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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Ameisensäure - Äther.

Weinsäure u. a. m.; bei der Gährnng von dia-betischem Harn. Ans dem Holzgeist, zu dem sicsich verhält, wie die Essigsäure zum Alkohol, ent-steht sie durch Oxydation mit Salpetersäure oderPlatinschwannu. Als Reductiousproduct entstehtsie z. B. bei Einwirkung von Jod auf Natrium-alkoholat. Synthetisch bildet sie sich beim Erhitzenvon feuchtem KalihyLrat in Kohlenoxyd:

60 -j- 880 68628

Kohlenoxyd Kalihydrat ameiscns. Kallu. aus Kohlensäure, wenn diese in feuchtem Zu-stande auf Kalium eiuwirkt. Eine wässerige A.erhält mau, wenn mau Ameisen zerquetscht u. derDestillation unterwirft. Die bequemste Darstellunggeschieht durch gleichförmiges Erhitzen der Oxal-säure. Um dies zu erreichen, mengt mau sie mitfeinein Ouarzsaude, oder besser mit eiugedampfteinGlycerin, u. erhitzt sie in der Retorte. Die Oxal-säure zerfällt dabei in A. u. Kohlensäure:

--- ON2O2 8 6O2,

Oxals. Amelsens. Köhlens.

während das Glycerin unverändert bleibt. Um sieganz rein zu erhalten, erhitzt man ameisensauresBlei in einem Strome von Schwefelwasserstoff.Die so erhaltene Säure siedet bei 99,/(748 mm)und erstarrt bei1°; sic bildet eine farblose, gnder Luft schwach rauchende Flüssigkeit von stark-saurem Gerüche, die auf der Haut Entzündung her-vorbriugt; fpec. Gew. 62227 bei 0°. Mit Wasserlaßt sie sich beliebig verdünnen, ebenso mit Alko-hol. Au der Luft bleibt sie unverändert, mit Pla-tinschwamm oxydirt sie sich zu Wasser u. Kohlen-säure, ihre Dämpfe brennen mit blauer Flamme.Coucentrirte Schwefelsäure zerlegt sie in Kohlen-oxyd, welches angezündet mit blauer Flamme ver-brennt, und Wasser:

682O2 ^ 00 st- 8,0.

Ameisens. Kohlenoxyd. Wasser.

Dieselbe Zersetzung tritt beim Erhitzen jedes amei-sensauren Salzes eiu'uud dient daher als Reactiouauf A. Ein anderes Erkennungsmittel, das sienamentlich von der Essigsäure unterscheidet, ist dieAbscheidung von metallischem Quecksilber ausQuecksilberoxyd beim Erwärmen. Bei Einwirkungvon Chlor bildet sich Kohlensäure und Salzsäure.Salpetersäure und Chromsäure, oxydireu sie zuKohlensäure und Wasser. Die A., in ihrer Ver-wandtschaft zu den Basen noch über der Essig-säure stehend, bildet mit den Metalloxydeu leichtSalze (Formiate). Eisen, Zink u. a. werden unterWasserstoffentwickeluug gelöst. Sie verhält sich alseinbasische Säure. Die neutralen Salze sind allein Wasser löslich und krystallisirbar, meist auchlöslich in Weingeist. Beim Erhitzen der Salzeunter Luftabschluß verkohlen diejenigen der Alkalienu. Erden, u. cs bleibt kohleusaures Salz im Rück-stände. Die Verbindungen mit schweren Metallenhinterlassen Metall. Werden die Alkalisalze alleinoder mit kohleusaurem Alkali erhitzt, sS bildet sichanfangs nur Wasserstoff u. oxalsaures Salz, späteraber entsteht Kohlenoxyd, und kohlensaures Alkalibleibt zurück. Die Lösungen der Formiate werdendurch Eisenoxydsalz dnnkelgelbroth gefärbt. DasAluminiumsalz ist zerfließlich n. schwierig krystalli-sirbar; das neutrale Ammouiumsalz O8O2884krystallisirt in rhombischen Nadeln, ist zerfließlich,

schmilzt bei 100" und zerfällt bei 180" in Blau-säure u. Wasser. Das in rhombischen Säulen kry-stallisireude Baryumsalz ist in Alkohol und Ätherunlöslich. Das Bleisalz (O8O2I28K unterscheidetsich vom cssigsauren Bleioxyd durch Unlöslichkeitim Alkohol. Das Eisenoxydsalz, durch Auflösenvon Eisenoxydhydrat in A. erhalten, krystallisirtin gelben Krystalleu, es reducirt salpetersaurcsSilberoxyd nicht u. gibt beim Erhitzen der Lösungein unlösliches basisches Salz; das Eiseuoxydulsalzscheidet sich aus der Lösung von Eisen in A. inhellgrünen Tafeln ab; in Alkohol unlöslichesKalium bildet ein neutrales Salz O8O2 8, schwie-rig in Alkohol u. Äther löslich, u. ein saures SalzOl-lOzK-j-Ol^O^ leicht löslich in Alkohol. DasKalksalz krystallisirt meist in kleinen, schwieriger ingrößeren rhombischen Krystalleu. Kupfer bildetein neutrales, ein saures u. mehrere Doppelsalzemit Baryum, Strontium rc. Von Natrium ist einneutrales, wasserhalteudcs und wasserfreies, sowieein saures Salz bekannt. Das Quecksilberoxydsalzzerlegt sich in der Wärme und bildet Oxydulsalz;letzteres zerfällt am Lichte und beim Erwärmender Lösung in A., Kohlensäure ».Quecksilber. DurchStoß u. schnelles Erhitzen verpufft es. DasSilbersalzschwärzt sich am Lichte. Die Verbindungen der A. mitorganischen Radikalen s. u. Ameisensäure-Äther.

Ameisensäure-Äther (Chem.) entstehen ausdem Ameisensäurehydrat durch Substitution desbasischen Wasserstoffs durch Alkoholradicale. Amei-sensäure-Äthyläther (Ameiseuäther) 68(6285)62bildet sich beim Erwärmen von Ameisensäure mitAlkohol, bei der Oxydation von Stärkemehl mitBraunstein n. Schwefelsäure bei Gegenwart vonAlkohol n. auf andere Arten. Mau stellt ihn dardurch Destillation von 7 Th. trockenem, ameisen-saurem Natron mit einem Gemenge von 10 Th.Schwefelsäure u. 6 Th. Alkohol. Nachdem demDestillat durch Kalkmilch die mitllbergegangeueSäure entzogen worden ist, wird dasselbe überChlorcalcium getrocknet u. rectificirt. Auch durchErhitzen von wasserfreiem Glycerin mit gleichenÄquivalenten Alkohol und Oxalsäure wird A. er-halten , wobei man die sich zuerst bildenden Dämpfedurch einen Rückflnßkühler condensirt. Er stellteine klare, dünnflüssige, aromatisch, dem Arracähnlich riechende Flüssigkeit dar, von 0,^ sp. Gew.,bei O" n. dem Siedepunkt 54,g, bei 760 mmDruck.Mit Alkohol, Äther, Holzgeist rc. mischt er sich inallen Verhältnissen, gebraucht aber 9 Th. Wasserzu seiner Lösung. Durch Einwirkung von wässeri-gen Alkalien, auch schon von Wasser, welches eraus der Lust auzieht, zerfällt er. Chlor wirktzersetzend auf denselben ein. A-Allyläther

68(6285)02, eine bei 82" siedende, scharf senfartigriechende Flüssigkeit. A-Amyläther OOsOzU,,)»,wird aus Amylalkohol auf ähnliche Weise dargc-stellt, wie der A-Äthyläther, aus gewöhnlichem Al-kohol; wasserhelle, leichte Flüssigkeit, vom Siede-punkt 116" u. angenehmem Obstgeruch. A-Butyl-äther 68(6489)62 siedet bei 100°. A-Mcthylätherentsteht, wie der Äthyl- u. Amyläther, bei Anwend-ung von Holzgeist. Er ist farblos, besitzt nicht denangenehmen Geruch der übrigen Äther und siedetbei 33". A-Propyläther 68(6287)62, farblose, nachBirnen riechende Flüssigkeit, vom Siedepunkt 82".