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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Algen.

cirendem Becrentang (Zar^assum natans) bedecktist. (Columbus hielt diese Meerwiescn für dieersten Zeichen von Land.) Man kennt noch mehrereähnliche Tangwiesen, namentlich eine im Pacific-Ocean. Auch an den flachen und sandigen Ge-staden Hollands und Norddeutschlands hat manGelegenheit, diese sogen. Tange kennen zu lernen,wo sie von den Wellen ans Ufer geschwemmtwerden. Ohne diese Meergewächse würde dasLeben in der Tiefe bald anfhören. Sie zersetzen,indem sie Sauerstoff ausathmen, die aus den ver-wesenden Leichen der Seethiere sich bildendenschädlichen Stoffe n. sind die Nahrung für zahl-lose Seethiere. Nicht ohne Ordnung sind die-selben durch die Gewässer vertheilt; auch hier geltenklimatische Grenzen, wie auf der Erdoberfläche,aber auch das Licht, das, immer schwächer wer-dend, nicht weit über 100 in in die Tiefe hinab-dringt, bedingt eine wechselvolle Reihe in derVertheilnng der verschiedenen Arten. Zu oberstfinden wir die grünen A.; dann nehmen dieselbeneine olivengrüne bis braune Farbe an; zu unterstfolgen die violetten u. carminrothen, oft von wun-derbarer Farbenpracht n. dabei von einer Zart-heit, daß sie, auf untergeschobenem Papier imWasser schwebend anfgefangen, getrocknet u. gepreßt,wie die zarteste Malerei erscheinen. Die ein-zelnen A. bestehen entweder nur aus einer, oderans mehreren Zellen. Schon unter den einzelligenA. werden die mannigfachsten Formen gefunden,von dem kugeligen Pleurococcus u. der bewurzel-ten Kugelzelle des Lotrzäinm bis zu den gleich-sam mit Stamm, Blättern u. Wurzeln versehenen,bis m langen Lanlsrpa-Arten der tropischenMeere. Zuweilen verästelt sich die eine Zelle viel-fach n. legt ihre Zweige innigst u. in so beson-derer Weise an einander, daß dadurch eine gewebe-artige Struktur herbeigcführt wird n. ein Durch-schnitt durch das Ganze zahlreiche Zellcnhöhlenvermuthen laßt, wo nur Ausbuchtungen einer ein-zigen Zelle vorhanden sind. Oft bilden viele ein-zellige A. einen genetisch u. organisch verbundenenComplex (Zellcolonie), der sich nach außen wieein Individuum verhält. Die mehrzelligen A.sind entweder A-fäden, d. h. A., deren einzelneZellen perlschnnrartig an einander gereiht sind, oderA-flächen, deren Zellen eine Schicht bilden, welchenur eine Zelle dick ist, oder endlich A-körper, derenZellen nach allen 3 Richtungen des Raumes auf-einander gehäuft sind. Die Zellwände der A.bestehen meist aus gewöhnlicher, nicht verholzterCellulose, welche sich durch Zusatz von Jod u. Schwe-felsäure blau färbt. Bemerkenswerth ist der Umstand,daß dieselben sehr zur Gallertbildung neigen, so daßbald eine Gallerthülle den ganzen Organismusumgibt, bald eine stielartige Gallertmaffe die Algemit anderen derselben Art verbindet. Viele sindverkalkt, u. der kohleusaure Kalk bei einigen (6o-raiiina) in der Zellwand aufgespeichert. Die Zell-wände der Diatomeen (Spalt-A. oder Stückel-A.)stellen in Folge von Jncrustation mit Kieselerdewahre Kieselpanzer dar, welche weder durch Fäul-niß noch durch Glühhitze zerstört werden. Obschonhöchstens 0,i mm groß, bilden diese Panzer dochErdschichten, welche endlich, nach großen Zeiträumen,eine Mächtigkeit von 36 m erreichen können.

Solche Sedimente bilden z. B. einen Theil derLüneburger Haide. Man hat berechnet, baß inFolge der Vermehrung derartiger kleiner Geschöpfeein einziges Individuum in 40 Stunden eineNachkommenschaft von 1 Million Hervorbringenkönnte. Der Tripel oder Polirschiefer, den manzum Putzen seiner Metallwaarcn benutzt, bestehtgleichfalls zum großen Theil ans zahlreichen Über-resten dieser u. ähnlicher mit Kieselschalen verse-hener, mikroskopisch kleiner Geschöpfe der niederstenStufe. Ebenso besteht das Bergmehl oder diesogen. Infusorienerde aus Kieselpanzern von A.

Die Fortpflanzung ist eine ungeschlechtlicheund eine geschlechtliche. Die ungeschlechtlicheFortpflanzung wird entweder durch unbewegliche,oder durch bewegliche schwimmende Sporen ver-mittelt. Unbewegliche neutrale Fortpflanzungs-zellen heißen Tetrasporen. Die Diatomeen pflan-zen sich durch Theilung fort. Die beweglichenneutralen Fortpflanzungszellcn, Schwärmsporen,Zoosporen (Gonidien), sind zumal bei denjenigenAbtheilnngen verbreitet, deren Chlorophyll nichtdurch andere Farbstoffe verdeckt ist (Chlorosporeen,Conferven). Die aus dem Mntterkörpcr ausge-tretene nackte Schwärmspore bewegt sich im WasserStunden, selbst Tage lang rotirend und zugleichfortschreitend, bis sie, zur Ruhe kommend, sich ir-gendwo festsetzt u. keimt. An jeder Schwärmzelleerkennt man ein vorderes, hyalines (d. i. farblosdurchscheinendes), meist zngcspitztes Ende, welchesbei der fortschreitenden Bewegung vorangeht, undein hinteres, mehr dickes, gerundetes, mit Chloro-phyll versehenes Ende. Kommt die Schwärm-spore zur Ruhe, so setzt sie sich mit dem hyalinen(vorderen) Ende fest, bildet hier ein hyalines, oftverzweigtes Haftorgan, während das gefärbte, beider Bewegung Hintere Ende nun zum freienScheitel der Keimpflanze wird. Die rotirend fort-schreitende Bewegung wird durch seine, schwingendeFäden, die Cilien, vermittelt, welche zuweilen insehr großer Zahl bei geringer Länge die ganzeOberfläche des Schwärmers sammetartig bedecken,zuweilen einen Kranz um den hyalinen Theil bil-den, meist aber zu zweien am Vorderrande be-festigt u. dann sehr lang sind. Die geschlecht-liche Fortpflanzung wird auf sehr verschiedeneWeise eingeleitet; vor Allem können die Geschlechts-zellen gleichartig, oder ungleichartig sein; im erstenFalle nennt man die sexuelle Fortpflanzung Cvn-jugation, im zweiten Befruchtung. Die geschlecht-liche Fortpflanzung durch Conjngation findet haupt-sächlich bei den Zygophyceen oder Conjngaten durchsogen. Zygosporen statt, z. B. bei Ltanroosrasund Olosterinin. Die Befruchtung im engerenSinne wird (abgesehen von den Florideen) durchOogonien u. Antheridien eingeleitet. Oogoniensind Zellen, in welchen die weiblichen Befruchtnngs-kugeln, Oosphärcn (Eier) entstehen; die Anthe-ridien sind Zellen oder Zellencomplexe, welche diemännlichen Befruchtnngskörper oder Spermatozvl-den erzeugen. Die Spermatozorden treten durcheine in dem Oogoninm entstandene Öffnung indasselbe ein und befruchten die Eier. Bei denFlorideen heften sich die nur passiv vom Wasserbewegten Samenkörper an eine haarförmige Zelle(IriolloAxns) an und entleeren ihren Inhalt in