Amerika (Bodengestaltung).
selbstständiges Gebirg. Dieses besteht aus einerdoppelten Kette mit schmalen, reich bewaldeten Län-acnthälern in der Mitte u. hat nach beiden Occanengleich steilen Abfall; Plateanlandschaften, Terrassen-u. Stufenbildungen fehlen ebenso, wie die Vulcane,gänzlich; die mittlere Kammhöhe beträgt zwischen600 u. 800, weiter westwärts nur mehr 450 m.Das mittelamcrikanische Gebirgssystem beginnt imNordwesten der Landenge von Panama in steilenAnsteignngen mit den Cordilleren von Guatemala,hat eine Länge von 1500 km bei einer mittlerenBreite von 120 km n. einer mittleren Kammhöhevon etwa 2000 m, über welche sich die höchstenBerge bis gegen 4500 m erheben, u. ist durch dasOuerthal des Sau-Juan-Flusscs in zwei zusammen-gehörige Glieder getrennt. Hier finden sich wiederviele thätige u. erloschene Vulcane u. fast überallparallele Doppelketten. Im N. schließt diese Cor-dillere mit der Einsenkung von Tehnantcpec, jcn-seit welcher die Cordilleren von Mexico folgen,die bei einer Länge von 2000 km u. einer mitt-leren Breite von mehr als 600 km das ganzebene Plateau von Anahnac u. Ren-Spanien zwi-^scheu sich fassen, welches wieder von niedrigenLandrücken in verschiedene Ebenen getheilt wird.Eine Reihe von 14 Vnlcanen, davon sechs nochthätige, durchsetzen das Plateau von W. n. O.;der höchste, zugleich prachtvollste derselben ist der5450 m hohe Orizaba oder Citlaltepetl, d. h. derSternberg. Die östliche Kette des Plateaus vonMexico ist die filberreiche Sierra Madre. Von ihrist die östliche Hanptkette der Rocky Mountains(Felscngcbirge) durch die Hochebene des Rio Gilascharf getrennt. Diese Hanptkette beginnt u. 36°n. Br. u. reicht, wenn auch unter verschiedenenNamen, bis gegen die Polarküste A-s; die west-liche Hanptkette, Sierra Nevada, nimmt ihren An-fang mit dem Cap Lncas auf der Halbinsel Alt-californien, zieht, meist der Küste genähert, biszur Halbinsel Alaska n. trägt im nördlichsten Ab-schnitt die Vulcane Schönwctterbcrg 4484 m u.Eliasberg 4563 m, die beide noch vor Kurzemthälig waren. Nach NW. setzt das Gebirgssystembis jenseit des Polarkreises sich fort, u. zwar, wiecs scheint, als eine continuirliche Kette, vielleichtmit unbedeutenden Unterbrechungen, die den Na-men Chippeway - Gebirg trägt. In 52° n. Br.kommen noch Berge von über 5100 m vor (MountHooker u. Mount Brown). Zwischen der Küsten-kette n. dem Felsengebirge breitet sich durch 10Breitegrade eine dürre n. an Salzseen reiche Hoch-ebene, das große Becken genannt, aus, das dengroßen Salzsee enthält. Näheres unter RockyMountains.
Jsolirte Gebirgssysteme finden sich in Südame-rika vier; das umfangreichste bildet das Gebirgs-land von Brasilien, welches mit keinem der übrigenin Verbindung steht, fast den vierten Theil Süd-A-s bedeckt, aber zu ^5 ans Hügelland besteht.Dem Ganzen liegt ein Plateauland zu Grunde,auf welchem mehrere, meist der atlantischen Küsteparallel ziehende, oder auch in querer Richtungstreichende Bergketten, wie Serra do Mar, SerraMantiqneira (in ihr der höchste Gipfel Brasiliens,der Pico dos Orgaos sOrgelpiks mit 2372 m),mehr nördlich die Serra da Malta da Corda. Die
Wasserscheide zwischen dem Amazonenstrom u. demParana bildet die Serra dos Verteiltes. (Näheresunter den einzelnen Namen.) Das zweite isolirteGebirgssystem, das Hochland von Gniana oder dieSierra Parima, zwischen dem Amazonenstrom, deinOrinoco u. dem Meere, besteht aus einem nicht sehrhohen Plateau, auf dem viele, theilweise paralleleKetten liegeil, welche durch vegctations-, nainentl.waldreiche Längenthäler getrennt sind u. nach W.Allmählich an Höhe zunehmen. Höchster Gipfel derMaravaca über 2560 m. Als drittes isolirtes Ge-birg Süd-A-s erscheint das Küstengebirg vonVenezuela, das mit den Ostcordilleren von Co-lumbia mittels Hochebenen einen Zusammenhanghat und ans zwei der Küste parallelen Zügenbesteht, die steil nach N-, sanft nach S. abfallen;höchste Erhebung der Pic v. Nirguata mit 2800 m.Die Sierra de Santa Marta, die vierte isolirte,zugleich kleinste Gebirgsgruppe, zwischen der Münd-ung des Magdalenensiroms u. dein Maracaibo-golf, erhebt sich bis zu 5830 in. Zwischen Süd-u. Nord-A. bilden die Inseln des amerikanischenMittelmeeres ebenfalls hervorragende Theile einesin seinen niedrigsten Theilen vom Meere bedecktenGebirges, dessen höchste Spitze der Pic von Uagueauf Hayti (2955 m) ist. In Nord-A. findet sichnur ein gesondertes Gebirg, die Appalachen oderAlleghanies, deren höchste Erhebung etwas über2000 m beträgt.
Wie bereits angedentet, breiten sich vom Ostfußedes Systems der Cordilleren Ebenen, Pampasu. Llanos (Ljanos) in Süd-, Prärien in Nord-A.genannt, von Patagoniens Südspitze an bis znden polaren Gegenden aus, die meist den Cha-rakter der Tiefebene tragen und sich durch einenunermeßlichen Vegetationsreichthum anszeichnen.In Süd-A. erscheinen nur die Ebenen von Pata-gonien durchaus pflanzenarm; die mit Trümmer-gestein überdeckten Flächen nähren nur verkrüppelteu. zwerghafte Pflanzen. Ähnlich verhält es sichmit den südlichen Gegenden der Pampas des LaPlata, die jedoch weiter nordwärts, wo der Bo-den durch die übertretenden Flüsse Befeuchtung er-hält, außerordentliche Fruchtbarkeit zeigen, von derüppigsten Vegetation bedeckt sind u. an den Ufernder Ströme Bäume von seltener Größe tragen;Die Ebene vonTucuman, westlich vom Rio Salado,zeichnet sich besonders durch Fruchtbarkeit ans,während die westwärts davon gelegene, bis zumFuße der Anden hin sich erstreckende Salzsteppe LasSalinas außer Salz n. Salzpflanzen fast Nichtserzeugt; sie liegt kaum 70 m ü. d. M. Diegrößten der südamerikanischen Ebenen bilden dieLlanos u. Wälder (Selvas) des Amazonenstroms,ihr Flächeninhalt beträgt '/g von dem Europas,wovon 2/7 Wald sein mag; sic ziehen sich in einerBreite von 550 bis 1300 km 2960 km weit amStrome hin. Von besonderem Interesse sind hierdie Urwälder, die Burmeister (Der brasilianischeUrwald) schön geschildert hat. Die höheren Zwi-schenräume zwischen den Strömen heißen Campos,sie sind in der Regel waldlos und goldreich; diehöchste Erhebung, östlich von den Anden von Loja,beträgt nur 370 m. Im Norden reihen sich dieLlanos des Orinoco an, deren Fläche man bis zu400,000 Hjkm schätzt; sie sind theils baumlose