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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
531
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Ameisen. 581

Nester unter der Erd« noch größere Dunensionenan, als über derselben, und enthalten ein Ge-wirrs von kreuz und quer sich vereinenden Gän-gen und kleinen Höhlungen, und nach allen Seitenziehen Haupt- und Nebenstraßen weit von demHügel hinweg; sie sammeln den wilden Weih-rauch (A-Harz, Stücke von Wachholdcr, Fichten-,Tannenharz), liefern die Ameisensäure; bb) Roß-ZI., (Rieseu-A., I?. bsreutansa L.), schwarz,15 mm lang, die größten deutschen A.; in Wäldern,in kleinen Gesellschaften; oe) blutrothe A. (i?.snnFmnsa Lakr.), Hinterleib schwärzlich-grau,rauben wie die blaßrothen (s. o.); <1ck) schwarze A.(Negcr-A., §. niFrn T,atr.), klein, schwarz, unterSteinen, in der Erde; ss) gelbe A. (i?. kiava 1i.),kleinste europäische; dringen oft schaarenweise inKüchen u. Gewölbe; tk) NÜnir-A. (§. euniouinria),schwarz und blaßgelb, werden wie die FA) großenschwarzen A. (§. tusea Dato.), bräunlich-schwarz,Füße röthlich, unter Ruinen, von den Amazonen-A.geraubt; bb) die doppeldornigen A. (i?. bispinosa).in Cayenne, bauen aus Pflanzcuwolle ein Nest; ii)Zucker-A. (k. saovbarivora), gefürchtete Feindewestindischer Zuckerplautagen, dienen nach Humboldtzu einem Teige geknetet den Eingeborenen am RioNegro zur Nahrung. Von der ebenfalls hierhergehörenden Höcker-Ameise (I.asius) ist Iwsins knii-Zinosus über fast ganz Europa verbreitet;

sie legt Jrrgänge in alten Baumstämmen an, oderkittet den Mulm im Innern alter Baumstämmezu einem wabenartigen Baue zusammen. DieStachel-A. führen ihren Namen daher, weilArbeiter u. Weibchen mit einem Stachel bewehrtsind; ihre Colvuien bestehen ans nur wenigen In-dividuen; in Europa sind sie sparsam vertreten.Dahin die Treibcr-A. (.^nomma aresns tküsst-woock), Bewohnerinnen des westlichen Afrika. DieGesellschaft, in welcher sich größere, bis 10 mmlange, und kleinere Individuen befinden, hatkeine festen Wohnsitze, sondern führt ein vagabun-direndes Leben. Ihnen scheinen die brennendenSonnenstrahlen verderblich, sie Hallen sich daherbei Tage unter Gras u. in Dickicht verborgen n.ziehen nur nachts auf Raub ans; finden sie keinenderartigen Schutz, dann übermauern sie die Straße,welche siezichen, durch ein Gewölbe aus mit Speichelgemengter Erde. Aus ihren Raubzügcn fallen sicgrößere Thiere an, u. sollen sie deren Augen znmersten Angriffspunkt wählen. Dem getödtctenOpfer saugen sie das Blut aus, zerschroten dasFleisch und schleppen es in ihre Schlupfwinkel.Lassen sie sich in menschlichen Wohnungen blicken,dann mahnt die allgemeine Flucht der Ratten,Eidechsen und anderen Ungeziefers den Menschen,schleunig die Flucht zu ergreifen. Zu ven eigent-lichen Knotcn-A. (Llxrmion Lat,-.) gehörenmeist kleine, hellgefärbte, in Europa zahlreich ver-tretene Arten. Die E citons leben in Brasilienu. Mittelamcrika u. sind bisher nur als Arbeiterbekannt geworden. Bei ihnen finden sich groß- ».kleinköpfige Arbeiter, welche aber nur bei einigenArten durch verschiedene Bildung der Kinnbackenbeweisen, daß sie verschiedene Arbeiten verrichten,während in den meisten Fällen Übergänge in Kör-pergröße u. keinerlei Unterschiede der Verrichtun-gen wahrgenominen wurden. Leiton llnmatn u. L.

ciropanopbora bewohnen die Ufer des Amazonen-stroms, wo sic in gedrängten Schaaren zu Millio-nen umherziehen. Sie überfallen u. tödten allesniedere Gethier, plündern u. zerstören selbst Wespen-nester. Das Zwitschern u. unruhige Flattern ein-farbiger Vögel, der A-drosseln, macht auf sie auf-merksam. Die Zug- oderVisiten-, auch Jä-ger-Ameise oopbaiotos L.) ist in ganz

SAmcrika unter dein Namen 8auba gefürchtet, weilsie viele Bäume, meist Cultnrbänme,' ihres Laubesberaubt u. in manchen Gegenden, wo sic in ungeheu-ren Massen vorkommt, den Ackerbau fast unmöglichinacht. Den Indianern gelten die mit Eiern an-gefüllten Leiber der Weibchen als Leckerbissen. Siebauen, wenn auch nicht sehr hohe, so doch rechtumfangreiche Hügel in Pflanzungen u. Gehölzen,u. gerade als Material zur Übcrwölbnng der Gängeihrer Wohnungen wählen sie Blätter. Eine andereihrer Untugenden besteht auch in den nächtlichenBesuchen, welche sie den Häusern abstattcn, umAlles zu plündern, was sie an süßen Stoffen fürsich verwcrthen können. Wenn von ihnen erzähltwird, daß sie die menschlichen Wohnungen vonlästigen Jnscctcn befreien u. so als deren Wohl-thäter erschienen, so dürste dies auf einem Jrr-thnm beruhen; daß sie, ohne eigentliche Ranb-A. zu sein, auch Jnsecten fressen und besondersderen Saft lecken, unterliegt keinem Zweifel; aberder Schade, den sie in den Wohnungen anrichten,ist entschieden viel größer, als ihr Nutzen. Welchwichtige Rolle die A. im Haushalte der Naturspielen, geht aus dem Gesagten deutlich hervor.Sie beseitigen hauptsächlich in den Tropen dienachtheiligen Folgen der dort schneller als bei unseintrelcnden Verwesungs- u. Fäulnißproccsse n.,indem sie, wie bei uns die Schlupfwespen, dortunter dem Ungeziefer anfränmen, sorgen sie fürnatürliches Gleichgewicht. Doch ist diese Ber-nichtungsarbcit dadurch auf ein gewisses Maß be-schränkt, daß sie wiederum von Vögeln, Gürtel-thieren, A-frcssern rc. verzehrt werden. Jeden-falls ist auch der Schade, den unsere einheimischenA. der Hausfrau durch Angreifcn ihrer Vorräthe,dem Naturforscher durch Zerstörung seiner Samm-lungen zufügen, nicht beträchtlich, zumal man siedurch stark riechende Substanzen (Kampher rc.) ver-treiben, durch Feuer u. siedendes Wasser vertilgenund von Obstbäumen durch Thcerringe abhaltenkann, ja, dieser Schaden ist gegen ihren Nutzenganz verschwindend; denn gleich den tropischentödten sie kleinere Jnsecten und räumen kleinereAase fort, wie man denn von Fröschen, Vögelnu. dergl. schöne Skelette erhält, wenn man diesel-ben, cingeschlosscn in eine durchlöcherte Schachtel,in einem A-Haufen vergräbt. Auch verwendetman sie selbst u. ihre Haufen zu warmen Bädernund bereitet aus formlos, rusir und 1?. inFra denA-spiritns (spiritns kvrmioarum), welcher A-säure,Fette und flüchtige Öle enthält. Früher gabman A. auch innerlich als diuretisches Mittel. Diekleinen Harzstückchen, welche in A-Hanfen gefundenwurden, nannte man Lanäaraog. Fsrmuuioa oderOlibanum silvsstrs oder 0. torrestra und be-nutzte sie zu Räucherungen rc. Klugheit undKunstsinn der A. waren schon den Alten bekannt;in der Bibel und bei Hesiod gelten sie als Shm-

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