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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Alkäos — Alken.

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alkoholhaltigen Flüssigkeiten und Fetten, selbst zumFärben der Fingernägel und enthält einen rothenFarbstoff, das Alkannaroth oder Alkannin,früher auch Pseudalkannin, Anchnsasäure, Anchusingenannt, welches durch Alkohol, Äther oderSchwefelkohlenstoff ausgezogen und gereinigt wird,wonach es ein rothes, amorphes Pulver bildet,in Wasser unlöslich, in obigen Flüssigkeiten, sowiein Fetten und flüssigen Ölen und Essigsäure lös-lich. Durch Salpetersäure wird es zersetzt, schmilztbei 60° und snblimirt bei höherer Temperaturzum Theil unzersetzt. Mit Alkalien und Erd-alkalien gibt der Farbstoff blaue, in Wasser,Alkohol, Äther lösliche Verbindungen. Die Lösungvon A-roth in Alkohol bildet mit Metallsalzen ver-schiedengefärbte Niederschläge; durch längeres Kochenwird sie zersetzt, und es bildet sich unter Kohlen-säureentwickelung ein schwarz-grüner, in Alkoholund Äther löslicher Körper, das Alkannagrün.Die Lösung ist bei auffallendem Lichte grün, beidurchfallendem violett gefärbt. Diese Umwand-lung , welche durch Salzsäure verhindert wird,findet leichter in Gegenwart eines in dem unreinenWurzelauszuge enthaltenen braunen Extractivstoffesstatt. Weil das A-roth durch die geringstenSpuren von Alkalien blau gefärbt wird, ist es einempfindliches Reagens auf letztere, sowie die blaueLösung zur Erkennung von Säuren dienen kann.

Alkäos, 1) Fürst von Tiryns in Argolis,Sohn des Perseus und der Andromeda, Vaterdes Amphitryon und daher als Großvater desHerakles anzusehen, der nach ihm der Alkide heißt.2) Sohn des Herakles von einer Sklavin derOmphale, mythischer Ahnherr der heraklidischenKönige Lydiens (1200 bis 716 v. Ehr.) bis aufKandaules. 3) Griechischer Lyriker aus Mitylenein Lesbos, um 610 v. Ehr., Zeitgenoß u. Lands-mann der Dichterin Sappho und des weisen Pit-takos. Mit Leib und Seele gehörte er dem ritter-lichen Adel von Lesbos an und kämpfte dahernicht nur gegen die Tyrannen, wie Melanchrosund Myrsilos, sondern ebenso heftig gegen denvom Volke erwählten Äsymneten Pittakos, deraber, obwol von A. tief beleidigt, ihm milde ver-zieh. Den Rest seines Lebens verblieb A. ruhig inLesbos, nachdem ihn vorher die Wogen des Krie-ges bis nach Ägypten in die Verbannung ge-worfen hatten. A. führte Schwert und Leyer mitgleicher Begeisterung; von seinen wenigstens zehnBücher umfassenden Liedern, welche die Liebe, denWein, besonders aber seine Kämpfe u. die politischenParteiungen besangen, kennen wir gerade genugFragmente, um ihren Verlust lebhaft zu bedauern.Sie sind im äolischen Dialekt in ebenso lieblicher,wie einfach-kräftiger Sprache geschrieben; heraus-gegeben in Bergks §raAmsnta post. Izwio. §ras-eorrrm. Nach ihm ist das alkäische Versmaßbenannt. Horaz ahmte ihn in seinen Oden viel-fach nach.

Alkargen, s. Alkarsin.

Alkarsin (Kakodylopyd), ein schon seit 1760bekannter und nach seinem Entdecker Cadets rau-chende Flüssigkeit genannter organischer Körper,welcher bei der Destillation eines Gemenges vonentwässertem essigsaurem Kali und arseniger Säureentsteht. Es bildet eine wasserhelle, stark licht-PiererL Aniversal-CMversatieiis-Lexitcn. 6 Anfl. I

brechende, äußerst widerlich riechende und giftigeFlüssigkeit, welche hauptsächlich ans Arsendimethyl-oxyd besteht und etwas Arsendimethyl enthält.Letzterer Körper ertheilt dein A. die Eigenschaft,sich von selbst an der Lust zu entzünden, weshalbes in gekühlten und gut schließenden Apparatenunter Wasser anfgefangen werden muß. Aus demdurch Behandeln ves A-s mit concentr. Salzsäureebildeten Arsendimethylchlorid er-

litt man durch Erhitzen mit Zink auf 100° in.einer Atmosphäre von Kohlensäure das freie Ra-dikal Arsendimethyl (Dimethylarsin) ^s(68,)zals wasserhelle, bei —6° erstarrende, bei 170°siedende Flüssigkeit, die wegen ihres unangeneh-men, dabei giftig wirkenden Geruches auch Kako-dyl genannt wird. Sie ist in Wasser wenig, inWeingeist und Äther leicht löslich, raucht und ent-zündet sich an der Luft und verbrennt mit fahlerFlamme unter Bildung weißer Wolken von arseni-ger Säure. Das Arssndimethyloxyd oder Kako-dyloxyd L.S2(08g)jO, der Hauptbestandtheil desA-s, bildet sich auch bei langsamer Öxydation desKakodyls neben Kakodylsäure. Eine ebenfallswiderlich riechende, bei 150° siedende Flüssigkeit,die weder raucht, noch selbst entzündlich ist. Dereingeathmete Dampf erzeugt Übelkeit, wirkt indeßnicht nachhaltig giftig. Es verbindet sich als starkeBase mit Säuren zu Salzen, welche nicht schwerkrystallisiren. Es oxydirt langsam zu Kako-dylsäure (Margen) ^(OUzs-zOzll. Diese erhältman durch Einwirkung von Qneckstlberoxyd aufKakodyloxyd oder auf rohes A. unter Wasserals große, färb- und geruchlose Krystalle vonschwach saurem Geschmack, welche nicht giftig sindund bei 200° schmelzen. Mit Basen bildet dieSäure Salze, durch phosphorige Saure wird siezu Kakodyl redncirt. Letzteres bildet außerdemVerbindungen niit Brom, Jod, Fluor, Cyan u.Schwefel, die sich alle durch widerlichen Geruchauszeichnen. Das Kakodyl war lange Zeit daseinzige Beispiel einer Verbindung eines Metalls(Arsen) mit einem organischen Radikal (Methyl).Seitdem ist es aber gelungen, auch andere Ele-mente mit organischen Radikalen zu vereinigen;so hat man Verbindungen dargestellt von Methyl,Äthyl, Amethyl außer mit Arsen auch mit Anti-mon, Zink, Zinn, Wismuth, Quecksilber, Blei,Bor, Silicium, Schwefel, Selen, Tellur u. Phos-phor. Alle diese Körper sind deshalb von Wich-tigkeit, weil sie die Unhaltbarkeit der Ansicht dar-gethan haben, die organischen Körper seien nuraus einer beschränkten Anzahl Elementen, Kohlen-stoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, «chwefelu. s. w., zusammengesetzt. Auch sind einzelnedieser Verbindungen dadurch interessant, daß Stoffe,wie Arsen und Antimon, in denselben vollständigihre sonst giftigen Eigenschaften einbüßen.

Alkaffar (Kassr el Kebir), Stadt am Elkos, inder marokkanischen Prov. el Garbieh; ehemals ponBedeutung (30,000 Ew.), jetzt verfallen, (5000 Ew.).A. wurde 1217 von den Portugiesen erobert. Hier1578 Schlacht, wo König Sebastian von Portugalverschwand u. wahrscheinlich ums Leben kam.

Alken, Familie der Schwimmvögel, plumpe,fast tölpelhafte, etwa entengroße Vögel, welchedurch ihre verhälmißmäßig kleinen Flügel u. ihre

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