Ambivareti -
strafe erlegen sollten u. um kein Amt mehr sichbewerben durften; s) Osx lulliu, 63 V. Chr., vomKonsul M. Tullius Cicero, wonach Keiner, der sichum ein Amt bewerben wollte, 2 Jahre vorherdem Volke Festlichkeiten geben u. die Überführtenmit lOjährigem Exil bestraft werden sollten; I) OsxOompoza äs vi et ambibu, S2 v. Ehr., wodurchdas Exil auf Lebenszeit ausgedehnt wurde; §) nachder Osx lulia, 18 v. Chr., wurde nur die An-wendung gewaltsamer Mittel mit dem Exil bestraft.Da unter Tiberius das Wahlrecht aus den Senatüberging, wurden die Bestechungen bei den Sena-toren angewendet, wogegen „Kaiser Trajan ein-schritt. Später wurden die Ämter durch die Ver-wendung der Umgebung des Kaisers vergeben, u.es entstand ein förmlicher Handel damit. Rinkes,Os orimius ambitus, Leyden 1854 (Preisschr.).3) In der Musik der Umfang einer Tonreihe,insbesondere der für den altkirchlichen Gesangfestgesetzte Tonumsang, sowie die Jutervallen-complexe, aus welchen die einzelnen Tonartenbestehen.
Ambivareti, gallisches Volk, unter dem Schutzeder Äduer, vermuthlich nördl. an deren Grenze.
Ambleside (spr. Ämbelseid), hübsch gelegenerFlecken am Winandermeer in der englischen Graf-schaft Westmooreland; hat Wollenzeugfabriken, röm.Alterthümer; 1988 Ew.; im Sommer viel vonReisenden besucht.
Ambleteuse, Hafenstädtchen im Arr. Boulognedes französischen Dep. Pas de Calais, an derMündung der Slack; Fischerei, Seebäder; 700 Ew.;1689 Landungsort des vertriebenen Königs Jakob II.von England. Dabei eine 1805 von Napoleon derArmee errichtete Granitsänle.
Amblyopie (v. Gr.), Stnmpfsichtigkeit, Schwach-sichtigkeit, bedingt durch Störungen im Gebiete deslichtempfindlichen Apparats, also der Netzhaut,des Sehnervs und Gehirns; kommt angeboren,häufiger aber erworben vor, oft mit Farbenblind-heit sin den peripherischen u. centralen Theilendes Gesichtsfeldes, sowie mit anderweitigen Ge-sichtsfeldstörungen combinirt. Unter den mannig-faltigen Ursachen spielt auch der Mißbrauch vonTabak u. Spirituosen eine Rolle. Die A. gehtdurch Fortschreiten oft in Amaurose über.
Ambo, so v. w. Ambon.
Amboina, Insel, s. Amboinen.
Ambomaholz, rothgelbes, sehr hartes, feinesTischlerholz, von Amboina.
Ämbornen, Inselgruppe im Indischen Ocean,zu den Molukken gehörig, zusammen 29,572 km('537 !HM), wovon 479 s^M den Niederländernunterworfen sind, mit 170,600 Ew. (1866), Al-furen der einheimischen Bevölkerung, meist insInnere verdrängt, Malaien, Europäern, Chinesen;gebirgig (bis 2900 m) u. fruchtbar, aber schwachangebaut; Hauptproduct: Gewürze. Hierzu: a) Am-boina, unter niederländischer Herrschaft; 16 s^M;31,000 Ew. Die Insel besteht aus erhobenenKorallen, bedeckt mit vulkanischen Thonmassen; un-gesund u. von Erdbeben heimgesucht; der Haupt-sitz des Gewürzuelkenbanes; ferner Muskat- u. kost-bare Holzbäume. DieStadtÄmboina, an einer brei-ten Bucht, ist Sitz des Gouverneurs der Molukken;Handel, Schiffswerft; 10,000 Ew. b) Ceram
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(Sirang), 330 UM, 66,000 Ew.; gebirgig, vul-kanisch, mit heißen Quellen, reich an Sagopalmen.An der Küste seeräuberische Malaien, unter demNiederländern zinspflichtige Häuptlinge, im Innernrohe Alfuren; Orte: Festung Karin, OrtElaputi,Hafen u. Feste Wahaai; in der Nähe die Insel-gruppe Keffing. o) Buru, 103 HW, PN Innernmit großem,See; 60,000 Ew., Malaien u. Al-furen; Stadt: Buru; Handel, ä) Die kleinerenInseln westl. Amblau, Mauipa, Kelang, Bonoa^südl. Haruko (Oma), Saparna (Hanimoa), Nussa-Laut, östl. Ceram-Laut, Goram, Tenimbar, Mana-vulka u. a. Die A. wurden 1564 von den Por-tugiesen besetzt, welche sie aber 1607 an die Hol-länder verloren. Zu gleicher Zeit suchte die Eng-lisch-ostindische Compagnie sich dort festzusetzen,was zu langwierigen u. blutigen Kämpfen Anlaß,gab. 1796 kam Ä. in den Besitz der Engländer,im Frieden von Amiens 1801 an die Holländer;1810—14 waren wieder die Engländer Herren derInsel; durch den Pariser Vertrag von 1814 be-findet sich die Inselgruppe im unbestrittenen Besitzeder Holländer. Das Colonialsystem, welches dieHolländer auch hier eingeführt haben (s. Nieder!.Gesch.), hat sich wenig bewährt und ist theilweiseschon seit 1824 aufgegeben; die gänzliche Aufheb-ung wird wol nicht mehr lange ausbleiben.
Amboise, St. an der Mündung der Masse indie Loire (über die eine große eiserne Brücke) u.der Bahn Orleans-Tours, im Arr. Tours desfranz. Dep. Jndre et Loire; Schloß, Fabriken inWollen- und Seidenzeugen (Amboisienne), Tuch,Etamin, Stahl, Eisen- u. Stahlwaaren (hes. Fei-len), Leder, bedeutende Leinenweberei, Handel mitWein rc.; 4188 Ew. Das auf hohen Felsen ge-legene, mit Rundthürmen versehene Schloß, ausder Römerzeit stammend, im 9. Jahrh. von denNormannen zerstört, aber wieder aufgebaut, wurdeunter Karl VII. erweitert und befestigt, späterStaatsgefängniß, von Louis Philipp wieder zurkönigl. Residenz hergestellt u. restaurirt. A. wirderst im 6. Jahrh. von Gregor v. Tours als Am-bacia erwähnt. Hier am 30. Sept. 1174 Friedezwischen König Heinrich II. v. England undseinen Söhnen (s. England.). A. gehörte anfangsden Herzögen v. Anjou, später eigenen Herren v..A., denen es 1431 wegen Felonie abgesprochenwurde. Es kam nun in königlichen Besitz, undoft verweilten die Glieder des Hauses Valoishier; Ludwig XI. stiftete hier den Michaelsorden;Karl VIII. wurde dort 1470 geb. n. st. daselbst1498; er soll in den Thürmen des Schlosses15,000 Personen haben verschmachten lassen. Hier1560 Verschwörung der Hugenotten unter la Re-naudie, welche die Gefangennahme des KönigsFranz II. u. der Guisen bezweckte, aber entdecktwurde; 1200 Protestanten wurden in Folge da-von hingerichtet. Den 19. März 1563 Publicir-ung des Edikts von A. wegen der freien Übung,des reformirten Gottesdienstes der hohen Lehens-besitzer. 1762 kam A. an den Herzog v. Choi-seul u. dann an den v. Penthiövre. In der neue-sten Zeit gehörte es der Familie Orleans u. wardim Juli 1852 von dem Kaiserthum confiscirt,nach dessen Fall wieder restituirt. 1848 bis 1852saß Abd-el-Kader im dortigen Schlosse gefangen.