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^lias — Angnemcnt.
früheren Jahrhunderten trotz der mittelmäßigenSprache (sie sind zum Theil nur in spätem Ex-cerpt auf uns gekommen) gern gelesen und auchim Jugendunterrichte verwendet. Ausgaben vonR. Hercher, Par. 1858; die Varia Iristoria, vonDems., Leipz. 1870; die Hist, uuimalium, v. Fr.Jacobs, 2 Bde., 1831, und R. Hercher, Leipz.1861—1866, 2 Bde.
/Mas (lat.), anders, außerdem, soust.
Allbaud, Louis, geb. 2. Mai 1810 zu Nis-mes; bekannt durch sein Attentat auf den KönigLudwig Philipp am 25. Juui 1836, in Folgedessen er am 11. Juli dess. I. guillotinirt wurde.
Alrbert, Jean Louis d'A., namhafter Me-diciner, geb. 1766 zu Villefranche; Schüler vonCabanis, Freund von Richat u. Richeraut, großals Lehrer der Wissenschaft, Professor an der me-Licinischeu Facultät zu Paris, Oberarzt im Hospi-tal St. Louis und 1818 Leibarzt Ludwigs XVIII.,von KarlX. baronisirt; starb 6. Febr. 1837. Erschr.: 8ur los tlsvros iirtormittoutes pernlelsusss,Par. 1799, 5. A. 1820; Xouvoaux slömsus ästlrörapsutigus eto., ebd. 1804, 5. Ansg. 1826;Dssoript. äos malaäios äs 1a poau, ebd. 1806bis 18, Fol. (deutsch v. Müller, 1. H., Tüb. 1806);lflosoloSis Naturells, ebd. 1817—1825, 2 Bde.;?Ii)'sioIoAis äos xassions, ebd. 1823, 2 Bde.(deutsch v. Scheidler, Wien 1826) rc.
Alibi (lat., an einem anderen Orte, anderswo),bezeichnet im Criminalverfahren den rechtswirk-samen Gegennachweis, daß der eines VerbrechensAngeschuldigte zur Zeit, in welcher dasselbe verübtwurde, nicht am Orte der That, sondern anderswosich aufgehalten hat. Kann der Angeschuldigte die-sen Nachweis führen, sein A. Nachweisen, so wirder wenigstens von der Thäterschaft selbst, von derphysischen Urheberschaft freigesprochen, was aber, nichtausschließt, daß er immerhin noch als intellectuellerUrheber oder Theilnehmer verfolgt werden kann.Im Civilverfahren tritt der Beweis des A. durchden Beklagten als künstlicher directer Gegenbeweisein, wenn der Kläger bei Begründung seines An-spruches die unmittelbare Gegenwart des Beklagtenbetont, oder in seine Beweisführung als ein Glieddes Beweises ausgenommen hat, oder wenn diebehauptete verpflichtende Handlung eine derartigeist, daß sie ohne die Gegenwart des Beklagtengar nicht vorgenommen werden konnte.
Alicant» mehrere gute Traubensortcn: weißerA. oder frühe Lahntraube, gehört zu den bestenTafeltrauben für geschützte Gärten, reist früh undist haltbar; außerdem sind weißer und blauer A.od. Portugieser zwei schöne, aus Spanien stam-mende Sorten mit großen, aber später reifendenTrauben, verlangen deshalb nach S. gerichtetehohe Mauern.
Alicante, 1) Provinz im ehem. spanischenKönigreich Valencia, zwischen der Prov. Valencia, demMittelmeere u. Murcia, 5-125 sissjlcin (98,6 HW),mit 410,470 Ew.; ist theils öde und unwirthlich,ohne Bäume und Wasser, theils aber auch außer-ordemlich fruchtbar, bringt Südfrüchte, Wein, Öl,Mais, Weizen, Seide, Hanf, Soda, Espartograsund hat viele Salinen und Salzseen; das Klimaist sehr trocken n. heiß; ein Zweig der Eisenbahnvon Madrid-Valencia nach A. durchzieht die Pro-
vinz. 2) Haupts!, darin, am Mittelmeere u. an dervon Madrid hierher führenden Eisenbahn. Zer-fällt in die Obere, an einen 280 in hohen Fels-berg hinangebaute, und in die Untere, auf derStrandebene gelegene Stadt; ist von starkenFestungsmauern umgeben u. außerdem durch einCastell und die beiden Forts S. Barbara und
5. Fernando geschützt. A. ist Sitz eines Bischofs,hat Collegial- und 2 Pfarrkirchen, bischöfl. Palast,Institut», Zeichnenschnle, Bibliothek, Theater, gutenHafen, lebhafte Industrie in Cigarren, Baumwollen-und Leineuwaaren, Seife und berühmten Wein-bau (s. Alicautewein); 16,700 Ew. A. hieß zurRömerzeit Alona. Es ward 718 von den Maureneingenommen, kam unter Ferdinand IH. an Ca-stilien und 1304 an Aragonien, dessen König Ja-kob II. sie zu Valencia schlug; 1332 wieder vonden Mauren belagert; 1691 schoß der GrafEstrees mit einem franz. Geschwader die Stadtin Brand; 1706 erstürmten die Engländer A.für Karl III., 1709 ergab sich aber die Stadtdem franz. General Asfeld, 1812 wurde A. wie-der vou den Franzosen belagert. Hier am 27. Jan.1844 ein Volksaufstand unter Bonnet, der erst am
6. März gedämpft wurde, wo die Stadt an dieNegierungslruppen capitulirte. 1873 wurde dieStadt, nachdem sie sich anfangs für unabhängig vonder Regierung erklärt hatte, dann aber wieder zumGehorsam zurllckgebracht worden war, am 27. Sepr.von den Aufständischen von Cartagena durch einBombardement heimgesucht; s. Spanien.
Alicantewern, vorzüglicher spanischer Wein,schwer und süß; wächst namentlich am Nordabhangedes Felsberges, auf welchem der obere Stadtthcilvon Alicante erbaut ist; die Trauben wurden durchKaiser Karl V. aus Deutschland dahin verpflanzt;vorzüglich ist der dunkelrothe Vino Tinto.
Alrcata, Stadt, so v. w. Licata.
Alienation (v. Lat.), 1) Veräußerung, Em-Äußerung; bes. 2) (ital. XIlsnamsnto) Verkaufvor dem Ausbruch eines Concurses; ist gesetzlichverboten (Alieuationsverbot), siehe unter Concurs;3) (X. rnentis) Geistesverwirrung, Geisteskrank-heit überhaupt.
Alien-Bill, s. Fremdenbill.
ülisni juris komo (lat.), ein Mensch fremdenRechtes, d. i. ein solcher, der rechtlich von einemAnderen abhängig, der rechtlichen Selbstständigkeitfür seine Person ermangelt, im Gegensätze zulromo sui furis, Demjenigen, der rechtlich selbst-ständig ist. Bei unseren gegenwärtigen Rechtsver-hältnissen ein kaum mehr vorkommender Zustand.
Alife, Flecken im District Piedimonte d'Alifeder italienischen ProvinzTerra di Lavoro (Caserta);in ungesunder Lage, in Sümpfen des Voltnrno;Bischofssitz; 3200 Ew.
Alighieri, s. Dante.
Aligherri, Aligiri, Gebirg in der SüdspitzeOstindiens, mit dem Permal, 2220 m hoch.
Alignement (franz.), 1) (Feldmeßk.) eineauf dem zu vermessenden Felde abgesteckte Linie,welche in der Weise als Grundlage der Vermess-ung dient, daß von ihr aus verschiedene senkrechteLinien nach den Eckpunkten der Grenze des Feldesgezogen werden, welche dasselbe in Dreiecke undTrapeze theilen. 2) (Kriegsw.) Richtungslinie