Amerika (Geographie).
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I
Nordwest-A.; 1804 drangen Lewis in Clarke nachW. bis zuni Großen Ocean u. bereisten den Co-lumbiastrom mit seinen Zuflüssen; Kotzcbne ent-deckte 1815—18 den nach ihm benannten Sund;Franklin durchzog 1810—22 mit Richardson, Hoodund Back den NW. bis zum Eismeere; School-craft entdeckte 1820 die Quellen des Mississippi;Long drang 1810—20 am Missouri auswärts bisnach den Rocky Mountains; der Herzog Bernhardvon Weimar durchforschte 1825 — 20 die Verein.Staaten; Washington Irving bot seit 1835 Nach-richten über die westlich wohnenden Indianer;v. Wrangel bereiste 1839 das russische Nord-A.;Nicollet drang 1838—39 mit Fremont nach demoberen Mississippi vor; Letzterer unternahm 1842seine erste Reise nach dem Westen, erforschte denSüdpaß in dem Felsengebirge, erstieg das Wind-rivergebirg, in welchem die größten nordamcrika-nischen Ströme ihr Quellgebiet haben, untersuchte1843 das Utahbecken zwischen den Rocky Moun-tains n. der Sierra Nevada u. stieg über letzteresnach Californien hinab. Auf der 1845 unternom-menen dritten Reise nahm er 1846 Besitz vonCalifornien für die Verein. Staaten. 1840 u. 1847bereiste A. Wisliceuius das nördliche Mexico (Nein,vk a Dour to kflortRsrn Nsrioo, Wash. 1848;deutsch von G. M. von Roß, Brannschw. 1850).Die Entdeckung der Goldlagcr in Californien 1848führte außer den Göldgräberschaarcu auch eineMenge Forschungsrciscndc nach diesen Gegenden;außerdem wurden sie unter der Dircction vonI. D. Whitney durch eine Commission geologischausgenommen. Stansbnry wandcrte 1849 zumUtah-See; Möllhausen stellte Untersuchungen überdie Indianer in Oregon an; Capitän Marcy ent-deckte 1852 die lange vergeblich gesuchten Quellendes Red River; Frömout unternahm eine vierteReise nach dem Westen; Bartlctt u. Gray unter-suchten 1849 — 53 Texas, Nenmexico u. Califor-nien (Reisebeschreibnng, New-Dork 1854, 2 Bde.);Moore, Goddart u. Ebbets drangen 1853 vonCalifornien aus in die Sierra Nevada. Wahrhaftepochemachend für den nordamerikanischen Westenwar der von 1864—69 ausgeführte Bau der Pa-cific-Eisenbahn. Die Regierung der Verein. Staatenbeorderte seitdem eine Menge von Reisenden n.Commissionen zur Erforschung der noch unbekann-ten Gegenden, so 1871 eine Expedition zur topo-graphischen, geologischen u. ethnographischen Er-forschung von Nevada und Arizona. Die RockyMountains wurden untersucht 1869 von Whitney,1870 von Professor Haydcn, der 1871 auch dasbereits vom General Washburne beschriebene vul-kanische Wunderland am oberen Vcllowstone (Ne-benfluß des Mississippi) bereiste. Major Powellbefuhr 1870 — 71 die großen Canons des GreenRiver u. Colorado, während das nördlicher gele-gene Alaska durch Pinard u. Dall untersucht wurde.Die projectirte n. bereits begonnene British PacificRailroad, die von Montreal in Canada nach Bri-tijch-Columbia den Continent in einer Länge von4400 lcm von O. nach W. durchschneiden wird,stellt eine neue Serie großartiger Aufschlüsse inAussicht. Für die Kcnntniß der zu A. gehören-den Nordpolarländer sind die Nordpolarexpedi-tivnen besonders förderlich gewesen. Obwol A.
der jüngst entdeckte Erdtheil, so ist er doch nächstEuropa der am meisten bekannte, ein Umstand,der nächst dem Productcnreichthum desselben, derMenge u. beispiellosen Ausdehnung seiner schiffba-ren Flüsse, seinen Eisenbahnen, seinen Tclegraphen-linicn u. der zum Thcil außerordentlichen Betrieb-samkeit seiner Bewohner zuzuschreibcn ist.
II. Geographie. L.. Lage, Grenzen u.allgemeine Verhältnisse. A. begreift das Fest-land der westlichen Halbkugel, mit den darumlic-gendcn Inseln, grenzt südl. an die Scheideliniezwischen dem Atlantischen u. Großen Ocean, vondenen der crstere die OSeite, der letztere die WSeitedes Erdtheils bespült, u. nördl. an das Nördl. Eis-meer. Es reicht von dein nördlichsten Punkte derHalbinsel Boothia Felix u. 73" 54' n. Br. bis zmuCap Froward in nahezu 54" s. Br., daun vomCap Prinz Wales (au der Beringsstraße) 150"w. L. bis zum Cap Branco 17" w. L. von Ferro.Rechnet man aber die Inseln dazu, so befindet sichder südlichste Punkt des Erdtheils, Cap Hoorn, in55" 58' 41" s. Br., während man nach Nordendas Ende noch nicht erreicht hat. A. dehnt sichdemnach von den eisigen Regionen der nörd-lichen Zone bis nahe an die südliche kalte Zoneaus. Die Ausdehnung des Landes von R. nachS. beträgt fast 14,800, die größte Breite südl. vomÄquator 5900 Im, während unter 45" n. Br. diegrößte Ausdehnung von O. nach W. 5000 km be-trägt. Die Küstenlänge am Großen Ocean wirdzu 26,000, am Atlant. Ocean zu 37,000 n. amEismeere zu 5600 üm angegeben. Durch den an derOstseite einbuchtenden Atlantischen Ocean gliedertsich der Continent in Nord- u. Süd-A., welchedurch die schmale Landenge vvn Panama (schmälsteStelle 45 üm) mit einander in Verbindung stehen;jedem dieser beiden Theile liegt die Gestalt einesDreieckes zu Grunde, Lessen Spitze nach S. ge-richtet ist. Nord-A-, mehr gegliedert, als Süd-A.,hat 44,000 kcm Küste, während aus Süd-A. nuretwa 25,000 Icm kommen. Der Flächengehalt vonganz A. beträgt nach den neuesten Berechnungen41 Mill. HZIul (747,680 HjM), wovon auf Nord-ZI. mit Mexico 22,., Mill., Central-A. mir Westin-dien 716,000, aus Süd-A. 18,^ Mill. HZlcm kom-men. An der reicher gegliederten Küste Nord-A-sliegen die Halbinseln Labrador, Neu-Schottland,Maryland-Delaware, Florida, Incatan, Alaskaund Californien, die zusammen ein Areal von1,480,000 >D>cm repräsentircn. Süd-Ä. ist fastohne alle Gliederung, so daß es in dieser HinsichtAfrika u. Australien zu vergleichen ist. Nord-A.bietet bei seiner bedeutenden Küstengliederung aucheine größere Zahl von Meerbusen u. Meerengen,als SüdA., von Lenen allerdings gar manche wegenihrer hohen Breitenlage dem Weltverkehre wenigdienen. Im Nördlichen Eismeere liegen vonW. nachO. der Kotzebuesund zwischen den Caps PrinzWales u. Goloirnin, der Mackenziebusen an derMündung des gleichnamigen Stromes, die Livcr-poolbai, die Franklinsbai, die Coronationsbai ander Mündung des Kupferminenflusses, die Dcase-n. Simpsonstraßc; östlich von Boothia Felix liegtder Boothiagolf, aus welchem nordwärts die Prinz-Regent-Einfahrt zur Barrowstraßen.znm Lancaster-jund u. dadurch zur Baffinsbai u. zur Davisstraße