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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
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527
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Ambra bäum

Anibrabaum, 1) so v. w. Ligniäambar; 2) sov. w. ^nbiiospormnm.

Ambrafett (Ambrain, Ambreln, Ambraharz),der aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoffzusammengesetzte Hauptbcstandtheil der grauenAmbra, aus welcher man ihn beim Ausziehenmit heißem Alkohol bis zu 85°/o erhält. BeimErkalten krystallisirt er in weißen, kugelig grnp-pirteu Nadeln aus, die angenehm riechen, inreinem Zustande aber gernch- u. geschmacklos,, sind,sich nicht in Wasser, dagegen in Alkohol, Äther,flüchtigen u. fetten Ölen lösen, bei 25" erweichen,bei 35° schmelzen n. bei 100° vollständig subli-msten. Mit Alkalien bildet das Fett keine sei-fen. Durch Oxydation mit Salpetersäure in verWärme bildet sich A-sänre, kleine, farblose Krystall-tafeln, wenig in Wasser, leichter in Weingeist n.Äther löslich, deren Schmelzpunkt bei 100° liegt.Sie besteht aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauer-stoff u. Stickstoff, bildet flelbe, unbeständige Salze,von denen die der Alkalien in Wasser löslich, dieanderen unlöslich sind.

Ambraharz, s. Ambrafett.

Ambraholz, so v. w. gelbes Sandelholz.

Ambraln, s. Ambrafett.

Ambrakia, 1) (a. Geogr.) Gebiet der gleich-namigen Stadt, an der NKnste des AinbrakischenMeerbusens (^.mbrnoins vinns, jetzt Bnsen vonArta). 2) Feste Stadt, am Fluß Arachthos, mitCastell Ambrakos, auf dem steilen Berge Peranthes.A. war eine alte dorische Stadt; 660 v. Chr.führte Gorgos oder Gargorsos, Sohn des KönigsKypselos von Korinth, eine Cvlonie von Korinthdahin. Äskulap wurde in A. verehrt. KönigPyrrhos residirte hier, verschönerte die Stadt,baute einen Palast, das Pyrrheum. Die Ainbra-kioten schlossen sich später aus Furcht vor Make-donien an den Ätolischen Bund an, bis A. vonden Römern unter M. Fulvius 189 v. Chr. be-lagert n. zur Übergabe gezwungen wurde.

Ambras (Amras), Df. im tiroler Bez. u. beiInnsbruck, am Inn: 1300 Ew.; mit Schloß,welches, im 13. Jahrh. erbaut, Hauptsitz der Gan-grafen von Andechs war, dann der Grasen vonTirol, später Lieblingsaufenthalt des ErzherzogsFerdinand II. und seiner Gemahlin PhilippineWelser; dessen 1570 hier angelegte berühmte Äm-braser Sammlung von Alterthümern, Rüstungen,Gemälden, Handschriften rc., von welcher nur derkleinste Theil hier geblieben ist, wurde 1806 nachWien gebracht u. im Belvedere ausgestellt. VomSchloßthnrm genießt man eine herrliche Aussichtüber das Innthal. Vgl. Köhler, Ambrosische Hel-dcnrüstkammer, Nürnberg 1735; Aloys Primisser,Beschreibung der Ambr. Sammlung, Wien 1819;Jos. Bergmann, Übersicht der Ambr. Samml., 3.Ausl., Wien 1856. Das Ambraser Liederbuch von1582, wieder herausgeg. v. I. Bergmann, Stutt-gart 1845 (12. Pnbl. des Literar. Vereins), ist eine1582 gedruckte Samml. von 262 Liedern, dereneinziges Exemplar in der Ambr. Sammlung er-halten. (Ein ganz ähnliches Liederbuch von 1584ist in der Stadtbtbliothek von Frankfurt a. M.)

Ambrieres, Stadt im franz. Arr. und Dep.Mayenne, am Zusammenflüsse der Mayenne undVarenne; Schloßruine, schöne Kirche aus dem 12.

— Ambrosia. 527

Jahrh., Fabrikation von Calicot, 18 Mühlen;2615 Ew.

Ambviz (Qnibanza), ein portugiesischer Districtin der Cvlonie Angola auf der Küste von Süd-gninea, zwischen dem Zaire und dem Flusse A.(oder Loge), der unter dem Gouverneur von An-gola steht. Die Stadt A., auch A. Porto do Am-briz, an der Mündung des Loge, wo der Hafeneines kleinen Negerrciches, dessen Haupt- n. Resi-denzstadt Qnibanza war. Die Portugiesen nahmen1855 A. in Besitz und bauten daselbst ein Fort;jetzt hat es mehrere Factoreien, hauptsächlich por-tugiesische, eine Kirche n. bedeutenden Haulel mitElfenbein, Kupfererz von Bcmba (Pcmpe), Eopaln. bis in die neuere Zeit auch mit Sklaven.

Anrbroix (Saint), Stadt im Arr. Alais desfranzösischen Dep. Gard, an der Cöze u. der Ei-senbahn (Lyonlinie); Seidenspinnerei, Zinkschmelz-hütte, Gerberei, Ziegclfabrikation; 4650 Ew.

Ambrönes (a. Geogr.), germanisches oder kel-tisches Volk, wahrscheinlich erst am Niederrhein;begleiteten die Cimbern und Teutonen auf ihrenZügen u. waren seit deren Niederlage vermnthlichin der Gegend von Embrnn seßhaft.

Ambros, August Wilhelm, Schriftsteller u.Componist der Gegenwart, geb. 17. Nov. 1816in Mauth (Böhmen); studirte die Rechte in Prag,wo er sich, wie auch später, mit Musik beschäftigte;er wurde 1839 beim Fiscalamt in Prag ange-stellt, 1848 Staatsanwalt in Preßangclegenheitenu. 1850 Staatsanwalt beim Prager Landgerichte,hierauf Directionsmitglied des Conservatoriumsin Prag; im Jahre 1869 übernahm er die Pro-fessur der Musik an der dortigen Universität undsiedelte 1872 nach Wien über, wo er u. a. alsLehrer bei Hofe u. als Redacteur des Feuilletonsder Wiener Zeitung thätig ist. Er componir.eOuvertüren u. Pidcen zu Genofeva, Öthello,Käthchen von Heilbronn, Lieder, ein 8babat rnatsr,eine Symphonie rc. u. schrieb: Cultnrhistorische

Bilder aus dem Musikleben der Gegenwart, 1860;Über die Grenzen der Musik u. Poesie, 1856 u.1872: sein Hauptwerk; die vortreffliche Geschichteder Musik, Breslau 1862—1868, 3 Bde. rc.

Amürosch, Joseph Julius Athanasiusnamhafter Alterthumsforscher, geb. 18. Dec. 1804zu Berlin; studirte daselbst 1825—1829 Philologie,besuchte 1829—1833 Italien, lehrte seit Michaelis1833 zu Berlin als Privatdocent u. ward 1334Professor der Philologie n. Archäologie zu Bres-lau; starb 29. März 1856. Er sehr.: Vs Inno,Berl. 1829; Ds Llmrontö kArnsoo, Berl. 1836 f.,u. verschiedenes auf römische Alterthümer Bezügliche.

Ambrosia (gr.), 1) Ämme des Dionysos zuDodona u. später Bacchantin; wurde in eine Rebeverwandelt. 2) Speise der Götter, wie Nektar derenTrank war; ihr Genuß gab nie verblühende Ju-gend u. Unsterblichkeit (was auch das Wort A.bedeutet) u. war daher den Menschen versagt; nurEinzelnen wurde sie durch die Gunst der Göttergewährt, jedoch mit Ausschluß der ewigen Erhalt-ung. 3) Salböl der Götter; daher 4) bei denalten Ärzten mehrere geheim gehaltene Mittel.5) Verschiedene liebliche Gegenstände, wie die Lilie,eine Art süßer Kuchen, ein Getränk ans Weinund Honig u. a.