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Amerika (Entdeck» ngsgeschichte).
sylvanien nieder; seit 1653 hatten die Dänen eineNiederlassung ans den Laraibischen Inseln gegrün-det, u. die Holländer, nachdem sie das 1630 ge-nommene Brasilien 1654 wieder verloren hatten,besetzten 1668 Surinam.
Während die bisherigen Reisen mehr zum Zw eckevon Eroberungen, zur Entdeckung von Handels-wcgen, Erwerbung von Rcichthümern unternom-men worden waren, trat seit Anfang des 18. Jahr-hunderts auch das wissenschaftliche Interesse mitin den Vordergrund. Im südlichen A. reiste derdeutsche Missionär Pater Samuel Fritz, der 1707eine vollständige Karte des Amazonenstroms ent-warf; von 1707 an bereiste der Minorit LouisFcnillb die Antillen, entwarf eine treffliche Kartevom Caraibischen Meere u. bestimmte die geogra-phische Lage der Küsten von Peru u. Chile; de laCondamine nahm mit Bouguer und dem SpanierAntonio Ulloa 1736 in Peru unter dem ÄquatorGradmessnngcn vor u. beschrieb den Amazoncn-strom. Der Spanier Qniroga durchforschte 1746Magclhaensland. In den Jahren 1799 —1804unternahmen Alexander von Humboldt u. AnneBoupland ihre denkwürdige Reise. Nachdem siein Cnmana gelandet waren, untersuchten sieNcn-Andalusien, durchstreiften Venezuela, Neu-Barce-lona n. das spanische Guiana u. durchwandertenbis zum Äquator die Ebenen von Apure, Cala-bozo u. die Llanos, worauf sie den Orinoco u.dessen Verbindung mit dem Rio Ncgro durch denCasiquiarc ermittelten und das Caucathal, denMagdalcnenflnß u. die Kordilleren von Quito u.Peru bereisten, bei welcher Gelegenheit sie 1802den Chimborasso zu einer bisher noch, nicht er-reichten Höhe bestiegen u. dann das Gebiet desAmazonenstroms betraten, von dessen Laufe Hum-boldt eine Karte entwarf. Dann nochmals dieAnden übersteigend, kamen die Reisenden wiedernach Peru, begaben sich nach Mexico u. kehrten1804 über Havana nach Europa zurück. Vgl.A. v. Humboldts Reisen in den Äquinoctialgcgen-dcn des neuen Continents, Stnttg. 1859/60. Inebenfalls gründlicher Weise bereiste Stevenson von1805—1823 Araucanien, Chile,Peru u. Columbia,während Brasilien von Prinz Max von Neuwied1815—17 u. 1817 außerdem von den DeutschenSpix u. Martins u. A. bereist wurde. Der Eng-länder Hippcsley unternahm 1817 eine Fahrt ansdem Orinoco u. Apure; 1819 bereiste CaldoleughPeru u. Chile; die Küsten dieser Länder 1820—22der Capitän Hall; in Columbien forschte 1822Mollien; Schomburgk durchforschte seit 1830Guiana; über Paraguay boten wichtige Auf-schlüsse: Nengger, Sello, Beauchamp, Miers u.Head; Bonssingault bestieg 1833 den Chimborasso;Pohl, namentlich aber 1835 Poppig untersuchtesehr gründlich die Verhältnisse Brasiliens; Darwinu. Descalzi 1839 den Rio Negro. Der deutscheZoolog Burmcister bereiste 1851 einige TheileBrasiliens n. hatte sich 1856 von Neuem nachdiesem Laude begeben n. damit 1857 — 60 eineReise in den La-Plata-Staaten u. Uruguay ver-bunden. Der Amerikaner Gillies untersuchte1849—52 besonders Chile; Mansfield 1852—53die Länder zwischen La Plata u. Ämazonenstrom.Nicht wenig haben auch südamerikanische Regier-
ungen, namentlich die brasilianische, dazu beigctra-gen, über die Beschaffenheit der weiten Länder, ihreProducte, ihre hydrographischen Verhältnisse rc.Kenntniß zu verbreiten. In der neueren Zeitbereisten den südlichen Continent: Ave-Lallemand1858—59; Tschudi Anfang der 60erJahre; Mark-Ham, Agassiz 1865. Eine besonders rege Thätig-keit hat sich seit 1870 knndgegeben. Die Höhcn-verhältnisse u. die Beschaffenheit der Anden u. dieErforschung des Amazoneustroms u. seiner Neben-flüsse war dabei das Hauptziel. In ersteren Re-gionen reisten die Deutschen vr. Stübel, Or. Reiß,Fr. Seybold u. der Chilene Gormaz; in der zweit-gcnannten: A. Glaziou, Prof. Hartt, Chandleß,Dr. Abcndroth n. G. Squier. Sonstige Reisen:in Patagonien Lieutenant Musters, in Brit.-GuianaB. Brown, in der Republik Guatemala Bernoulli.Die Eiseubahnbanten in Chile, Peru, Argentinan. Brasilien haben, obwol noch von keiner großenAusdehnung, nicht verfehlt, das Ihrige zur Landes-kunde beizutragen.
Die mittelamerikanischen Staaten sind besondersgründlich untersucht worden, seitdem der schon vonAlex. v. Humboldt in Berücksichtigung gezogenePlan einer Durchstechung der Landenge von Pa-nama zur Erlangung einer genaueren Kenntniß jener Länder antrieb. Die Alterthümer in jenenLändern untersuchten: Dupaix, Galiudo, Gailha-band, Nebel, Stephens, Squier u. Jefsers, Wal-deck, Normann u. A. Von den Reisenden in Mittel-A. sind neuerer Zeit zu nennen: Franc. Jrias, derden Cocoflnß untersuchte; Pirschel, der 1851—54besonders den Vulcanen von Mexico seine Auf-merksamkeit znwandte; 1854 Mor.Wagncr (der auchin Süd-A. sich längere Zeit wissenschaftlich be-schäftigte) u. Schcrzer, welche umfassende Nach-richten besonders über Costa Rica n. Nicaraguaboten; Trnqui u. Craveri, welche 1855 den Po-pocatepetl untersuchten; Gaspar Sanchez Ochoa,der 1856 an diesem Riesenvulcan ungeheureSchwefellager entdeckte; A. Habel, der 1871 voneiner 7jährigen, der mittelamerikanischcu Ethno-logie, Meteorologie n. Zoologie gewidmeten Reisenach New-Dork zurückkehrte. Die neuesten Reisenstanden außerdem meist mit der Vermessung derinteroceanischen Kanalliuie in Verbindung, die1870—71 ans gemeinsame Kosten der mexicani-schen u. nordamerikanischeu Regierungen ausge-sührt wurden; die Linie würde den Isthmus ineiner Seehöhc von 218 m überschreiten; dasProjcct ist zu 31,636,000 Doll, veranschlagt.
In Nord-N. gingen zahlreiche Reisen mit dermehr n. mehr vorschreitenden Colonisation Handin Hand. 1726 entdeckte Bering die nach ihmbenannte Meerenge zwischen Asien u. A.; Starkeforschte 1766 in Florida; de Pages ging 1767am Mississippi u. Red River aufwärts u. entwarfeine Karte von den noch ganz unbekannten Län-dern; Samuel Hearne drang 1769 nach NW. voru. entdeckte den Knpferminenflnß; Mackenzie kam1789—93 noch 20" weiter nach W. u. gelangtelängs des nach ihm benannten Flusses bis an dasEismeer; Vancouver und Bronghton nahmenvon 1790—95 die WKüste von 30" bis zu 614°n. Br. auf u. entdeckten die Mündung des Co-lumbia. Auch David Wood durchforschte 1793