Amcnemes
werden, während die nach der zweiten u. während derdritten Berathung eingebrachten einer Unterstützungvon 30 Mitgliedern bedürfen. Ebenso müssen A-szu Anträgen, die keine Gesetzentwürfe enthalten,von 30 Mitgliedern unterstützt sein. Werden A-szurückgezogen, so können sie ohne erneuerte Unter-stützung von anderen Mitgliedern wieder ausgenom-men werden. (ZZ 16—18, 21 n. 22 der Gesch.-O.des D. Rchstgs.) In den Ver. Staaten von Nord-amerika darf kein A. vor der zweiten Lesung einesGesetzes eingebracht werden.
Amcnemes, 4 alte Könige von Ägypten dRder XII. Dynastie. Über den blühenden ZustandÄgyptens unter A. II. geben die Bilder im GrabeChnumhotep erschöpfend Aufschluß. A. III. machtesich verdient durch die Wasserbauten des sog. Mö-rissees; auch wird ihm der Ban des sog. Laby-rinths zugeschrieben. Die Negierungszeit dieserKönige fiel etwa 2812—2603. Vgl. Lepsius,Üb. die XII. Königsdynastie, Berl. 1833. Spä-ter wird noch ein A. als König der XIX. Dynastiegenannt (1300—1295 v. Ehr.).
Amenia, St. im nordamerikanischen StaateNew-Dork; 6000 Ew.
Amenie (Amenorrhöe, Med.) bezeichnet dasFehlen der monatlichen Blutung (Menstruation) imgeschlcchtsreifcn Alter in Folge krankhafter Zustände.Am häufigsten ist sie zu Anfang u. gegen Endedes gcschlechtsreifen Alters, bisweilen bildet sie einevorübergehende Ünterbrechung der sonst regelmäßigvorhanden gewesenen Menses. In einzelnen Fällenwurde bei anscheinend gesunden Frauen die Men-struation in deren ganzen! geschlechtsreifen Altervermißt, und gleichwol gebaren sie Kinder. DieUrsachen der A. können locale und allgemeinesein. Zu den localen Ursachen gehören einegroße Reihe von Krankheiten der Gebärmutteru. der Eierstöcke, namentlich Fehlen, verkümmerteEntwickelung, Schwund u. Entartung der Eier-stöcke; die letzteren Zustände der Eierstöcke findetman vorzugsweise bei Krebs u. Cystenbildnng.Von den Krankheiten der Gebärmutter sind un-vollkommene Entwickelung, Schwund, chronischeEntzündung, Geschwülste in der Wand der Gebär-mutter zu nennen. Zn den allgemeinen Ursachengehören alle Krankheiten des Körpers, bei welchendie normale Blutbildung gehindert ist, z. B. Bleich-sucht, oder bei welchen cs zu einem hochgradigenCousnm der vorhandenen Blntmasse kommt, z.B. beiKrebs, Lungenschwindsucht. Auch geistige Verhält-uisse spielen eine wichtige Rolle, wie das ans demAusbleiben der Menstruation bei Melancholie her-vorgeht. Nicht selten beobachtet man eine plötz-liche Unterbrechung der fließenden Menses (sup-prsssio msnsium), die monatelang andauert. Lie-gen in solchen Fällen keine die Blutbildung stören-den Verhältnisse vor, so kündigen sich die Menseszu ihrer gewohnten Zeit durch Schmerzen imKreuze und Unterleibe (inolimina msnsbrualia)an, und pflegt man von diesen rückwärts einenSchluß darauf zu machen, daß es blos an derlocalen Ausscheidung des menstruellen Blutes fehlt,u. die in Anwendung gebrachte sog. Emmenagoga,d. h. die Mittel, welche den Durchbruch desmenstruellen Blutes herbciznführen im Standesind, ihre Wirkung thun. Wo, wie bei der Chlo-
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rose (Bleichsucht), die Blutbcschafsenheir eine man-gelhafte ist, die Zahl der rochen Blutkörpercheneine zu geringe, die der weißen Blutkörpercheneine zu große ist, bleiben die molimlua inonsbrua-lia aus, n. muß erst durch eine blutbildende Diät(Fleisch, Eier, Bergluft rc.) u. Eisen die Blut-beschaffenheit gebessert werden, ehe Emmenagogaangewandt werden dürfen.
Amenomanic (v. Gr.), lustiger Wahnsinn, eineReihe von Erscheinungen, die in gewissen Fällenvon Geistesstörung auftreten.
Amenophis, drei alte Könige von Ägypten derXVIII. Dynastie, unter denen A. III. (1546—1509 v. Ehr.) als Erbauer des Ammontempelsin Luksor u. des sog. tönenden Memuonkolossesbesondere Erwähnung verdient. Vgl. Brugsch,Hrsb. I. 86 ff. Außerdem wird unter
den Königen der XXI. Dynastie ein Amenophthisangeführt.
Amenorrhoe, s. Amenie.
Amentes, das Todtenreich bei den alten Ägyp-tern, s. u. Ägyptische Mythologie.
llmsntm (lat.), Ünüberlegtheit, Gedankenlosigkeit,Ürtheilslosigkeit, auch als Geisteskrankheit.
/lmsntum (lat., Bot.), Kätzchen, z. B. Xmontalupuli, X. uvas marinas rc. Davon: Xmsnba-esus, kätzchensörmig; daher die Pflanzenfam. derXmsntaosas D. 6i, die wichtigsten Waldbäumeu. Sträucher der gemäßigten Zone; vgl. Kätzchen-blüthlcr.
Amerika (a. Geogr.), römische Municipalstadt inUmbrien, deren Äcker der Kaiser Augustus unterseine Veteranen vertheilte. Von hier war der vonCicero in einer noch vorhandenen Rede vertheidigteRoscius Amerinus; jetzt Amelia.
ümerwnn lüews l!ompsn>, eine am 1. Fcbr. 1864gegründete Vereinigung von Zeitungsexpcditionenzur leichteren u. prompteren Verbreitung in- u.ausländischer Zeitungen, indem dieselben an Agen-ten u. Buchhandlungen init Rabatt bis zn 30"/vabgelassen werden. Später wurde das Unterneh-men auch auf den Verkauf sonstiger literarischenErzeugnisse, Mnsikalieu n. Schreibmaterialien aus-'gedehnt. Seit Ende 1868 gibt die Gesellschaft eineZeitschrift heraus. Mehrere Concurrenzanstaltensind bereits ins Leben getreten.
American River, Fluß im mittleren Califor-nieu, durch den Zusammenfluß der North u. SouthForks im Kanton Eldorado gebildet; ergießt sichbei Sacrameuto in den gleichuam. Fluß.
Amerigi, Michel Angelo (nicht Amerighi),Maler, nach seinem Geburtsorte Caravaggio ge-nannt, geb. 1569, Begründer der naturalistischenRichtung. Erst Bildnißmaler, ging er von Mai-land nach Venedig, woselbst er Giorgione studirte,u. arbeitete dann in Roin unter dem Cavaliered'Arpino, dessen falscher Idealismus ihn bald an-widcrte. Rasch beliebt geworden, fand er baldebenso viele Gegner als Freunde u. mußte Nomin Folge vielfacher blutiger Händel verlassen. VonNeapel ging er nach Malta, ward dort wegeneines Streites mit einem angesehenen Ritter ge-fangen gesetzt, entfloh aber nach «sicilien u. gingvon da nach Neapel. Auf dem Wege nach Romstarb er 1609 in Porto Ercole. Obwol A. esliebte, die gemeine Wirklichkeit uachzuahmcn, be-