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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Ameisensäure Salze Amendement.

Ameisensäure Salze, s. Ameisensäure.

Ameis enscharrcr (Or^otdropus vomgr. orz-ssvin, graben, Ms, Fuß), Gattung derWurmzüngler (VormilinAuia., aus der Ordnungder Zahnarmen Säugethiere); ohne Vorderzähne,mit 56faserigen Backenzähnen; Ohren länglich;Schwanz schlaff, behaart; Vordersätze mit 4, Hin-terfüße mit 5 starken, wenig gebogenen Krallen;graben Höhlen n. nähren sich wie Ameisenfresser;Fleisch fett n. wohlschmeckend. Art: Afrikanischer A.,Erdferkel, Erdschwein (0. sonogalsnsis Lss«., 0.oapensis <AeoFi'.), wie ein mittelmäßiges Schwein,oben braungran, unten rothbraun, Beine kurz,Schwanz mäßig lang; geht meist bei Nacht aus,gräbt tiefe Gänge unter der Erde, hält sich, auchimr halb eingescharrt, sehr fest; zerscharrt dieTermitenhanfen.

Ameisenspiritus (8xirltuslorm1oarnin), phar-macentischcs Präparat, wird nach der i?llariu. 6or-inanioa dargestellt, indem man 10 Th. frischer Amei-sen zerquetscht, mit 15 Th. Alkohol und 15 Th.Wasser übergicßt und von dieser Mischung nachzweitägigem Stehen 20 Th. abdestillirt. Er bildeteine farblose, klare, sauer rcagirendc Flüssigkeit, die,mit Bleiessig versetzt, einen krystallinisch werden-den Niederschlag von ameisensanrem Bleioxyd er-zengt. Auf Zusatz von Wasser trübt sich der A.durch Ausscheiden von Ameisenöl. Er dient zuEinreibungen bei Lähmungen.

LiniciscutincturlUnctuia kormioarum), dun-kelbrauner Auszug von 2 Th. zerquetschter Amei-sen mit 3 Th. Alkohol.

Amcisciwögcl (Llxootlroras), den Drosselnverwandte Sin'gvogelfamilie, welche namentlich inSAmcrika einheimisch ist und von Jnsectcn lebt.

ümolva (7., Art der Tejueidechsen, s. -mwi-viäae.

-meividao (Tejueidechsen), Eidechsen der NeuenWelt, Unterordnung der Spaltzüngler; mit langer,dünner, ausstreckbarer, zweispitziger Zunge; Zähnesolid, schräg nach außen gerichtet, an der Innen-seite der Kiefer angewachsen; leben in heißenGegenden von kleinen Säugethieren, Lurchen undJnsecten; besuchen gelegentlich auch das Wasser.Hierher namentlich die Gattungen: Isjus Me-'v.,eigentliche Tejnechsen, und -.msiva <7., Schienen-echsc oder kleine, gemeine Warnechse.

Amcland, Insel im Bezirke Lecuwarden, nie-derländische Provinz Fricsland, mit den DörfernHollum, Ballum u. Nes; hing früher mit demFestlandc zusammen; Fischerei, Ackerbau u. Schiff-fahrt; 2300 Ew.

Amclfried, Sohn des Thüringerkönigs Her-mansried, der nach Ermordung seines Vaters flohn. 539 nach Constantinopel ging; st. im Morgen-lands. Mit ihm erlosch Hermanfrieds männlicherStamni.

Amelra, 1) sonst Ameria, Stadt im Distr.Terni der ital. Prov. Umbrien; Bischofssitz, Prä-latur, Gymnasium, technische Schule; hier sollendie besten Rosinen Italiens wachsen; 7200 Ew.

2) County im nordamcrikanischen UnionsstaateVirginia, unter 37" n. Br. u. 78" w. L., mit 9878Ew.; fruchtbar; Conntysitz: Amelia Courthouse.

3) A. Island, fruchtbare, 22 km lange, 4 kmbreite Insel an der Küste Floridas, früher spa-

nisch, seit 1817 von den Vereinigten Staaten be-setzt n. 1821 dem Staate Florida einverlcibt.

Amelie (v. Gr.), Sorglosigkeit, Fahrlässigkeit.

Amclie-les-Bains, Dorf im Arr. Ceret desfrauz. Dep. Ostpyrenäen, in romantischer Gebirgs-gegend, am Fuße des Cervat; berühmte Bäder,Eisenmine, Hammerwerk; 1400 Ew. Die 18 Schwe-felthermen von 4362" 6., welche schon von denRömern benutzt wurden, werden zum Trinken u.Baden gegen Rheumatismus, Gicht, chronischeBronchitis, Kehlkopfkatarrh rc. angewendet; kom-fortable Badeeinrichtungen; klimatischer Kurort.

Amelioration (fr.), so v. w. Melioration.

Amelius, Joh., Baumeister im 15. Jahrh.zu Antwerpen; baute 1422 den Thurm der KircheU. L. F. daselbst.

Amellsternblume ist ^stsr LmeUns.

Amelungen, s- Amaler.

Amelunxüorn, Domäne im Amte u. bei Stadt-Oldendorf des braunschw. Kreises Holzminden;ehem., 1120 von Siegfried v. Homburg gestiftetesCistcrcienserkloster auf dem Auersberg, hatte seit1569 eine berühmte Klosterschule, welche 1754 nachHolzmindeu verlegt wurde. Vgl. Brückfeld, 6irro-nol. addatum etc., Woisenbüttel 1710.

Ame» (hebr. gewiß), Betheuernng, Ver-sicherung, daß Etwas so sei, geschehen solle; daherin der Bibel Schlußformel bei Fluch oder Segen,bei Gebeten, Zusage, Verheißung, Eid rc. Im jü-dischen Synagogendienste fiel die ganze Gemeindenach Erthcilnng des Segens mit A. ein. Diese Sitteging auch in die christliche Kirche über, wo abermit der Zeit das A. in der Liturgie nicht von derGemeinde, sondern vom Chor gesungen wurde.Außerdem werden mit A. alle Gebete n. Predigtengeschlossen. Bei den Mohammedanern pflegt amSchlüsse der öffentlichen Gebete die VersammlungA. zu sagen. Auch in Urkunden der deutschen Kö-nige u. Kaiser, vom 6. Jahrh. bis auf Karl V.herab (von da nur vereinzelt noch in lateinischenUrkunden), wurde A. den Anfangs- u. Schlußfor-meln, worin Gott angernfen ist, beigefügt.

-wende (sranz.), Geldstrafe,-unsnäs konoradlo,Ehrenstrafe; daher amendabel, straffällig.

Amendement, 1) Abänderung, daher amen-diren. Bes. 2) in Parlamenten, landständischcnoder sonstigen öffentlichen Versammlungen ein Vor-schlag zur Verbesserung oder Abänderung des vor-gelegten Berathungsgegenstandes. Wird zu einemA. wieder ein A. gestellt, so heißt das ein Unter-A. Die Geschäftsordnungen Pflegen für die Ein-bringung von A-s gewisse Beschränkungen aufzu-erlegen. Dahin gehört, daß das A. schriftlichformulirt sei, daß es mit dem Gegenstände der Be-rathnng in wesentlicher Verbindung stehe u. beigrößerem Umfange zunächst an die vorberathendenCommissionen verwiesen wird rc. Die Geschäfts-ordnung des Deutschen Reichstages unterscheidetzwischen A-s zu Anträgen, welche keine Gesetz-entwürfe enthalten, u. solchen zu Gesetzentwürfen.Gesetzentwürfe enthaltende Anträge bedürfen drei-maliger Berathung. Bei der ersten, allgemeinenDiskussion dürfen keine A-s eingebracht werden;bei der zweiten, die einzelnen Artikel vornehmen-den Berathung, sowie zwischen der ersten u. dieserdürfen solche, auch ohne Unterstützung, eingebracht