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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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420 Algerien.

eines großen Theils von Oran und des größtender Provinz Algier trat, ging am 1. Oct. 1837die zweite Expedition gegen Constantine, 12,000Mann stark, unter Damremont ab. Am 9. be-gann die Beschießung der Festung, und nachdeman Stelle des am 12. gefallenen DamremontGeneral Valee den Oberbefehl übernommen hatte,wurde die Stadt am 13. erstürmt. Im Novem-ber erhielt (nach kurzem Commando des GeneralsCastellane) der General Negrier den Oberbefehlüber die Provinz u. beruhigte das Land so weit,daß selbst kleine Abtheilungen sicher von Constan-tine nach Bona gehen konnten. General Valee,an Damremonts Stelle zum Generalgouverneurvon A. ernannt, bemühte sich, die Verwaltung vonBona zu reorganisiren. General Rulhieres halteam 26. März 1838 Koleah u. bald daraus Belidaohne Widerstand besetzt. Während Abd-el-Kadermit Unternehmungen im S. beschäftigt war, be-nutzten die Franzosen die Zeit, um sich in Con-slantine, wo General Galbois ans Negrier imProvinzialcommando gefolgt war, fester zu setzen,u. es wurden im Herbste 1838 mehrere gute Ein-richtungen getroffen, Untergouvernenre (Kalisas)unter französischer Oberhoheit ernannt, Stora be-setzt, im März 1839 der Hafen u. die Stadt Dschid-schelli, zwischen Bougie und Collo, erobert. ImI. 1839 wurden jedoch die Verhältnisse mit Abd-el-Kader, der inzwischen eine imposante Macht umsich gesammelt hatte, immer schwieriger; er be-gann die Feindseligkeiten wieder und war durchNichts zu bestimmen, in den Bau einer Straßevon Algier nach Constantine durch Titteri zu wil-ligen. Am 20. Nov. fiel er gegen den Vertragan der Tafna in die die Stadt Algier umgebende,fruchtbare u. von den Franzosen angebante Land-ebene Metidscha ein und verwüstete Alles. AlsValee gegen Boufarik vorrückte, zog er sich gegenden Atlas u. in die Wüste zurück. Im Frühlings-feldzuge 1840 wurden die Städte Medeah u. Mi-lianah genommen u. besetzt, Scherschel gegen dieAraber von Cavaignac tapfer vertheidigt und indem Engpaß von Muzaia ein blutiger Sieg er-fochten. Im Herbste wurde der Anfang zur Um-wallung der Metidscha gemacht, wodurch die Ein-fälle der räuberischen Stämme abgehalten werdensollten. Am 22. F-ebr. 1841 wurde der General-Gouverneur Valee Lurch den General Bugeandersetzt, welcher die Stämme theils durch häufigeNazzias zu ermüden, theils durch Bestechungen zugewinnen, theils durch Entzweiung unschädlich zumachen suchte; gegen Abd-el-Kader rüstete er imFrühling 1841 eine große Expedition aus, nahmam 25. Mai Tekedempt, eine Festung des Emirs,u. am 30. Mai MaSkara, den Hauptsitz desselben,am 17. Oct. endlich Saida, des Emirs letzte Festung.In Folge Lessen unterwarfen sich mehrere Stämmeden Franzosen. Nachdem am 30. Januar 1842Tlemcen, am 9. Febr. auch Tafrua, ein Waffen-platz Abd-el-Kaders südl. von Tlemcen, erobert u.zerstört worden war, schien seine Macht gebrochen,n. er selbst begab sich auf marokkanisches Gebiet.Einfälle in das Regenlschaftsgcbiet, die er von daans machte, hatten zwar im Anfänge Erfolg, je-doch wurde der Emir schließlich znrückgeworfen u.die Stämme, welche sich bis Constantine hin ge-

wagt hatten, wieder zur Ruhe gebracht. So wardie Ruhe wiederhergestellt, aber 24,000 MannFranzosen lagen in den Spitälern. Inzwischenhatte Abd-el-Kader, der sich im Jahre vorher amoberen Schelif gehalten u. durch seine Anwesenheitalle Unternehmungen der Franzosen gegen dieStämme erfolglos gemacht, auch in Marokko dieMoslemin fanansirt u. erschien im Sommer 1842wieder ans algerischem Gebiete, sammelte die ab-gefallenen Stämme um sich und schlug die Fran-zosen im August bei Maskara. Später wiedervertrieben, veranlaßt er Ende Mai 1844 einemarokkanische Armee zum Einfall in Algerien,welche jedoch am 14. August von Bugeand amFlusse Jsly geschlagen wurde. Zugleich unter-nahm eine französische Flotte unter dem Prinzenvon Joinville das Bombardement von Tanger u.Mogador, u. in Folge dessen kam durch die Ver-mittelung Englands am 10. Sept. 1844 der Ver-trag zu Tanger, welcher aber erst am 18. März1845 ratificirt wurde, zu Stande; darin wurdedie Grenze zwischen Marokko und A. sestgestellt u.dem Sultan von Marokko zur Pflicht gemacht,.Abd-el-Kader aus seinem Reiche zu verweisen.Im April 1845 erschien Abd-el-Kader wieder ausalgerischem Gebiete. Sinn war die Erbitterungder Franzosen aufs Höchste gestiegen. Ans demZuge gegen den Emir ließ der Oberst Pelissier(nachmals Herzog von Malakoff) 8900 Wehr-lose aus dem Kabylenstamme der Wadkia, die sichin eine Höhle geflüchtet, durch davor angezündeteFeuer ersticken, nachdem er sie 3 Tage hindurch zurErgebung aufgefordert hatte. General Cavaignac,Commandant von Orleansville, hatte zwar Glückgegen einige Stämme im SO. u. S., konnte abergegen Abd-el-Kader nichts ausrichten. Inzwischenhatte der Generalgouvernenr Bugeand unermüdetan der Verbesserung der Einrichtungen in A. ge-arbeitet u. nicht nur die militärisch eingerichtetenColonien gegründet, sondern auch am 1. Sept.1845 die Civilorganisation in Wirksamkeit gesetzt.Nachdem er im Mai 1847 noch die Kabylenstämmeim Dscherdscheragebirge zur Unterwerfung gebrachtu. so das fruchtbare, für den Handel so wichtigeKabylien zur Regentschaft gefügt hatte, kehrte ernach Frankreich zurück. Sein Nachfolger wurdeprovisorisch General Bedeau. Abd-el-Kader hattesich inzwischen im Stillen zu einem neuen Schlagegerüstet, wandte sich nun aber gegen Marokko, nachdessen Throne er zu streben schien; schlug am14. Juni 1847 die Marokkaner unter Kaid-el-Hamar am Wad-Alzelef, unweit Melillah, u. un-ternahm einen Zug gegen Fez. Als sich aber derSultan Abdurrahman selbst an die Spitze desHeeres stellte, fielen mehrere marokkanische Stämmevon Abd-el-Kader ab, der am 12. Dec. von denMarokkanern geschlagen wurde und sich nach denKebdanabergen zurückzog. Die Marokkaner ver-einigten sich mit den Franzosen, von Lamoricieregeführt; zwei Brüder Abd-el-Kaders unterwarfensich den Franzosen, er selbst mit dem Reste seinesHeeres am 25. Dec. am Engpaß von Kerbens,worauf er, entgegen der ihm ertheilten Zusage,gefangen nach Frankreich gebracht wurde (s. Abd-el-Kader). Anfangs October waren noch einigeStämme zurückgeschlagen und der Stamm Beni

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