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Amerigo Vespucci — Amerika.
saß er gleichwol eine gewisse Großheit und einePoesie des Lichtes u. der Farbe. Werke von A,in allen größeren Galerien.
Amerigo Vespucci, s. Vespucci.
Amerika. (Hierbei 2 Karten: Nord-, undSüd-A.) I. Entdeckungsgeschichte. A., diesogenannte Nene Welt, der'zweitgrößte Erdtheil,auf der westlichen Halbkugel der Erde gelegen.SowoldieVermnthnnqen, daß A. den Alten bekanntgewesen sein könnte, aks auch die auf Einwanderungaus Europa gebenden baden sich als irr'iq er-wiesen; dagegen b at die Annahme einer solchenaus Asien (wol ülier die Beringsstratze) anWahrscheinlichkeit gewonnen. N ach Bliimciibacysollte die amerikam'ichc Mace von den Nacen derübrigen Erdtheile wesentlich verschieden sein; neuereForschungen jedoch haben die nahe Verwandtschaftderselben mit der mongolischeiHauger ancm Zwcgeigesteltt, indem Merkinaie oer letzteren uvcr ganzA. verbreitet sind. Nach Peschel gibt es sogarkeine körperlichen Merkmale, welche allen Urame--.rikancrn gemcinsaln und zugleich den Mongolenfremd sind. Anderseits sprechen für eine selbst-ständige Stellung der amerikanischen sogenanntenIndianer ihre unter sich verwandten moralischenu. geistigen Eigenschaften u. der Bau ihrer Spra-chen (Polysynthetismns, s. Amerikanische Sprachen),ferner ihre Bauwerke u. ihre Alterthttmcr, au wel-chen man überall denselben Grundcharakter, nurin verschiedenen Graden der Entwickelung, wieder-findet (s. Amerikanische Alterthümer). So liegtdenn die Wahrscheinlichkeit vor, daß die ältesten"Bcwotmer A-s ans Auen m uncivit inrtem .lii-stände cingewailLcrd ü. erst in der neuen Welt zueiner höheren Eultur emporgestiegen sind^
L-chon lange vor der eigenmchen Entdeckung A-sdurch Colnmbns hatte n isländische Seefahrer d ieKüsten dieses Erdtheils* gesehen n. besucht. 877n. Ehr. erblickte der Isländer Gunnbjörn die ge-birgige Küste von Grönland; aber erst über IVOJahre später, 983, besuchte es der isländischeHäuptl ing Erich der Rothe, unternahm 3 Jahre' nachher mne Expedi tion dahin und legte die erste'""eUropaiM Kolonie an der südwestlichen Küste an.^ Erich^Söhii,"Lcifj n nternähm 99ll eine neue Neve" nach'Süden üV enTeckkeme'Inseln u. das F-est-Aand v'oii'Ai, 'indem er d,s in die Gegend descheu tiqeii'Ne'w-Aörs 'drän g , d.ese.he Winlano nannteu. auf dein Rückwege Neu-Schottland, Lienfnud-laud u. Labrador berührte. Leif führte, nachdemer sich 999 in Norwegen hatte taufen lassen, dasChristenthum in Grönland ein. Gardar war derSitz des Bischofs u. des königlichen Statthalters;hier ward ein lebhafter Handel mit Obst, Wal-fischen, Robben rc. getrieben, und es entwickeltesich bald eilt lebhafter Verkehr zwischen Win-land n. Island. Von Gardar. in Grönland ansunternahmen 1266 einige Priester eine Entdeckungs-reise durch den Lancastersnnd u. die Barrowstraßenach Gegenden, die erst neuerdings durch Parry,John u. James Roß u. A. bekannt geworden sind.Die letzte ans den isländischen Nachrichten nach-weisbare Entdeckungsreise datirt von 1347. Danämlich die dort angelegten Colonien vom Mutter-lands nicht ausreichend unterstützt wurden, hattensie keinen Bestand.
Ob und inwieweit man im südlichen CnropiKunde von den Entdeckungen der Skandinavierin A. hatte, ist unbekannt. Jndeß finden sich schonauf der von den seefahrenden Brüdern Zeno ansVenedig zu Ende des 14. Jahrhunderts gefertig-ten Karte die Länder Estotitand und Drogca (La-brador und Neuschottland), welche sie selbst besuchthatten; auch die Karten des Vcnetianers Andr.Bianco von 1436 u. des Nnrnbergcrs Mart. Be-gann von 1492 verzeichnen westl. von Europaeine große Insel Antillia, die aber als eine Er-dichtung anzusehcn ist. Die eigentliche Entdeckungvon A. war dem Genuesen Christoph ColumbnsVorbehalten, der, ausgerüstet mit einem Freibriefedes Königs Ferdinand von Spanien, kraft dessener zum Großadmiral aller Meere u. znm Statt-halter oder Vicekönig u. Richter aller Inseln n.Länder, die er entdecken würde, ernannt war u.worin ihm auch ^ aller Erzeugnisse dieser Länderzugesichert worden, am 3. Ang. 1492 den Hafenvon Palos mit 3 kleinen Schiffen verließ n. nach9wöchentlichcr Fahrt, während welcher er nebenanderen Drangsalen eine Meuterei der Bemannunggegen sein Leben zu bekämpfen gehabt, endlich am11. Oct. die Küste der Insel Gnanahani erblickte.Am folgenden Tage nahm er vom Lande Besitz, in-dem er mit Tagesanbruch das Kreuz u. die königlichcastilische Standarte anfpflanzte. Als Admiral, Vice-könig n. Statthalter anerkannt, gab er der Inselden Namen San Salvador. Über den von Co-lumbns zuerst entdeckten Punkt der WestindischenInseln bestehen übrigens verschiedene Ansichten;vgl. hierüber O. Delitsch, Westindicn u. die Süd-polarländer, Lpz. 1871, oder Stein, Handbuch derGeographie u. Statistik Westindiens, Lpz. 1871,S. 1860. Im weiteren Verlaufe seiner Fahrtentdeckte Columbns die Inseln Cuba u. Hayti, u.auf seinen 3 folgenden Reisen Portorico, Domi-nica, Guadeloupe, Jamaica u. viele kleinere In-seln, sodann die Mündung des Orinoko und dieInsel Trinidad (s. Columbns). Die EntdeckungA-s durch die Spanier brachte jedoch diesem Erd-chheil kein Hell. Die ausbeutcnde Wirthschaft der-selben verursachte die Entvölkerung ganzer Länder.'Besonders hatte Wcstindien (und später Mexico)darunter zu leiden; so war z. B. die Bevölkerungvon Hispaniola (Hayti), die zur Zeit der Entdeck-,nng durch Columbns 1 Million betrug, bald auf60,000 herabgesunken. Die Ehre, dem neu ent-deckten Erdtheil den Namen zu geben, ward je-doch dem Columbns nicht zu theil, sondern demFlorentiner Amerigo Vespucci, der 1497 mitdem spanischen Admiral Hojcda nach West-indien gereist war u. sich in einer Beschreibungdieser Reise gerühmt hatte, das Festland zuerstbetreten zu haben.
Die Reisen des Columbns hatten den Anstoßzu einer Reihe ähnlicher Unternehmungen gegeben.Die Venetianer Johann u. Sebastian Gabotto,von den Engländern Cabot genannt, entdeckten1496 n. 1497 in englischem Dienste Labrador, Neu-fundland, die Insel St. Johns u. die Küste desFestlandes von Nord-A. bis Florida hin; VinccnzJanos Pinzon drang 1499 an der Ostküste Süd-A-s bis südl. von der Mündung des Amazonen-stroms vor; die Portugiesen Corterea! u. Mar-