Druckschrift 
Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
542
Einzelbild herunterladen
 

542

Amerika (Bewässerung).

Llanos, meist im N theils bewaldete Ebenen,welche die Region zu beiden Seiten des Guaviarieinnchmen; letztere, hier und da hügelig undauch felsig, sind mit hohen Bäumen und un-durchdringlichem Unterholze bedeckt. In Nord-A.nehmen die Ebenen, die hier häufig Savannen oderPrärien, d. h. unabsehbare Grasflächen, bilden,fast die Hälfte des Continents ein. Von der Ost-seite der Alleghanies erstreckt sich bis zum Atlan-tischen Ocean'die atlantische Kiistcncbene, die, wel-lenförmig gestaltet, im S. am fruchtbarsten ist,aber da auch sumpfige Küstenstriche u. Sandflä-chcn, namentlich in Florida, enthält, während sieim N. wenig Culturboden einschließt. Da, wo we-der Sumpf, noch Sand vorhanden ist, freilich ver-hältnißinäßig seltene Stellen, baut man Baum-wolle u. Mais; in den Niederungen von Carolinan. Georgia, die der Meeresfluth zugänglich sind,wird Reis cultivirt. Die mittlere Ebene Nord-A-s breitet sich zwischen den Felsengebirgen undden Alleghanies ans, erstreckt sich von 2470" n.Br. u. umfaßt 8H^ Mill. sie besteht aus der

Mississippi-Ebene u. der arktischen Fels- n. Seen-platte. Erstere hängt im S. mit der atlantischenKüstcncbene zusammen und steigt nach den Cor-dilleren hin allmählich bis 650960 m auf; diesist der höher gelegene Theil der Platte, der im N,von ungeheuren Savannen, zwischen Arkansas n.Nebraska aber von Sand- n. Gcröllwüstcn erfülltwird, wobei ihn weit ausgedehnte Hochebenen durch-ziehen. Im Qucllgebiete des Red River liegt derLlano Estacado (d. h. die abgesteckte Ebene), diebedeutendste der großen Tasclflächen (oder Mesas)jener Gegend, eine schreckliche Wüste v. 8200 Hstcnibei einer Mittelhöhe v. 1460 m, die des Jah-res wasserlos ist u. nur durchzogen werden kannin der Richtung, welche durch eingcpflanzte Pfählebezeichnet ist. Gegen das südöstl. gelegene Tief-land fallen diese Gegenden in terrassenförmigenStufen, worunter die gegen 324 m hohen Hügelder Sierra de Texas u. des Ozarkgebirgcs, all-mählich ab. Der gesammte Raum zwischen dieserHügelzone und dem W. der Alleghanies bis ge-gen den Eriesee hin, nur in der Ohiomündnngdurch das Thal des Mississippi unterbrochen, heißtdie rollende Prärie. Sie ist zusammengesetzt ansmäßig hohen, wellenförmigen Hügeln, welche theilsreichen Graswuchs, theils (in den Ohiogegenden)dichte Wälder tragen. Weniger bekannt ist diearktische Fels- und Seenplatte, die an Areal dieHälfte der Größe Europas einnimmt und durcheinen wenig bedeckten Fclsbodcn, großen Seen-reichthum, Sumpf-, Moos- u. Grasboden, endlichdurch geringen Waldwnchs über den 60. Brcite-grad hinaus charakterisirt ist. Ihre Flüsse sindmeist kurz u. reich an mächtigen Wasserfällen undStromengen, die Seen häufig salzig. Die Grenzezwischen ihr u. der mittleren Ebene läßt sich durchdie Wasserscheide zwischen den Flüssen des Eis-meeres, der Hudsousbai und der zum Mississippigehenden Gewässer bezeichnen, die etwa unter 49°n. Br. liegt; weiterhin sind ostwärts beide durcheine Depression getrennt, in welcher die kanadi-schen Seen liegen, die ihr Wasser durch den St.-Lorenzo-Strom dem Atlant. Ocean zusenden.

6. Bewässerung. Den großartigen horizon-

talen u. vertikalen Gliederungen A-s entsprechenebenso großartige hydrographische Verhältnisse. Die-selben lassen sich in zwei Kategorien theilen: insolche, die der Tiefebene, und solche, die der Hoch-ebene angehörcn. Letztere beschränken sich fast aus-schließlich auf Nord-A. u. sind charakterisirt durchreiche n. zum Theil außerordentlich große Seen-bildung. Dieser Gruppe gehören an: a) Im Ge-biete des Nördlichen Eismeeres 1) der Mackenzie,der, im Felsengcbirge unter dem Namen Athabascaentspringend, den Athabascasee bildet, diesen unterdem Namen Sklavcnfluß verläßt, den Großen Skla-vcnsee durchfließt u. dann den Abfluß des GroßenBärensees aufuimmt; 2) der Kupfcrminenfluß, derAbfluß des Rothfelseusees; 3) der Churchill oderMissinippi, der, aus dem Methyesee entspringend,durch den Büffel-, La-Crosse- u. Nelsonsee fließt;4) der Nelson oder Saskatschawan, dessen Quelle»im Felsengebirge liegen u. der den Großen Wiui-pegsee durchfließt, b) Im Gebiete des AtlantischenOceans der St.-Lcwcnzostrom, der Abfluß derfünf canadischen Seen, die, eine Fläche von nahezu275,000 ssHIcm bedeckend, durch Stromschnellcn u.Katarakte verbunden u. stufenförmig in folgenderWeise gelagert sind: der Obere-See 191 m, derMichigan- u. Huronsee 181 m, der Eriesee 172 w,der Ontariosee 71 m ü. d. M. Von den sie ver-bindenden Kanälen ist nur der Michillimakiuakzwischen dem Huron- und Michigansee schiffbar.Zwischen dem Huron- u. Eriesee bildet die Ver-bindung der von erstcrem abflicßende St.-Clair-Fluß, welcher in den gleichnamigen See geht, ausdein der Detroitflnß in den Eriesee leitet; die Un-tiefen des letzteren sind ein großes Hindcrniß fürdie Schifffahrt. Die Verbindung zwischen Erie-u. Ontariosee ist der Niagaraflnß, der etwa in derMitte seines Laufes die berühmten 40 m hohenNiagarafälle bildet; über den Fluß führt inkurzer Entfernung davon eine für Fuhrwerkepassirbare Hängebrücke von nahezu 60 m Höhe.Der Outariosec entsendet endlich den St. Lorenzo-Strom. Alle diese Flüsse bieten mit Ausnahmedes letztgenannten für die Schifffahrt wenig Vor-thcil, theils weil sie unwirthlichen Gegenden an-gehören, theils weil ihr Lauf durch zahlreiche Ka-tarakte u. Stromschncllen unterbrochen ist.

Die zweite Gruppe begreift diejenigen Flussedes Continents, die, den Hochgebirgen ent-springend, in den unermeßlichen Ebenen desselbenjene Entwickelung gewinnen, die von keiner anderender Erde an Großartigkeit u. Wasserreichthnm er-reicht wird. Sie gehören alle dem Gebiete desAtlantischen Oceans an. In Nord-A. ist nur zunennen: der Mississippi, dessen wahrer Qncllstroiuder viel bedeutendere Missouri ist, u. der durch dieausgedehnte Schiffbarkeit seiner Wasserstraße undseiner Nebenflüsse, besonders des Ohio, zu Lenwichtigsten Strömen der Erde gehört u. in dieserHinsicht thatsächlich auch den ersten Rang eiuuiuuut.Süd-A. gehören in dieser Hinsicht an: der Ama-zoncnstrom, der nicht nur der mächtigste Stromder Erde, sondern auch derjenige ist, der mit sei-nen Nebenflüssen die längste schiffbare Straßebietet; als würdiger Nebenbuhler folgt der ausder Vereinigung des Parana und Uruguay ge-bildete La Plata, während der Orinoco, obwol