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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Amoioncnstrom.

der längste, so doch mächtigste Strom der Erde,für dessen riesige Verhältnisse dem Europäer jedeVorstellung fehlt. Sein Flußgebiet, welches dengrößten Theil von Ecuador, Peru und Bolivia,ganz NBrasilien, sowie Theile von Columbia u.Venezuela umfaßt, beträgt ca. 690,000 fDkm,n. A. nur etwa 500,000 Er nimmt über

60 Flüsse von der Größe der Wolga u. der Donauauf, mehrere derselben rivalisiren in Bezug aufWassermasse u. Bedeutung mit dem Hauptstrome.Der Strom, der in seinem unteren Laufe Ama-zonas heißt, ist von der Straße von Obidos andurchschnittlich 7 Icm breit und über 40 m tief.Bei seinem Ansflusse mißt er eine Breite von über300 Icm u. ist mehr als 180 m tief. Noch über290 Icm in die See hinaus ist seine Fluth be-merkbar, u. beim Eintritt ins Meer bietet er inVerbindung mit der Fluth eine der großartigstenNaturerscheinungen, gleichsam einen Zwcikai. Pfzwischen Fluß und Meer (Pororoca), wodurch dieEinfahrt zeitweise sehr gefährlich ist. Der Einflußvon Ebbe u. Fluth macht sich über 740 Icm auf-wärts bemerkbar. Er hat verschiedene Strom-schnellen (durch Verengerung der Ufer z. B. beimPongo von Manseriche, wo er, von 80 m auf48 m zusammengedrängt, in 1 Secunde mehr als4 m durchläuft), weiter dnrchschneidet das Flußbetteine wenig geneigte Ebene, zeigt namentlich inseinem unteren Theil viele Inseln und verursachtzur Regenzeit regelmäßig ungeheure Überschwemm-ungen, die, bis zu 16 m steigend, das Land aufviele Meilen weit 3—4 Monate laug unter Wassersetzen u. daher eine unüberwindliche Schwierigkeitfür die Colonisation der Ufer bilden. DerOnell-flnß des A-s wird gebildet ans den Flüssen->) Tunguragna, der 3800 m ü. d. M. auf demHochlande der Anden in der peruanischen ProvinzJnnin aus dem See Llauricocha entspringt, vor-zugsweise den Namen Maranon trägt u. in nordwest-licher Richtung bis Jaen de Bracomoros strömt, woer schiffbar wird n. sich östl. wendet; b) Hnallaga, wel-cher 4400 m ü. d. M. ebenfalls auf den Anden beiCerro de Pasco entspringt; e) Ucayale, welcherseine äußerste Quelle in dem von den Kordillerenbei Caylloma kommenden Apnrimac hat, sich durchden bei Ayacucho entspringenden Mantaro ver-stärkt, eigentlich der wahre Onellstrom ist u. beiNauta sich mit dem Maranon vereinigt. Von hieran führt der Strom den Namen Solimöes, nimmtvon N. her den Napo, von S. den Davari auf,zieht sich daun, seinen Lauf ostwärts verfolgend,durch die brasilianische Provinz Alto-Amazonas,nimmt unweit Barro do Rio Negro den RioNegro auf, durchströmt, von der Einmündung desMadeira an erst A. genannt, die brasil. Pro».Gräo-Para, nimmt weiterhin rechts den Tapajosu. Lingu auf u. mündet nach einem Laufe vonannähernd 6000 km, wovon fast 4000 Icm durchDampfschiffe befahren werden können, in denAtlantischen Ocean, wo er durch einen kleinenArm mit dem Rio Para, der Mündung des To-cantins, in Verbindung tritt, mit welcher er dieInsel Marajö bildet. Durch den Casiquiare stehtder Rio Negro u. so der A. mit dem Orinoco inVerbindung. An seinen Ufern herrscht die üppigsteVegetation, u. enthalten die Waldungen (Urwälder)

eine fast beispiellose Fülle von ausgezeichneten Pro»ducten aus dem Pflanzen- u. Thierreiche. Überdieserzeugt der vortreffliche Boden Kaffe, Cacao, Zuckeru. Baumwolle in reichlicher Menge, während dasMineralreich große Schätze bietet. Die Bewohnersind fast ausschließlich Indianer, die in mehr als80 Stämme zerfallen. In neuerer Zeit habensich, durch die brasilianische, peruanische u. bolivia-nische Regierung begünstigt, mehrere Gesellschaftengebildet, und sowol auf dem A. selbst, von Peruaus bis an seine Mündung, als auch auf seinengrößeren Nebenflüssen regelmäßige Dampfschiff-fahrten organisirt, welche in den letzten Jahren sichgünstiger entwickelten und dazu beitragen werden,die Wichtigkeit des A-s in Bezug auf Handel undCivilisation von Südamerika zu erhöhen. Ebensowird von Seiten der brasilianischen Regierung dieColonisation der Ufer unterstützt. Die Mündungdieses Stromes wurde von dem Spanier Pinzon1498 entdeckt; befahren wurde er zuerst 1541 vonOrellana, von Ursna 1560, Raphael Fcrrer 1602;Terjeira kam bis nach Pahamino aufwärts, Acunan. Artieda fuhren von Perm ans bis Para herab1639, Coudamine befuhr den ganzen Fluß 1743und 1744, später mehrere Andere. Der JesuitSamuel Fritz (Apostel des A-s genannt) gab 1707die erste Karte von ihm herans. In den letztenJahrzehnten besuchten ihn A. v. Humboldt, R.Schombnrgk, Pöppig, der 1826—1832 den größtenTheil Amerikas (Reise in Chile, Peru u. auf demA., Lpz. 1835, 2 Bde.) u. I. I. v. Tschudi, der1828—35 Peru (Peru, St. Gallen 1846, 2 Theile)bereiste; ferner: Prinz Adalbert von Preußen1842, Graf Castclnau 1846. In den Jahren1842—46 ließ die brasilianische Regierung durcheine astronomisch-nautische Expedition eine voll-ständige Aufnahme vom Laufe des A-s ausführen.Namentlich ist auch z» erwähnen die im Aufträgeder Negierung der Ver. St. von NAmerika unterLeitung der beiden Marinelientenants L. Hcrndonund Lardner Gibbon 1850—1852 unternommeneExpedition. Agassiz, der den Strom 1867 bereiste,fand 1163 neue Fischspecies in seinen Gewässern.Der Engländer Wickham befuhr den Rio Neground Orinoco 1869, Bericht, Lond. 1872; derdeutsche Ingenieur Keller-Leuzinger 1873 den A.u. Madeira. Die im I. 1852 gebildete brasilia-nische Dampfschifffahrtsgescllschaft hat sich mit einerenglischen Gesellschaft vereinigt. Para, an derMündung des A-s, steht durch regelmäßige Dam-pferliuieu mit Liverpool, Havre, Nem-Dork u. RioJaneiro in Verbindung. In den letzten Jahrenhat man dem oberen Laufe der bolivianischen u.peruanischen Nebenflüsse, wo jetzt auch Schienen-wege gebaut werden, besondere Aufmerksamkeit zu-geweudet. Seitdem die brasilianische Regiernngdie Schifffahrt auf dem A. freigegeben (7. Sept.1867), ist überhaupt ein neues Leben auf demStrome entstanden, der in der durch ihn u. seineNebenflüsse gebildeten schiffbaren Straße von130,000 Icm und dem mannigfaltigen Reichthumseiner Uferlandschaften ein unerschöfliches Gebietfür den Handel eröffnet. Vgl. Herudon, Rxxlo-raticm ob Valls^ ok ^marou, Wash. 1854; Batcs,Rire diainraliat on tbs River ^ma^ouas, 2. A.,Lond. 1864, deutsch, Leipz. 1866; Ooutribubiolls