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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Alkalische Erden — Alkanna.

Alkalische Erden (Chem.), die Oxyde, rcsp.Oxydhydrate der Erdalkalimetalle: Baryt, Stron-tian, Kalk und Magnesia. Sie stehen in ihremchemischen Verhalten den Alkalien nahe, find abervon denselben durch ihre Schwerlöslichkeit (Mag-nesia ist fast unlöslich) und durch die Unlöslichkeitihrer kohlensaurer! Salze in Wasser verschieden.Die a. E. wurden mit Ausnahme des seit denältesten Zeiten bekannten Kalkes erst im vorigenJahrh. als cigcnthümliche Erdarten erkannt, manhielt sie, wie die Alkalien, für einfache Stoffe.Davy, sowie theilweise Berzelius und Pontin,wiesen 1808 nach, daß sie Metalloxyde, mithin zu-sammengesetzte Körper sind. An der Magnesiazeigte Black 1755 zuerst den wahren Unterschiedzwischen milden und ätzenden Alkalien, resp. alkal.Erden.

Alkalische Mineralwasser, solche, die Al-kalien enthalten, z. A. Karlsbad, Pfäffers, Bertrich.

Nlkalisiren, 1) mit Alkali versetzen; 2) znAlkali verbrennen; 3) auslangen (Älkalisirnng).

Alkaloide, Psianzcnbascn (Ehern.), Name füreine Anzahl stickstoffhaltiger organischer Basen,die, an Säuren gebunden, als der wirksame Be-standtheil in vielen Pflanzen Vorkommen und sichentweder durch Giftigkeit oder Heilkraft anszeichnen.Während die Wirkungen der betreffenden Pflanzenmeist länger bekannt waren, ist die Eigenthurn-lichkeit der sie bedingenden Stoffe erst in diesemJahrh. festgestellt worden; seitdem ist es gelungen,über 100 dieser A. darzustellen, eine Zahl, diedurch fortgesetztes Untersuchen neuer Pflanzen nochbedeutend vergrößert werden mag. Nicht allePflanzen scheinen indeß A. zu enthalten. An» ver-breitetsten sind dieselben in den Dikotyledonen, woihr Vorkommen mit dem Familicncharakter derPflanzen in Verbindung steht, so daß z. B. einigeFamilien, wie die Solancen, reich sind an ver-schiedenen A-n und fast in jeder Art ein besonderesenthalten, während in anderen Familien, wie inden Strychnosartcn, dasselbe Alkaloid in vielen Artenverbreitet ist; in zahlreichen Familien, woruntereinige der bedeutendsten (Labiaten n. Compositcn),sind noch keine A. gefunden worden. Wenn dieA. auch in der ganzen Pflanze verbreitet find,so ist doch ihr hauptsächlichstes Vorkommen ansdie Früchte und Samen beschränkt; baumartigeGewächse führen sie auch in der Rinde (Chinin).Die Methode der Abscheidnng der A. aus denPflanzentheilen richtet sich nach der Natur derselbenund ist verschieden, je nachdem sie flüssig, fest,flüchtig, in Wasser schwer oder leicht löslich sind.Die meisten A. sind krystallisirbar, nicht flüchtigund zersetzen sich beim Erwärmen. Diese werdengewöhnlich mit Säuren ausgezogen, durch stär-kere anorganische Basen abgeschieden und durchoftmaliges Umkrystallisiren oder Darstellung vonSalzen gereinigt. Wenige, wie Nicotin u. Coniinsind flüssig, lassen sich destilliren und enthaltenkeinen Sauerstoff. Fast alle sind in Wasser weniglöslich, „die gewöhnlichen Lösungsmittel sind Al-kohol, Äther, Chloroform, Benzol, Amylalkohol.Die Lösungen reagiren alkalisch und schmeckenbitter; mit Säuren verbinden sie sich zu Salzen,welche in Wasser mehr oder weniger löslich sind.Die Verbindungen der A. mit Salzsäure geben

mit Platin-, Gold- u. Quecksilberchlorid meist schönkrystallisirende Doppelverbindnngen. Gerbsäure,Phosphormolybdänsäure, Phosphorwolframsäure,Kaliumquecksilberjodid u. a. Reageniien erzeugenin den Lösungen der A. Niederschläge, ans wel- Ichen die Basen durch Alkalien abgeschieden, inobigen Lösungsmitteln gelöst und ans diese Weisesowol rein dargestellt, als auch besonders in ge-richtlichen Fällen nachgewiescn werden können.

Der Nachweis von A-n bei Vergiftnngsfällen istmit großen Schwierigkeiten verknüpft, weil dereinzige Weg darin besteht, die oft nur geringenMengen von A-n, welche zur Vergiftung hinreichen,aus den organischen Blassen (Speisen, Magen-nnd Darminhalt u. s. w.) in reinem Zustandeabzuscheiden, um dann sowol chemische Neactio-nen, als anch physiologische Experimente au Thie-ren dankst anznstellen. Diese Untersuchungen wer-den dadurch erleichtert, daß meist schon An-haltspunkte über die Natur des Giftes vorliegenund auch die Wirkung einiger Pflanzengifte aufden Organismus charakteristische Merkmale andie Hand gibt; so erweitert z. B. Atropin diePupille. Eine nicht geringe Rolle spielt fernerdas Mikroskop bei dem gerichtlich - chemischenNachweise durch Feststellung der Krystallform derA. und gewisser Verbindungen derselben. Judenwichtigsten A-n sind zu rechnen: Nicotin, Coniin(flüssig), Aconitrn, Atropin, Berberin, Caffem,Chclerythrin, Chelidonin, die A. der Chinarinde(Chinin, Cinchonin n. s. w.), Colchicin, Curarin,Drgitalin, Hyoscyamin, die A. des Opiums (Mor-phin, Code'in u. s. w.), Piperin, Solanin, die A. Ider Strychnosartcn, Veratrin u. a., welche festsind (s. d. einzelnen A.).

Alkamenes, 1) Eurysthenide (Agiade), Sohndes Teleklos, während des achten Jahrh., nacheiner Rechnung 785—748, nach einer anderenetwa 764—726 v. Chr. König von Sparta; ervollendete mit der Einnahme von Helos diedorische Eroberung von Lakonien, und unter ihmbegann der erste Messen. Krieg (s. Lakonika). 2) A.,Lemnier von Geburt, Athener von Geschlecht,Bildhauer im 5. Jahrh. v. Chr., berühmtesterSchüler des Phidias ; arbeitete in Marmor, Elfen-bein , Bronze und Gold, vorzugsweise Götter-bilder. Am gefeiertsten ist seine Aphrodite in denGärten bei Athen, nächst ihr sein Hephästos. AlsConcurrent seines Lehrers unterlag er wegenNichtbeachtung optisch-perspectivischer Grundsätze.

A. scheint auch bei den Arbeiten am Parthenonbetheiligt gewesen zu sein.

Alkanna. Die echte A. sind Blätter »nd Wur-zel der in Ostindien, Arabien, Persien und Ägyp-ten wild wachsenden I-nvsonin insrmis (Farn, derLythrarreen). Die gepulverten Blätter geben mitWasser eine gelbe Farbe, während die Wurzeleinen rothen Farbstoff enthält. Dieser Farb-stoff ist schon lange bekannt und wird schon in ,der Bibel erwähnt. Die unechte oder gemeine 'A. (Orkanette oder Schminkwnrzel) stammt aus ^dem Orient und den Mittelmeerländern und istdie Wurzel von Anotmoa tilloboria D. oder A1-kcrrnnn tünotoria (Fam. der Borragineen).

Sie dient znnr Violett- und Grünfärben vonBaumwolle, Leinen oder Seide, von Leder, von