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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Algerobas

die darin eine Bedrohung ihrer Rechte zu sehenglaubten. Wahrend des Italienischen Kriegeshatten die Araber sich ruhig verhalten, im 1.1864brach aber im S. der Prov. Oran ein neuer Auf-stand aus, der jedoch Ende des Jahres wiedergedampft war. Im folgenden Jahre erfolgten indieser Prov., wie auch in Kleinkabylien, neue Auf-stände , von denen der gefährlichste durch denObersten Colomb abgewehrt n. 1867 gänzlich nie-dergeschlagen wurde. Zn Ende d. I. 1867 u. in denbeiden folgenden Jahren wurde A. durch Miß-wachs u. Huugcrsnoth heimgesucht, und erst dasKriegsunglück der Franzosen 1870 ließ die Araberwieder in ihren Hoffnungen anfwachen, doch kam dieBewegung bei dem herrschenden Mangel an Mittelnn. bei der Wachsamkeit des interimistischen Gouver-neurs Dnrien nicht zum Ausbruch. Als aber nachProclamirung der Republik in Paris in ganz A. dieMilitärverwaltung in eine Civilverwaltung umge-wandelt, von Paris aus für das Land eine neueConstitution decretirt wurde, was alles mit dergrößten Überstürzung und unter den sinnlosestenMißgriffen gegen die Araber geschah, als gar diebürgerliche Gleichstellung der den Arabern so ver-haßten Juden erfolgte, da brach der Sturm los.Von Constantiue ausgehend, verbreitete sich derAusstand allmählich über das ganze Land und so-gar über dessen Grenzen hinaus. Die Jnsurrectionhatte zum Theil eineu religiösen Charakter ange-nommen, u. aus Tunis wie aus Marokko strömteHilfe herbei. Die Franzosen mußten sich anfangsauf die Defensive beschränken, da A. wegen desKrieges im Mutterlands vielfach von Truppenentblößt war. Erst als nach Abschluß des Frie-dens 10. Mai 1871 Verstärkungen anlangten,konnte man zur Offensive übergehen; doch erst amEnde des Jahres durfte man den Aufstand, denheftigsten seit Abd-el-Kaders Zeit, als gedämpftansehen. Aus der Geschichte und Statistik derColouie A. geht hervor, daß sie für das Mutter-land ein Krebsschaden ist, den nur ein so reichesLand wie Frankreich leicht verschmerzen kann.Das Land hat weder in volkswirthschaftlicher, nochin militärischer Hinsicht (als Übungsschule für diefranzösische Armee) den Anforderungen entsprochen,die man daran gestellt hat, und ob es jemals dieZinsen der auf seine Colonisirnng verwandtenCapitalicn heimzahlen wird, muß einstweilen nochin Zweifel gezogen werden. Vergl. Locher, A.unter französischer Herrschaft, Bern 1864; Nette-inent, Listoirs äs In eongusts ä'XIZsr, eeritssur äss äooumsnts ineäits st autirsntiguss,Par. 1871, 2. Aust.; Mac Carthy, 6soArapIüsxkixsigus, ssonomigus et politigus äs I'XlAsris,Mg. u. Par. 1858; Lsvus akrieams, journal ässtravsux äs In Loeists distorigus XlAsrisnus,1868, 12. Jahrgang; Aucapitaiue, Ltuäss surIs xasss et I'nvenir äs I'XlKsiis, Par. 1864;Ders., I,ss Xabzäss st In oolonisatiou äs 1'XI-Zeris, Par.1864; Ders., I-ss couüns mllitairesäs In Lranäs XabMo sous In äomivntion Dur-gus; Par. 1857; A. Behaguel, 1'XIgerio, Hist.,AsvAraxliis, elimntolvAis sto., Alg. 1865; äsLauäisour, List, äs In eolonisntlou äs I'XIxsris,Par. 1860; V. Berard, Inälentsur Kensinl äsI'XlAsriseto., Constantine1867; Consentino,1'XIxs-

Alghero.

ris sn 1865; 6oup ä'osuil ä'un oolonisntsnr, 2..,Par.1866; Cranford,MrrouxIrXlFsriL, Lond.1862; ^

Dumas, Äoeurs st eoutumss äs I'XlAeris, 4..,

Par. 1864; Maltzan, Drei Jahre im Nordwestenvon Afrika, 2. Aufl. Lpz. 1868; Ders., Sittenbil-der aus Tunis u. A., Lpz. 1869; Trissier, Lnpo-Ison III. en XIZsris, Toulon 1865; M. Hirsch,Reise in das Innere von Algerien durch die Ka-bylie u. Sahara, Berl. 1862; M. Wagner, Reisein die Regentschaft Algier 183638, Lpz. 1841;

O. Schneider, Von Algier nach Tunis undConstantiue, Dresd. 1872; X. Lillins, 6eo§rn-plris pli^sigus st xolitigus äsI'XlAsris, 2..,

Par. 1873; Maltzan, die Bewohner Algiers vordrei Jahrhunderten u. heutzutage, Globus XXIV.,1873; de Gueydon, Lxposs äs In Situation äsI'XlAsris, Rsvus mnrlt. et solon., 1873, Febr.

Der Handelsverkehr u. die Schifffahrt Algiers inden Jahren 1872, 1871 u. 1862, Preuß. Han-delsarch. 1873, Nr. 27; Leeonnnissnnes än trnitsäss olrsmins äs ksr äs Lonstnntins n 8stik st äs(lonstnntins n Lntnn, Lapport äs N.LI. Issinsssnlsuis ste., Constantine 1873; Ville, Lx-ploratiou AsoloZIgus äu Lsni Llrnd, äu Lnllnrn ^st äs ln rsAion äss stsppss äs In prov. ä'XI-§sr. Par. 1873.

Algerobas, Sorte Linsen aus Spanien mitbunten Körnern; eine angenehme Speise.

Algesheim, Stadt, s. Gaualgesheim.

Algesrras (Algeziras), St. in der spanischenProv. Cadiz, am Meerbusen von Gibraltar; ist !Sitz des General- u. des Marinecommandauien des xCampo de S. Roque (Grenzbez. gegen Gibraltar);hat einen durch mehrere Forts geschützten Hafen,mehrere stattliche Kirchen und Klöster, schönenHauptplatz mit Promenade, elegante Kaufläden,einen langen Aquäduct, welcher das Trinkwasseraus dem benachbarten Gebirge zusührt, lebhaftenKüstsnhandel; 14,230 Ew. A. ist eine maurischeGründung an dem Orte, wo 711 n. Chr. die vomGrafen Julian gegen König Roderich zu Hilfe ge-rufenen Mauren zuerst in Spanien landeten. Esgehörte dann zum Königreich Granada u. wurdenach langer Belagerung 1344 von den Maurendem König Alfons XI. v. Castilien übergeben.

Hier den 6. Juli u. 12. Juli 1801 zwei Seetreffenzwischen der englischen und spanisch-französischenFlotte; in ersterem siegten die Franzosen unterLinnois, welcher daher den Namen eines Grafenv. A. erhielt; im zweiten wurde die spanisch-fran-zösische Flotte unter Linnois und Moreno von derenglischen geschlagen.

Algeti, Nebenfluß der Kur in Grusieu.

Algetisch (v. Gr.), schmerzhaft, durch Schmerzentstanden.

Alghero (Algher), St. im gleichnamigen Bez.der italienischen Prov. Sassari, Insel Sardinien,auf der Westküste in herrlicher Lage, mit befestig-tem Hafen (Porto Conde); Bischofssitz, Kathedrale(von 1510), Gymnasium, Casa Albis oder Mara-moldo, wo Karl V. wohnte; Korallen- u. Muschel- jfischerei, Weinbau (der beste der Insel), Öl undSüdfrüchte, Handel mit einheimischen Producten;

8100 Ew. In der Nähe die Grotten des Neptun 5mit schönen Tropfsteinbildungen. A. wurde 1102von den Genuesen gegründet; später wurden Ca-