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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Amerika

hochstämmigen Lanbhölzern gesellen sich Farnbäumc,baumartige Lilien, zahlreiche Lianen, darunter dieSarsaparille u. die Vanille, blüthenrciche Orchi-deen in größter Mannigfaltigkeit, namentlich auchBroineliaceen, mit ihrer Krone, der Ananas.Die tropischen Cnltnren des Kaffes, Pisangs n.Zuckerrohrs finden hier ihre Höhengrenze. Denschneidendsten Gegensatz zu dieser Fülle bietetJucatan, eine flache, steinige, heiße Savanne,welche nur durch ihre Campechewälder einigeBedeutung besitzt.' Die südlich davon gelegeneMosqnitoküste mit ihren Mahagoniholz liefern-den Wäldern bildet den Übergang znm cisäqua-torialen Süd-A. Das Hochland des tropischenMexico hat ein äußerst gleichmäßiges Klima miteiner etwa dem Sommer von Paris entspre-chenden Wärme. In seinem Vegetationscharaktcr,seinen Agaven, dornigen Mimosen n. Cactnspflan-zen nähert es sich den südlichen Prärien, doch ge-stattet es vielfach die Cultur des Ölbanmes, derMaulbeere, der Rebe, namentlich auch der denPnlqne liefernden Agaven <dcs Magncy). DieWälder bestehen vorwiegend aus Eichen u. Na-delhölzern. Die Abdachung Mexicos nach demGroßen Ocean, diepacifische Zone, ist wenigereinfachgebaut, als die schmale Golfzone: bereits Humboldtunterschied in ihr 4 große, terrassenförmig geordneteLängsthäler. Der Reichthum ihrer Flora stehtgegen den der Golfzonc zurück, da ein geringeresMaß von Feuchtigkeit den Boden benetzt, doch wirdhier das Meeresnfer - unmittelbar von einem tro-pischen Walde nmsänmt, der Blauholz liefert u.Cocospalmen birgt.

Durch Meeresströmungen vom Continent ge-trennt, bildet Westindien ein eigenes Florengebiet.Dem zweimaligen Zenithstande der Sonne folgenjedesmalige Regenzeiten, welche Westindien zueinem bis auf die Berggipfel bewaldeten Archipelgestalten. Freilich ist die heutige Vegetation eineandere, als ehedem. Zur Zeit seiner Entdeckungwar fast ganz Jamaica nur mit Mahagonibäumen,n. mit Ccdrelen bedeckt, Mais war einzige Cultur-Pflanze; in der Folge verschwanden aber an der Küstedie Wälder; Zuckerrohr wurde das Hanpterzengnißder unteren Region, u. im Gebirge entstanden dieKaffeplantagcn. Seit Freilassung der Sklaven tratviel Weideland an Stelle jener Cnltnren, dochsind auch diese Weidegrllnde durch Einführung desGuinea- u. des Paragrases verändert worden. Juden Wäldern finden sich die Vegetationsformen destropischen A. vollständig vereinigt, dazu in man-nigfachster Mischung der Familien.

Das Gebiet des cisäquatorialen Süd-A. (Süd-A. dicsseit des Äquator) beginnt bei der großenDepression der Audeskctte im Isthmus von Pa-nama u. erstreckt sich südlich bis zu dem äquato-rialen Waldgürtel des Aniazonenstromes (ca. 3°n. Br.), wobei cs nur durch die Anden von Ecua-dor und Neugranada eine Unterbrechung erleidet.Dichte Wälder bedecken die Küsten dieses Gebietes,während sich im Innern ches Continents, woWälder u. Gebirgsketten den Seewinden ihreFeuchtigkeit entzogen haben, die großen Savannenvon Guiana n. die unermeßlichen, von reichsterThierwelt belebten Llanos von Venezuela erstrecken,entsprechend einem schroffen Gegensätze trockener n.

(Flora).

nasser Jahreszeiten. Jene Wälder, welche nament-lich auch die Ufer der großen Ströme umkleiden,sind meist immergrün, arm an Nadelhölzern, reichan Palmen n. ausgezeichnet durch Passionsblumen,Pfcffergewächse, Elfenbeinnuß, Knhbanm, Hnt-palme. Die Savannen sind Grasflnren, geziertmit spärlichem Banmwuchse; im Frühling gleichensie nordischen Wicscnteppichen, herrlich geziert mitbuntesten Blumen, im Herbste dagegen reifen, abersehr dünn gesäetcn Getreidefeldern, bis der Ein-tritt der Regenzeit aufs Neue Grün u. Blumenhcrvorrnft. Die Llanos endlich sind oft ganz banm-lccre Grasebencn, jetzt dürre Wüsten, bald aberüberschwemmt von unendlichem Regen.

Die Gleichmäßigkeit der tropischen Wärme u.der stete Zufluß von Feuchtigkeit hat an den Sei-ten des Amazonas u. seiner Nachbarn ein Wald-gebiet hervorgcrnfeu, welchem Humboldt den Na-men Hyläa gegeben hat. Im Hauptstrom über-trifft der höchste Wafferstand den niedrigsten um1317 m, u. da die Uferlandschaftcn völlig flachsind, wird der Wald alljährlich zu beiden Seitendes Stromes 45 geogr. Meilen weit überfluthet,so daß hier die Wälder Monate lang 313 mtief unter Wasser stehen (Formation des Jgapo).Mimosen, Lorbcergewächse und Feigenbäume, un-termischt und überragt von zahlreichen prächti-gen Palmen, worunter die Mauritinspalme (Urm-ritia üsxncwa), sind die Hauptvertreter des Jgapo,dem holzige Lianen fehlen. Außerhalb der Übcr-schwcnmmngsgrenzen findet sich der Etc- oderGuaxu-Wald. In ihm herrscht die düster ge-färbte Lorbeerform, mit der Parannßpflanze (8sr-ilioUobia) vor; starke Lianen ranken überall. DieWälder am Rio Negro unterscheiden sich von denenam Amazonas durch Seltenheit der Palmen u.Lianen. Die natürlichen Erzeugnisse aller dieserWälder sind unermeßlich: Paranüsse, Kautschuk,Cacao, Vanille, Sarsaparille; dazu kostbare Hölzer,Pflanzenfasern u. Arzncigewächse mannigfachsterArt.

Im S. der Hyläa dehnt sich das brasilianischeGebiet aus. Längs der ganzen SKüste erstrecktsich eine bis zu 2000 m gehobene, granitische Ge-birgskette, die Serra do Mar, welche ihre Abhängedem Passatwinde entgcgcnstreckt u. so bedeutendeFeuchtigkeit ansammelt. Urwälder bedecken dieseStriche. Dann folgt im Innern ein weites, Thon-schiefer führendes Tafelland. Diesem wird durchdie Serra do Mar der atlantische Wasserdampfentzogen, u. überall, wo nicht fließendes Wasser-ader Sümpfe den Boden tränken, herrschen daherhier die Savannen, welche in Brasilien Camposgenannt werden. Hier zaubert in dem südhcmi-sphärischen Sommer die Regenzeit ein Pflanzeu-leben hervor, während die trockene Jahreszeit voneinem Winterschlafe der Pflanzen begleitet ist, wiedies sich namentlich in den weit verbreiteten Savanncnwäldern, den Catingas, zeigt. Die CampoSzerfallen naturgemäß in ein nördliches Flachland,ein mittleres Tafelland u. südliche Landschaftenjenseit des Wendekreises. In den nördl. gelegenenCampos herrschen, wie in den Llanos diesseit desÄquators, die Savannengräser mit ihren unge-gcschlossenen Rasen; zwischen ihnen erheben sicheinzelne Säulencactns-Stämme. Auf dein Tafel-

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