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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
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526
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H26

Amboise -

Amboise, adeliges französisches Geschlecht, Be-sitzer der Stadt A.; erlosch mit Snlpice III. schonim 13. Jahrh. in männlicher Descendenz; dieErbtochter Margaretha heirathete Reinald vonBervie, nnd deren Sohn, Johann I. (st. 1274),ward der Gründer des neuen Hanfes Ä.; seine 2Enkel, Peter I. n. Hugo, stifteten im 14. Jahrh.2 Linien. Von der älteren Linie ist: 1) Louis,bekannt durch die Verfolgungen, welche er vonLa Tremonille, Karls VII. Günstling, erfuhr. Erverlor schon 1431 die Stadt A. wegen Felonie u.st. 1469; mit ihm erlosch seine Linie. Von derjüngeren Linie: 2) George, geb. 1460, anfangsBischof von Montanban u. Almosenier des KönigsLudwig XI., dann Erzbischof von Narbonne und1493 von Rouen, seit 1498 erster Minister unterLudwig XII. Papst Alexander VI. ernannte ihnzum Cardinal, zu seinem Legaten in Frankreich,u. nach dessen Tode strebte A. vergebens nach derpäpstlichen Tiara, weshalb er ein erklärter GegnerPapst Julius' II. war und selbst ein Schismazwischen der päpstlichen Curie n. der französischenKirche ins Leben rief. Als Minister Ludwigs XII.,welche Stellung er bis an seinen zu Lyon am25. Mai 1510 erfolgten Tode behauptete, erwarber sich die Liebe des Volks, führte eine Reformder Justiz durch u. erhöhte trotz der verderblichenKriege, welche zum Theil durch seine Schuld dieRegierung Ludwigs XII. erfüllten, niemals dieSteuern. Lebensbeschreibung von Montagncs,Paris 1631, und von Legendre, Rouen 1724,Amst. 1726. 3) Charles A. de Chaumont, geb.1472, wurde 1502 Generallientenant u. Gouver-neur von Paris, 1506 Gouverneur von Mailandu. Genna, war auch Marschall u. st. 1511. Diejüngere Linie starb mit Franxois Charles, fran-zösischem Generallientenant, der 1650 bei Bordeauxu. 1651 in Catalonicn focht nnd zuletzt General-gouverneur von Languedoc war, 1656 ans.

Ambon (gr.), Bühne, besonders in den alt-christlichen Kirchen der um mehrere Stufen er-höhte, unseren Kanzeln entsprechende Standort imSchiff der Kirche, von welchem herab die bibli-schen Abschnitte vorgelesen wurden; am Fuße des-selben hatten die Sänger ihren Standort; daherAmbonoklasten (d. h. Abbrccher des A.), Eiferergegen die Kirchenmusik. Die Ambonen warenursprünglich paarweise angebracht, mit 2 ausge-kragtcn Pulten. Die Form derselben sehr ver-schieden, rechteckig, achteckig, oder auch halbkreis-förmig; die Brüstungen meist prachtvoll ansge-stattet mit Mosaik, Marmorplattcn rc. In derGriechischen Confcssion findet sich der A. nur inden bischöflichen Kirchen; hier legt vor der Ge-meinde der Bischof die liturgischen Kleider an.

Ambosäten, 1) s. Ambcsaten; 2) (türkischeA.) bei den Niederländern im 16. Jahrh. 1 Fußlange Eisen an den Spitzen der Palissaden.

Amboss, 1) Werkzeug der Metallarbeiter ausEisen oder Stahl von verschiedener Größe u. Ge-stalt, zur Unterlage bei dem zu hämmernden Me-tall. Hammer-, Grob-, Anker-, Huf- u. Waffen-schmiede haben schwerere (2 bis 20 Ctr.); Schlosser,Kupferschmiede, Klempner rc. kleinere; Nagel-schmiede, Gürtler, Gold- u. Silberarbeiter rc. nochkleinere; die kleinsten die Uhrmacher u. Mechaniker.

— Ambra.

Die größeren sind, damit sie fest stehen, mit demFuße (Angel) in einen schweren, theilweise einge-grabenen Klotz, den Amboßstock, eingelassen; diekleinsten (Stecke!) werden beim Gebrauch in einenSchraubstock gespannt. Alle A-e sind auf ihreroberen, horizontalen, länglich viereckigen Fläche(Bahn) gut verstählt, sehr eben n. glatt. Au dengewöhnlichen A-en befindet sich an der Seite derBahn ein Loch zum Einstecken von Hilfswerk-zengen (als Abschrot, Gesenke rc.); auch sind in derHöhe der Bahn seitliche Verlängerungen, Hörner,angebracht, von denen das eine kegelförmig, dasandere viereckig zngespitzt ist u. welche namentlichbeim Umbiegen der Metalle nützlich sind. Beson-dere Arbeiten erfordern andere Formen der A-e:so die Stock-A-e mit kugelartigen Köpfen zumAusschlagen entsprechender Gefäße, die Hals-A-efür röhrenartige Formen, gekröpfte A-e mit rundenoder halbrunden Köpfen rc. Die A-e werden mit-tels eines, viele Ctr. schweren, durch Dampf- oderWasserkraft bewegten Hammers zusammenge-schmiedet. Die Bahn wird oft mit einer eigenenSchleifmaschine geschlissen. Die größten Amboßekommen bei Dampfhämmern vor und haben einder Schwere des Hammerbärs entsprechendes Ge-wicht. Es gibt deren von über 4000 Ctr. DerA. (lat. inons, gr. aümiin) soll nach der Sagevon Kinyras mit anderen Schmiedewerkzeugenerfunden worden sein; er kommt schon bei Homervor, wo sich seiner auch schon Goldschmiede be-dienen. 2) (Anat.) Eines der drei Gehörknöchel-chen, seiner Ähnlichkeit mit einem A. wegen sobenannt; s. n. Ohr.

Ambra (Amber, graue A., L. Arioso,), eineSubstanz, die an den Küsten tropischer u. zwischenden Wendekreisen liegender Länder (China, Java,Sumatra, Madagascar u. a.) in Stücken von ver-schiedener, zuweilen sehr ansehnlicher Größe ausdem Meere gefischt, oder an den Felsen hangendgefunden wird. Sie ist eine Art krankhafter Aus-scheidung aus den Gedärmen der Pottwale, indenen man sie bei todten oder kranken Thierengefunden hat. Es ist eine meist grau-braune, vonschwarzen, weißen oder gelben Adern durchzogeneMasse, die zuweilen Überreste von Seethieren(Tintenfischen), der Nahrung der Pottfische, ent-hält. Beim Erwärmen in der Hand wird sieweich u. verbreitet einen angenehmen Geruch; sieverbrennt mit rußender Flamme, wird von Was-ser nicht, von kaltem,Weingeiste schwer, leichtertenheißem, sowie von Äther, flüchtigen u. fetten Ölenaufgelöst, ebenso von wässerigen Alkalien u. Am-moniak beim Erwärmen. Hauptbestandtheil Am-brafett, daneben kommt etwas Bcnzod- undBernsteinsäure vor. Durch Destillation mit Was-ser erhält man das hellgelbe, wohlriechende A-öl.Während sie früher als Medicament benutzt wurde,dient sie jetzt nur noch zu Parfümerien. Siekommt wegen ihrer Seltenheit wenig rein imHandel vor n. ist oft nur ein mit Moschus par-fümirtcs Gemenge von Benzoeharz, Weihrauchu. anderen,Stoffen. Doch läßt sich die echte A.durch ihr Äußeres u. ihre Löslichkeit in Alkoholund Äther von den gefälschten Producten unter-scheiden. Flüssige A., so v. w, Storax. GelbeA., so v. w. Bernstein.