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Amerika
Waldzone ganz Nordamerika; eine Linie, welchevon der Mündung des Oregon nach dem Wini-Pcg-See sich nach N. wendet, von da plötzlich nachS. nmbiegt n> an den Mündungen des Mississippiendigt, grenzt sie nach den südlichen Gebieten ab.In diesem Waldgebiete ist cs unter gleichen Pa-rallelkreisen kälter, als in der Alten Welt. Sobeträgt die Jahreswärme in New - Fort unter41 " X Br 10,5" 6., n. jene von Brüssel unter51 " n. Br. 10,4" 6.; dieser Unterschied von10 Breitengraden gleicht sich indessen nach S. hinmehr u. mehr aus, während er nach N. zu nochwächst. Auch nimmt die Wärme nach dt. zu raschab, weil die kalten Gewässer der Polarmcerc durchdie seichte Bcringsstraßc n. in der Hndsonsbai kei-nen genügenden Abfluß haben. So findet manin New-'ljork den Sommer Roms n. den WinterKopenhagens, in Quebec die Sommerwärme vonParis u. die Wintcrkälic von Petersburg. Diesewechselnden Sommer- u. Wintcrtcmperatnrcn be-stimmen den pflanzlichen Charakter. — Den Nord-gürtel umfaßt das Gebiet der weißen Tanne, welchein Amerika die Fichte der östlichen Hemisphärevertritt. Nadelwälder, ans Bäumen von oft un-gewöhnlicher Größe, untermischt mit wenig Laub-hölzern, vermitteln, als Zone der Oregon-Tannen,den Übergang zur Zone der Laubhölzer mit perio-discher Betäubung. Bon den entsprechenden Eichen-und den Bnchenzonen Europas unterscheiden sichdiese Wälder durch die größere Mannigfaltigkeitihrer Eichen, durch ihre Ulmen, Eschen u. Ahorne.Die Waldzouc der südlichen Staaten wird, wie inSüdeuropa, charakterisier durch immergrüne Lanb-holzbänme, denen sich Vertreter tropischer Familienbeimischcn. Durch ihre feuchten Sommer erinnerndiese Staaten an China u. übertreffen so an Pro-dnctionsfähigkeit in Baumwolle, Reis, Zucker-rohr Europa beträchtlich. Doch gehen diese Vor-züge theilweise wieder verloren Lurch die öde Be-schaffenheit des sandigen u. sumpfigen Bodens vonLouisiana bis Virgiuicn, welche die langnadcligcKiefer (kinns arwdralis) bewaldet, n. durch diefast unzugänglichen morastigen 'Niederungen an derKüste des Atlantischen Occans. Die meisteneuropäischen Culturgewächse gedeihen in Nord-A.Doch ist der Tcmpcratnrwechsel tropischen Gewäch-sen, z. B. der Orange, oft nachthcilig. Inter-essant ist, daß der Mais bis zu höheren Breitenangebaut wird, als in Europa, während der Wein-stock nur vereinzelt mit Erfolg cnltivirt werdenkonnte. — Den noch übrigen Theil Nord-A-s, bisznm Wendekreise des Krebses, bedecken das kali-fornische Pflanzengebkct u. die Prärien.
Die Prärien, die Steppen Nord-A-s, sind baum-lose Ebenen, in denen auf die strenge Winterkälteeine sehr kurze, von vorübergehenden Regen cin-gelcitete Vegetationsperiode u. ein dürrer, regen-loser Sommer folgen. Ursache der Sommerdürreist die Trockenheit der vorherrschend westlichen,pacifischen Windströme; diese selbst aber ist Folgedavon, daß die kalifornischen Küstenketten u. dieRocky Mountains den Winden ihre Feuchtigkeitentziehen. Die hier sich sammelnden Wassermassenspeisen zwar große Ströme, welche die Präriendurchziehen, aber die oft gewaltigen Wasserläufe,die Zuflüsse des Mississippi, des Colorado, des
(Flora).
Rio Grande dcl Norte dienen der Bodenbcwässer-ung nur wenig, weil sie sich tief in das Land ein-gcschnitten haben, oft so tief, daß in den Schluch-ten (oanons) kein urbarer Thalbodcn übrig bleibt,bisweilen nicht einmal Banmwnchs die Strömebegleiten kann. Den nordwestlichen Theil des
Gebietes bedeckt eine nmvirthbare Salzwüste,deren Boden oft völlig nackt ist, oder eine Vege-tation zeigt, welche fast nur aus zerstreut wachsen-den Gänsefuß- und geselligen Beifnßgewächsenbesteht. Doch gibt es auch hier und dort vonder allgemeinen Öde ansgesonderte Oasen, unterdenen die der Mormonen von Utah die bedeutendstezu sein scheint. Im Gegensätze zu der Salzwüsteist der nordöstliche Theil des Gebietes eine eigent-liche Grassteppe, die Heimath des Bisons, währendim S. Agaven u. Liliaceenbänme (istnoea) pran-gen u. die Cactuspslanzen den höchsten Reichthnmihrer Bildung entfalten. Die seltenen Bäume n.Stränchcr, welche sich an Ufern u. Gebirgsabhän-gen hin n. wieder finden, sind meist vom Wald-gebiete aus eingewandert. Charakteristisch sind nochMimoscngesträuche (krosopw), welche für sich alleindie Formation der Mezgnite, mit anderen Dorn-stränchern vermischt die der Chapärals bilden.
In dem kalifornischen Gebiete bedingen dieGleichmäßigkeit der Temperatur (Sommer undWinter diffcriren oft nur um wenige Grade) n.ein regelmäßiger Wechsel einer feuchten, kälterenu. einer regenlosen, sommerlichen Zeit den Cha-rakter dieses vom reinsten Secklima beherrschtenKüstenlandes. Durch die Milde u. kurze Dauerdes Winters bevorzugt, durch den regenlosen Som-mer vom Waldgcbiete jenscit des Oregon n.durch das der Entwickelung vonBanmsormen nöthigeZeitmaß der Vegetationsperiode von den Präriengeschieden, gleicht Californicn dem europäischenMittelmcergebiete, wiewol dessen Wärme nicht er-reicht wird. Hier hat der europäische WeinbauWurzel geschlagen, Feige, Pfirsich und andereFrüchte reifen zu seltener Vollkommenheit, Cerealienu. Fnttergewächsc liefern stellenweise außerordent-liche Erträge. Ungewöhnlich gesteigert erscheintaber die Vegetationskrafr in dem Mammnthbamne(Loguoia o'iMiwgz,), der größten Conifere der Erde,deren Höhe an die der höchsten menschlichen Bau-werke hinanreicht. Andere riesenhafte, wenn auchminder große Nadelhölzer, Lanbhölzer in immer-grünem Schmucke, Eichen, Linden, Eschen u. Wei-den, Sträncher von Oleander-, Myrten- u. Haide-krautform, sowie zahlreiche Standen n. Mattenbildende Gräser vollenden die oft partähnliche Floradieses kleinen, aber ausgezeichneten Gebietes.
Das mexikanische Gebiet zerfällt nach seiner Er-hebung über den Meeresspiegel in 3 Zonen: dieGolfzone, die Zone des mexikanischen Hochlandesu. die pacifische Zone. — Die Golfzone, ein schma-les Küstengebiet, erhebt sich über dem dürrenKüstensaume in sanft geneigten Grassavannen,welche zuweilen von Waldungen, selbst reinen Pal-menbeständen unterbrochen sind. Eine viel reichereVegetation tropischer Gewächse erfüllt die feuchterenSchluchten, die Barrancas, welche in die Vulkanevon allen Seiten einschneiden. Den oberen Ab-schnitt der tropischen Region bedecken feuchte Ge-birgswälder mit immergrüner Belaubung. Zu