Amazirghen —
König von Inda (838—809 v. Chr.); erfochteinen Sieg über die abgefallenen Edomiter, wurdeim Kampfe gegen den König Joas von Israelgeschlagen u. gefangen; wieder frei, herrschte ernoch 15 Jahre in Juda, bis er zu Lachisch durchVerschworene fiel.
Amazirghen, ein Hauptstamm der marokkani-schen Berber; wohnt vom Atlas bis ins Riffam Mittelmeere, wo man die Bewohner als See-räuber fürchtet, und am Südabhange des Atlasbis Tafilelt hinein als Bienen- u. Ziegenzüchter,die unter Zelten oder in Höhlen leben.
Amazonas (auch Alto A.), 1) nach Matto-Groffo die größte Pro», des KaiserthnmS Brasilien,an beiden Ufern des Amazouenstroms; grenztim N. an Columbia, Venezuela und Guiana,im O. an die Provinz Gräo-Para, im S. an dieProvinz Matto-Grosso und die Republik Bolivia,im W. an Peru u. Ecuador; sie zählte 1867 auf1,951,467 fiflciu (35,439 ^ZM) 70,000 Freie u.Sklaven, außerdem eine sehr große Anzahl vonIndianern, deren Zahl für A. und die ProvinzGräo-Para zusammen auf 140,000 angegebenwurde. Durch den Amazonenstrom u. dessen zahl-reiche Nebenflüsse für den Handel günstig gelegen,steht dieser Provinz eine große Zukunft bevor, daauch der Boden äußerst ergiebig ist. Products:Reis, Zuckerrohr, Kautschuk, Kaffe, Baumwolle,Indigo, Südfrüchte (doch nicht Feigen u. Wein),Jalappe, Jpecacuanha, Sassaparilla, Ingwer,Vanille; Landbau u. Viehzucht sind unbedeutend.Das Klima ist sehr heiß. Hauptstadt: Manoas,auch Barra do Rio Negro genannt, am Rio Negro,15 km von dessen Einfluß in den Amazonenstrom;6000 Ew.; sie ist die Hauptstation für die Dampf-schifffahrt am Amazonenstrom, zugleich Stapelplatzder Landesproducte, die für Para bestimmt sind.2) Departimento in Peru, im N. des Landes, amMaranon u. in den östlichen Cordilleren; meistebenes, reich bewässertes Land von großer Frucht-barkeit, die aber nur wenig ausgenutzt werdenkann wegen Mangels an Arbeitskräften; zur Aus-fuhr gelangen gute Strohhllte u. Hängematten;kaum 38,000 Ew.; Hauptstadt: Chachapoyas mit8000 Ew.
Amazonen, 1) (griech. Myth.), kriegerischeFrauen, Töchter des Ares, die bei Homer nur bei-läufig als Kämpferinnen in„Lykien u. Phrygien,dann aber in dem Epos Äthiopis des Arktinosunter ihrer Königin Penthesilea als Freundinnender Trojaner mit Achilleus u. den Griechen imKampfe erscheinen. Die ausgebildete griechischeSage kennt sie als aus dem Reiche der Skytheneingewandert, wohnhaft am Kaukasus, in Kappa-dokien und am Schwarzen Meere, wo auch einBerg Amazonws u. eine Niederlassung Ainazo-nion erwähnt wird, u. von wo aus sie Ephesos,Smyrna u. andere Städte gegründet haben sollten.Die A. Pflogen, nach der Sage, der Erhaltungihres Staates wegen nur im Frühjahr mit denMännern der Nachbarstaaten Umgang; alle Knaben,die sie gebaren, wurden entweder sogleich getödtct,oder den Vätern zugesandt; die Mädchen dagegenwurden von Jugend auf in den Waffen geübt. DieA. trugen einen halbmondförmigen Schild, Streit-axt, Lanze, Bogen u. Pfeile u. fochten meist zu
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Pferde. Jede Amazone mußte Jungfrau bleiben,bis sie 3 Feinde getödtet hatte. Von ihren an-deren Kämpfen sind der Raub des Gürtels derKönigin Hippolyte (auf Vasenbildern heißt sie An-dromache) durch Herakles und die Entführungder Antiope durch Theseus nebst der darauf fol-enden Schlacht zwischen den A. und Athenernerühmt. In späteren Kämpfen mit den Griechengerieth ein Theil der A. in Gefangenschaft: dieseermordeten ihre Wächter, entkamen u. verbandensich mit einem Stamme freier Skythen, aus wel-cher Verbindung die Sauromaten entsprungen seinsollen. Nach einer anderen Sage lebten A. unterder Königin Myrine am Triton-See in Afrika;dieselben machten große Eroberungszüge, bis sievon Herakles ausgerottet wurden. Noch Alexan-der d. Gr. ward von einer Amazone, Thalestris,besucht, die durch ihn ihr Geschlecht fortpflanzenwollte; ja, Zeitgenossen Pompejus d. Gr. wolltennoch A. am Kaukasus gesehen haben. Die be-kannte Deutung des Wortes Amazone als Brust-lose ist unrichtig, eher richtig ist die Deutung: alsStarkbrüstige. In der plastischen Kunst sind sieauch immer mit zwei Brüsten, nie mit einer dar-gestellt. Vergl. Pott, Namen von A. in KuhnSZeitschr. für vergleichende Sprachforschung, VIII.,425 ff. Nach Herodot hießen sie bei den SkythenOiorpata, Männertödterinnen. Zur Entstehung derSage von den A. mag eine dunkle Kenutniß vonVerhältnissen, wie bei den Skythen, wo um 530v. Ehr. die Massageten von der Königin Tomyrisbeherrscht wurden u. die Frauen auf die Jagd u.in den Krieg zogen, mitgewirkt haben. So auchin Afrika: der König des Negerstaates Dahomehhat noch jetzt eine starke weibliche Heerschaar;ebenso hatte der König von Dingka am WeißenNil eine aus Weibern bestehende Leibwache. Auchin Böhmen sollen tapfere Frauen, die 739 ihreMänner ermordeten, sich 7 Jahre lang mit denWaffen behauptet u. selbstständig gewaltet haben;s. u. Böhmen. Aus der Literatur über die A.sind zu erwähnen: Nagel, Gesch. der A., Stuttg.1838; Mordtmann, Die A., Hann. 1862; Steiner,Über A-mythus in der alten Plastik, Leipz. 1857;Stricker, Die A. in Sage u. Gesch., Berl. 1868.Die A. waren stets ein beliebter Stoff der Kunst,so für Phidias, Alkameues u. A. (vgl. Bassä), u.in vielen Statuen u. Sarkophagreliefs sind unsA. erhalten. Unter den neueren Gemälden ist dieAmazonenschlacht von Rubens in München, vonplastischen Darstellungen die Amazone von Kiß vordem Museum zu Berlin berühmt. 2) So v. w.kühne Reiterinnen.
Amazonen, Benennung mehrerer Vögel, z. B.1) des A-Ammers (Lmberira, amuMua), aus Su-rinam, braun, gelbscheitelig; 2) des A-Eisvogels(^.loscko a.). dunkelgrün, weiß und schwarz, ausCayenne; 3) des Ä-Papagei (Lürz'sotis ainaro-nious), hellgrün, Stirn himmelblau, Wangen undKehle gelb, Flllgelbug roth.
Amazoncnstcin, grüne, aus Sibirien undGrönland stammende Varietät des Feldspaths dieals Halbedelstein öfter verschlissen wird. SchöneExemplare finden sich im Petersburger Cabinet.
Amazonenstrom (Maranon, von den In-dianern G ne ana genannt), der, wenn auch nicht