktischen Flora entspricht eine Polarfanna,das Reich der Pclzthiere n. Schwimmvögel. DieSGrenze dieses Reiches wird botanisch durch diePolargrenze des Getreidebaues, zoologisch durchdie SGrenze des Rcnthieres bezeichnet. VonSLngcthiercn sind nur die Ordnungen der Wieder-käuer (Renthicre, Bisamochse), Nagethicre (Polar-hasen, Lemminge) n. Raubthiere (Eisbär, Polar-fuchs), namentlich aber die Familie der Marders

(Fauna).

repräsentirt. Alle liefern vortreffliches Pclzwerk.Für den schmalen Streifen der Banmregion, welchein dieses Gebiet fällt, sind Feldhühner, für dieKüsten und großen Ströme Schwimmvögel, be-sonders Enten, Taucher, Alken, Raubmöven u. a.,charakteristisch. Außer diesen finden sich Kreuz-schnäbel, Seidenschwänze n. Tagenlen. Wenn dieFrühlingssonne erscheint, hört man mitunter aucheinen Singvogel. Reptilien sind spärlich n. gehennicht über das nördliche Lappland hinaus. ' DieSüßwasserfische sind vorzugsweise lachsartige, durchderen Vorherrschen die Flüsse des hohen Nordensden Flüssen und Seen der Alpen u. anderer Ge-birge ähnlich sind. Die Jnsectenwelt ist nicht un-bedeutend, namentlich an Laufkäfern. Schmetter-linge, Geradflügler, Wanzen und Netzflügler sindselten. Am zahlreichsten finden sich Mücken. VonMollusken bietet Grönland noch ziemlich zahlreicheRepräsentanten.

Waldgcbict und Prärien führen zusammen eingroßes Thicrrcich, das Reich der Nagethicre,Zahnschnäbler, Kegelschnäbler und Ganoidfische;Californien schließt sich diesem Reiche zwar ziem-lich enge an, darf aber als eigenes Reich anf-gefaßt werden, da manche Nagethicre, Wieder-käuer und Jnsccten, endlich alle Weichthiere vonden östlichen Arten verschieden sind. Die Fleder-mäuse gehören europäischen Geschlechtern an, dochsind die Arten andere. Jnsectensresser sind zahl-reich (z. B. 15 Spitzmansarten), im Gegensätze;n Süd-A., wo sie gänzlich fehlen. Die Fleisch-fresser gehören europäischen und südamcrikanischenTypen an (Stinkthicr, Wickelbär, Waschbär, Nasen-bär). Die Nagethicre betragen mehr als K derSängethierc: Biber u. zahlreiche andere sind be-zeichnend. Die Geschlechter der eigentlichen Mäusesind eingewandert. Bon Wiederkäuern hat Nord-A.8 Hirsche (darunter den prachtvollen canadischenWaipiti), 2 Antilopen und den amerikanischenWisent. Die Bcntelthicre (welche in der nördlichengemäßigten Zone der Alten Welt gänzlich fehlen)erscheinen in 3 Bentelratten vertreten; die Zahlder Vögel beläuft sich auf 600 , von denen 1 auchin Europa n. 4 auch in Süd-A. einheimisch sind;Zahnschnäblcr u. Kegelschnäbler herrschen vor, Pa-pageien dringen aus dem S. hoch nach N. vor.Zahlreiche Spechte, Drosseln, Trnpialc sind inden Ver. St. Zugvögel, welche an den Gestadendes Mexikanischen Meerbusens überwintern. DieKricchthiere zeichnen sich ans durch die große Zahlder Schildkröten u. Schwanzlnrche (Fisch- u. Aal-molche); noch zahlreicher sind die Schlangen (imStaate New-stjork allein 130 Arten), daruntereigenthümliche Formen (Klapperschlangen). VonFischen sind die Schmelzschnpper (Ganoidfische, dar-unter die Kahlhechte und Kaimanfische) besondersausgezeichnet; die übrigen Fische sind von denender östlichen Hemisphäre zwar nicht generisch, aberdurchaus specifisch verschieden. In den Flüssenzahlreiche Flußmuschcln u. Krebse.

Mittel-A. (die Florengebietc von Mexico, West-indien und des cisäqnatorialen Süd-A. > ist dasReich der Landkrabben. Affen sind selten; amweitesten nach stk. gehen die Klammeraffen (-Lto-kss). Zahlreich finden sich die Fledermäuse, na-mentlich die Blattnasen. Bon Fleischfressern Par-