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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Amcisciibädcr -

bol der Arbeitsamkeit und des Fleißes. Daßsie auch im Volksaberglaubeu eine Rolle spielen,kann nicht wundern: Zaubcrmittel sollen gekräftigtwerden, wenn man sie in einen A-Haufenlegt rc. Fossile A. finden sich vielfach, nament-lich in den jüngeren Tertiärschichten, u. a. auchoft in Bernstein eingeschlossen. Die mitunter,aber nicht mit vollem Liechte hierher gezogenenBiencn-A. (Mntilliden) s. u. Bienen; die weißenA. oder Termiten s. u. Termiten.

Amciscnbädcr, ans einem Aufguß von zer-drückten Ameisen oder Ameisenhaufen mit heißemWasser bereitete Bäder, in denen das leidendeGlied oder der ganze Körper selbst gebadet wird,oder dessen Dunst mit dein geschwächten Thcil inBerührung gebracht wird (Ameiscndunstbad). Zu-weilen steckt man auch ein Glied in einen Amei-senhaufen, oder bedeckt den ganzen Körper damit(trockene A.). A. sind heilsam bei Lähmungen,Gliederschwäche, Rheumatismus rc. als ableitcndeMittel. Zur Erzeugung solcher Bäder bedarf esjedoch keiner Ameisen, sondern es erfüllt ein Zu-satz von künstlich bereiteter Ameisensäure zu demBadcwasser vollständig den Zweck.

Ameisenbär, so v. w. Ameisenfresser.

Ameisenfresser (Uz-rmsoopKuKu L , vonmzwmöx, Ameise, und püuFvlu, fressen), Gatkingder Familie der Wnrmzüngler (VsrmiliuAuia,) ausder Säugcthierordnung der zahnarmen Thiere;ohne Zähne; Schnauze lang; Ohren klein, rund;langbehaartcr odeuWickclschwanz; Vorderfüße mit24, Hinterfüße mit 45 scharfen, hakenförmi-gen Krallen, auf denen sie aber nicht laufen, son-dern die sie einschlagen n. auf den: seitlichen Ballengehen, bis sie sich eine Höhle graben, einen Amei-sen- oder Termiteuhaufcn anfscharrcn wollen, oderbis sie angegriffen dieselben heransschlagen, dasfeindliche Thier damit fcsthaltcn und sie in dessenFleisch cinbohren; in SAmerika heimische, starkbehaarte/unschädliche, nächtliche, träge Thiere, dievon Ameisen n. Termiten leben, in deren Haufensie ihre lange klebrige Zunge hiueinstecken. Arten:u) Zwcizehiger A. (Ll. ckickuetzguL.), Wickelschwanz,Haar weich, gelblich, ins Röthliche spielend; sogroß wie ein Eichhorn; klettert wie der folgendeaufs Bäume, b) Dreizehiger A. (N. triäaebMfauch tobraäuotMj L., Tamandua), 1 in lang,Wickclschwanz, Haar wollig, kurz, gelbroth, Ohrenhängend; frißt Honig und Bienen, s) Großer A.(Tamanoir, Ä judatu D.), va lang, Schwanzlangbchaart, steif, Haare braungran, Schulternmit schwarzem, weiß eingefaßtem Bande; lebt inThälcrn; ein kräftiges Thier, das sich bei feind-lichen Angriffen auf den Rücken wirft u. den Feindzu erdrücken sucht; klettert nicht; frißt blos Amei-sen, durch ungemein schnelles Vorstrecken und Zu-rllckziehen der Zunge.

Amciscilgcist, so v. w. Ameiscnspiritus.

Ameisenharz, s. u. Ameisen.

Ameiscntgel (kodläna ; fabelhaftes Unge-heuer der Alten), Gatt, der Fam. der Schnabel-thiere, Säugcthierordnnng der Cloakenthiere, mitrüsselförmig verlängerter Schnauze, zahnlosen Kie-fern n. wnrmförmig vorschnellbarer Zunge; dermit Horustacheln bekleidete Leib kann sich zusammen-lngelu; Füße, mit kräftigen Scharrkrallen, machen!

Ameisensäure.

ein rasches Eingraben möglich; leben wie Ameisen-fresser von Ameisen und Jnsecten. O. dMrix(7uu., in gebirgigen Gegenden des südöstlichen Lien-Holland; bl. setosn Ouv., in Ban-Diemensland.

Amcisenkriechen (Ameisenlaufen, lat. Oorwi-eatio, gr. Llzwmoüisinos), Empfindung, als obAmeisen auf oder unter der Haut hernmliefen,vorzüglich in Händen und Füßen; Vorläufer undBegleiter vieler Krankheilszustände (so von Schlag-fluß, Lähmung rc.), auch des Einschlafens der Glie-der. M. Bruck, Os Nzwrnseiasi, Berl. 1824.

Ameisenlöwe» (Aineisenjungfcrn, Axrmeea-Isonticiao, vom gr. mzwmsx, Ameise, Is7!n, Löwe),Familie der Jnsectenordnung der Netzflügler; mitvielgliederigen, zwischen den Augen eingcfügten,langen, am Ende verdickten Fühlern; Taster 4-bisSglicdcrig, fadenförmig; Flügel lang, dachförmigliegend; Hinterleib walzig; Beine kurz; die Larvenleben in der Erde, nähren sich vom Raube undspinnen sich ein. Gattungen: i>1)wmsoo1eon Lr«r»r.(Ameisenlöwe) u. L.8oa1apdu8 Fi (Falterjungfer).Die erstere Gattung hat gekrümmte, und mit einerlänglichen Keule endigende Fühler; die rückwärts-laufende, breite, dicke, etwas unförmliche Larve bautsich einen Trichter in den Sand, lauert untenauf hinabfallende Jnsecten, meist Ameisen, die siemit ihren scharfen Fanghakcn erhascht und aus-sangt; diejenigen, welche entfliehen wollen, bewirftsie mit Sand, daß sie Hinabstürzen. Ihre Pup-pcnhülse ist kugelrund, inwendig mit Seide, äußer-lich mit Sand umzogen. Arten: U. kormieuriusL., N. kirmioulzmL Dcrtr.; schwärzlich, brann ge-fleckt, die Flügel mit einem weißen Endfleck; insandigen Gegenden Europas.

Ameisennaphtha, so v. w. Ameisensäureäther.

Ameisenöl (Oleum kormiourum.), 1) fettes A.,gelbes, bis röthlich-braunes, anfangs mild, nach-her kratzend schmeckendes Öl, das auf dem Wasserschwimmt, in der Kälte erstarrt und durch Aus-presser: des beim Dcstillircn vyn Ameisen mitWasser bleibenden Rückstandes gewonnen wird.

2 ) Flüchtiges A., wird erhalten beim öfteren De-stillircn von Ameisen mit Wasser oder Alkohol, wo-bei es als angenehm riechendes, nicht brennendschmeckendes Öl auf den: Destillat schwimmt.

3) Künstliches A., s. Fnrfurol.

Ameiscnpslug, ein von Bradley erfundenes

Werkzeug zun: Zerstören der besonders auf Wiesenso häufig vorkommenden Ameisenhaufen.

Ameisensäure, Formylsäure, -Veiäumkormiei-oum, 6 A 2 O 2 , organische Säure, das erste Glied inder Reihe der Fettsäuren; kommt sowol in: Thier,als im Pflanzenreiche fertig gebildet vor, nament-lich im Safte der rothen Ameise (Ooriuiea ruka),den dieselbe zu ihrer Vertheidigung benutzt; fernerin den hohlen Haaren und den Fäccs der Pro-cessionsraupe (Lomd^x zn-oosssionsu), im Blute,in der Milzflüssigkeit, im Fleischsaft, im Harn u.Schweiß des Menschen; im Pflanzenreiche ist sieverbreitet in den Haaren der Breunesscln, in denFichtennadeln, in ben Früchten des Seifenbaumes(Laxincka uaponariu), im Kiefernreisig, oft auchals saurer Bestandtheil des käuflichen Terpentinöls,im Guano und einzelnen Mineralwassern. Sieentsteht bei der Oxydation vieler organischen Kör-! per, bei der trockenen Destillation von Holz, Torf,