548
Amerika
lande nimmt mit der Erhebung des Bodens dieMenge farbenreicher Alanden zu; statt derSäulen-cactns zeigen sich die Mclonencactns. Beide Ab-schnitte zeigen Gesträuche n. Waldformationen, aberaus verschiedenen Bestandtheilen zusammengesetzt.Den Savannen endlich des Südens sind die fastnnvcrmischren Bestände der Brasiltanncn (Lran-oaria bra^ilionms), die Pinhciros, eigen. NachW. erstrecken sich die Campos bis zu den Zu-flüssen des Paraguay n. Madeira. Hier tretenwieder, wie an der Küste, Urwälder, die Panta-nats, mit tropischer Üppigkeit auf, welche, gleichden Wäldern der Hyläa, ihre Eigemhümlichkeitendem fließenden Wasser verdanken. In ihrem S.füllen die Ebenen von Groß-Chaco n. das wal-dige, mit offenen Glasflächen wechselnde Hügellandvon Paraguay den Raum zwischen den Anden n.dem südlichen Tafcllande Brasiliens fast vollstän-dig ans. Hier finden sich Algarobcmväldcr (zuden Mimoseen) u. die einförmigen Bestände derBrasilianischen Wachspalme (Lopsrnivia osriksra).
Im Gebiete der tropischen Anden Süd-A-s kannman fast überall einen westlichen, unmittelbar vomUferdes Stillen Meeres anfstcigcndcn Gcbirgskamm,eine Küstencordillere, von einer östlichen Reihe vonHochgipfcln unterscheiden, welche sich zu den weitenTiefebenen Süd-A-s herabscnken. In Peru n.Bolivia umschließen diese Randcordillercn ein weit-läufiges Hochland, die Sierra und Puna-Region,während am südlichen Wendekreise Hochgipsel u.Kämme verschwinden, um der Wüste Atakama zuweichen. Die pacifische Küste dieses ganzen Ge-bietes ist eine völlig regenlose Zone, welche nurim Winter durch leichte Ncbelbildnngen, Warnas,befeuchtet wird, weil die antarktische, die Küste strei-fende Humboldt-Strömung unaufhörlich kalte Was-sermasscn herbeisührt, an welchen sich der Wasser-dampf der Seewinde verdichtet. Trockenheit herrschtdaher nicht nur auf dem Lande, sondern auch aufdem Meere, wie die Guano - Lager der Chincha-Inseln beweisen. Nur au den Ufern der kurzenFlüsse u. in Folge künstlicher Bewässerungen istdie wüste Landschaft gelegentlich zu Cultnr-Oasenumgcstaltet worden. Selbst die höheren Stricheder .üüslencordilleren, sowie die Puna-Region sindbaumlos, doch mit einer alpinen Vegetation vonSlräucheru u. Kräutern bedeckt. Um eine reichereu. überhaupt tropische Vegetation in den peruani-schen Anden anzntrefscn, muß man entweder denOstabhang der östlichen Cordillercn hinabsteigen,oder die Thäler aufsnchcn, welche, die Puna-Re-gion mit tiefen Felswänden furchend, nach der Tief-ebene n. zum Meere geöfsnet sind; lange Solstitial-Regenzciten sind hier die Quelle unerschöpf-licher Fruchtbarkeit: Kasse, Pisang, Zuckerrohrn. Coca sind Cultnrgewächse. Während die Er-zeugnisse jener Region am Fuße der Cordilleren u.in Len Einschnitten allmählich in die der brasilia-nischen Flora übergehen, enthält der obere Wald-gürtel, die Augenbraue (6eja) der Montana, dieeigenthümlichsten Gewächse: Farnbäume, Palmen,Guttipflanzen, Gewürzschilfe u. namentlich, alsmerkwürdigste Baumform, die Chinarindenbäume.
Unter Pampas versteht man im Lande selbst einmit Gräsern bewachsenes, baumloses Weideland;als Vegetationsgebiet muß man indessen darunter
(Flora).
das ganze Gebiet zusammcnfasscn, welches von denGrenzen Brasiliens, wo die regelmäßigen Regen-zeiten der tropischen Zone aufhören, über die La-Plata-Staaten u. Patagonien bis nahe zur SSpitzeA-s sich ansdehnt. Die eigentlichen Pampas ent-sprechen den Grascbencn am Missouri, u. die Ge-sträuche u. lichten Gehölze, welche in Len dem Wende-kreise näher gelegenen Provinzen der La-Plata-Länderanftretcn, den Chaparals oder Mezqnite-Gebllschenvon Texas n. Nen-Mexico. Hier ist die Art derVertheilung der Feuchtigkeit das Entscheidende: diemeisten Niederschläge erfolgen in Form von plötz-lichen Gewittergüssen, während die Luft zu anderenZeiten ungemein trocken ist; dazu werden reichenächtliche Thaubildnngen beobachtet; doch kommenauch lange Perioden der Dürre vor, da die Ge-witter oft Jahre lang ausbleiben. Daher dergänzliche Mangel, oder die spärliche Vertheilungder Holzgewächse. Dennoch steht das Klima alleindem Baumwnchse nicht entgegen, wie es in LenPrärien u. den Steppen der Alten Welt der Fallist. In Uruguay ist überall Baumcultnr möglich;in den Pampas von Buenos-Ayres wird der Pfir-sich gezogen, um Holz zu gewinnen; sogar diedürre Landschaft von Mendoza hat sich seit Anfangdieses Jahrh. durch Anpflanzungen italienischerPappeln so nmgcwandelt, baß sic aus der Ferneeine große Waldung Larstellt. Träte dereinst Lurch,fortgesetzte Anpflanzung eine allgemeinere Bewald-ung ein, dann würde sich das Klima zweifelsohneändern u. die Bedingung für den Ackerbau bessernin einem Lande, welches jetzt nur der Viehzuchtdient. Das Pampasgebict zerfällt in 3 Zonen: indie innere, nordwestliche Chanarsteppe, die eigent-lichen Pampas, n. die südlichen Ebenen von Pa-tagonien. Die Chanarsteppe ist arm an Gras-wuchs u. großentheils bewachsen mit niedrigemGebüsch, namentlich dem Chanar-Strauche, einerAkazie (LspinUIo) n. Cactnspflanzcn. Am Fußeder Anden umschließt sie salzhaltige Niederungen,die argentinischen Salinas, wo nur wenige Salz-pflanzen auskommen. Die eigentlichen Pampassind Grasebenen, in welchen nur die Flüsse vonniedrigem Uferwalde nmsäumt find. EinheimischeStauden u. Kräuter fehlen ganz, dagegen habensich einige ans Slldenropa eingewanderte Pflan-zen, Disteln n. Fenchel, unendlich vermehrt; ja dieArtischokendistel hat auf viele Qnadratmeilcn denGraswuchs völlig verdrängt u. bildet so undurch-dringliche, über mannshohe Dickichte, daß, solangediese in voller Vegetation stehen, gewisse Land-striche gegen die Ranbzüge der Indianer aus demChaco gesichert werden. Wo am patagonischenColorado u. Rio Negro die Grassteppe aufhört,beginnt sofort, ans Trümmergesteinen, ein zerstreu-tes niedriges Dorngebüsch, bis schließlich auchdieses selten wird und der von heißer Luft bestri-chene, trockene Boden nur einzelne Büschel einesharten braunen Grases ernährt. Eine kleine Akazie,welche allein u. einsam in der Nähe des RioNegro sich findet, ist für die Eingeborenen eineso merkwürdige Erscheinung, daß sie als Heilig-thnin verehrt wird.
Das chilenische Übergangs-Gebiet, die nörd-lichen u. mittleren Provinzen Chiles, besitzt einähnliches Klima, wie das Mittelmeergebiet; doch