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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Alia — Älianus.

Geschlechts der Tokziden, albanesischer Häuptlinge.Nach dem Tode des Vaters, 16 Jahre alt, vonder Mutter an die Spitze ihrer Anhänger gestellt,gelang es ihm erst nach manchen Niederlagen u.Unfällen über die Gegner in Tepeleni zu trium-phiren u. sich als Häuptling zn behaupten. Ummit der Pforte aus guten Fuß zu kommen, unter-stützte er, im Besitze aller Ländereien seines Vatersund einiger griechischen Städte, den Sultan gegenden rebellischen Vezier von Skutari und wurdeStatthalter von Delvino, nachdem er den dortigenPascha Selim überfallen und hatte tödten lassen.Durch Bestechung des Divan wurde er Stell-vertreter des Dervendschi Pascha, der für dieSicherheit des Landes zu sorgen hatte, benutzteaber diese Stellung zur Unterstützung der Räuber-Häuptlinge gegen Geld. Im Kriege mit Rußlandund Österreich leistete er seit 1787 der Pforte diebesten Dienste, die ihm mit der Ernennung zumPascha von Trikala in Thessalien gelohnt wur-den. Durch einen untergeschobenen Ferman be-mächtigte er sich der Stadt Janina, zwang dieEinwohner sich ihn vom Sultan als Statthalterzu erbitten, welchen Posten er auch durch gleich-zeitige Bestechung des Divan erhielt. Währendder französischen Expedition nach Ägypten trat ermit Bonaparte in Unterhandlung, überfiel aber 1798die von den Franzosen besetzten Küstenplätze inAlbanien und eroberte sie bis auf Parga. Durchseine Vermittelung erhielt die Pforte 1800 alleehemals venetianischen Städte des Festlandes, u.als er 1803, nach dreijährigem Kampfe, dieSulioten unterworfen hatte, wurde er zum Öbcr-statthalter von Romainen ernannt. Durch einefeste Regierung im Innern gesichert, machte ersich nach und nach fast ganz unabhängig von derPforte, trat 1807 mit Napoleon in Verbindung,um Parga und die Jonischen Inseln noch zu er-halten, u. als dies nicht glückte, mit den Englän-dern, die Parga scheinbar der Pforte, in der Thataber ihm zusprachen. 13 Jahre sah die Pforteseinem Treiben zn, bis endlich Sultan Mahmudseine Entsetzung aussprach u. zu deren AusführungIsmail Pascha mit 5000 Mann, unterstützt vonden Kapitanis der griechischen Armatolen, entsen-dete. A. zog sich in die Burg zurück u. schoß dieStadt selbst in Brand. Nachdem Ismail Paschaabberufen n. dessen Nachfolger Beba-Pascha plötz-lich gestorben, sandte die Pforte Khurschid Paschamit 12,000 Mann gegen A., aus dessen Seite sichnun die Albanesen n. ganz Griechenland stellten, sodaß Khurschid Pascha imAug. 1821 ebenfalls ab-zichen mußte. Da indeß A. die den Griechen ge-machten Versprechungen nicht hielt, verließen sieihn, u. nun kehrte Khurschid wieder u. zwang A.endlich zu Unterhandlungen. Obwol ihm Gutu. Leben zugesichert war, u. er am 1. Febr. 1822Janina übergeben, wurde ihm am 5. Febr. dasTodesurtheil verkündet; da er sich zur Wehresichte, wurde er mit 6 Getreuen niedergehauen,sein Kopf nach Constaminopel geschickt und seineSchätze für den Großherrn eingezogen. Seine 2Söhne, Veli n. Muchtar Pascha, waren 1820 vonden Türken gefangen u. nach Kleinasien verbanntund schon 1821 wegen ihrer Verbindung mit derPartei ihres Vaters hingerichtct worden. III. G e-

lehrter: 7 ) A. Sch Ir, Sohn Behebers, einesder Großen am Hofe der Tschagataischen Sultane.Sein Großvater mütterlicher Scits war einer derersten Emire des Sultans Butara Mirza, des !Großvaters des Sultans Hossein Mirza, unterdessen Regierung A. zu den höchsten Ehrenämternund zum größien Ruhme gelangte. Er lebte im10. Jahrh. unter dem Sultan Abnl Kasein BaburMirza in Tichagatai und nach dessen Tode inMaschhad und Samarkand, wo er seine Studienfortsetzte u. ganz den Wissenschaften oblag. Späterunter der Regierung des Sultans von Khorassan,Hossein Mirza, zur Würde des ersten Veziers er-hoben, verherrlichte er dessen Regierung nicht nurdurch den Schutz, den er den Wissenschaften an-gedeihen ließ, sondern auch durch Errichtung öffent-licher Anstalten u. Ausführung zahlreicher anderergroßartigen Bauten. Da er aber Muße für seineStudien zn gewinnen wünschte, so vertauschte erzuerst die Würde eines Großveziers mit der einesStatthalters in Astrabad u. gab dann auch dieslauf, um einzig und allein den Wissenschaften zuleben. Die meisten seiner Werke sind in Europabis jetzt nicht näher bekannt. Der französisch!Orientalist Qnatreinöre hat im ersten Hefte seinerunvollendet gebliebenen (Nrrsstomatiiis on ll'urooriental, Par. 1841, bei Finnin Didot, die Textezweier Schriften dieses Mannes drucken lassen,namentlich 1) seine Geschichte der (alten) KönigePersiens bis ans dessen Eroberung durch die Kha-lifen; 2) eine Abhandlung über angebliche Vorzügeder türkischen Sprache vor der arabischen unter ^dem arabischen Titel: Älnliaksmoil ul lnssliatsjn,d. i. Gericht über die beiden Sprachen. Letztereist zum Theil ins Magyarische übersetzt, von dembekannten Reisenden H. Vämbery im Jahrg. 1862der zu Pest erscheinenden SprachwissenschaftlichenMittheilnngen Isiz-ölvtuckoinünz'i Lörlsinsnz-sk.

Der russische Orientalist Beresin hat in seiner Tür-kischen Chrestomathie, Kasan 1857, einen Auszugaus A. Schrrs Charakteristik einer bedeutendenAnzahl osttürkischer Schöngeister, die Llollsodätis-üL-HsIaM, d. h. Oonsossns lllxssllsntium über-schrieben ist, mitgetheilt.

Alia, St. im Kreise Termini-Jmerese der Prov.Palermo aus der Insel Sicilien, auf steiler Höhe;Prätur; 5500 Ew.

Alm (a. Geogr.), mehrere nach Mus Hadria-nus benannte Städte, z. B. Älia Capitolina, sov. w. Jerusalem.

ÄltättUs, 1) Tacitus, lebte zu Rom um100 n. Chr. und schrieb eine dem Kaiser Trajangewidmete taktiles tlrsöria über die griechische,besonders die makedonische Anordnung der Schlach-ten; herausgeg. zuerst von Th. Gaza 1487, ambesten in Köchly und Rüstow, Sammlung dergriechischen Kriegsschriftsteller, Bd. 2 . 2 ) Clau-dius A., Sophist aus Präneste, im Anfänge 'des 3. Jahrhunderts n. Chr.; compilirte eineSammlung von Geschichten vermischten Inhaltes(Varia liistoria, 14 Bücher) und eine naturhistorische ^Sammlung (17 Bücher Mstoria animalium),beide interessante Züge aus dem Thier- u. Men-schenleben in buntem Wechsel und reicher Mannig-faltigkeit darbietend, und deshalb namentlich in