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Algeden
der erste arabische Schriftsteller über A. genannt.Leonardo Fibonacci aus Pisa, gewöhnlich LeonardoPisano genannt, lebte längere Zeit m der Berbereiu. wurde dort n. auf Reisen nach Ägypten u. derLevante mit der A. der Araber bekannt. Erschrieb um 1202 sein noch ungedrncktes BiberXbaoi. Dieses ist das erste von einem Christengeschriebene Werk, durch welches indische oderarabische Zahlenrechnnng, sowie die A. im Abend-lande eingeführt oder wenigstens mehr verbreitetwurde. 1404 erschien in Venedig das erste ge-druckte Werk über A., des Lnca Paccioli: Luminacks aritbmstioa, geomotria, xropormoni o pro-xorrionalitä, zum Theil in lateinischen Versen.Bald darauf, 1505, fand Scipione Ferreo zuBologna die Auflösung eines Falles der cubischenGleichungen, nämlich von: x° -s- px — g, ver-öffentlichte sie aber nicht: Niccolo Tartaglia ausBrescia (gest. 1559) einige Zeit nachher unab-hängig von Jenem die mehrerer anderen Fällen. auch des erwähnten, theilte seine Kenntniß demGeronimo Cardano (1501—1576) mit, welcher dieLehre etwas weiter ansbildete u. wortbrüchig ver-öffentlichte in seinem: Xrtis ma§nas sivs äsrs^ulis Xl^sbras lidor unus, Mail. 1545. —Die erste Schrift über A. in Deutschland erschien1524, die Coß Christoph Rudolphs aus Janer.Michael Stifel gab sie neu heraus, Königsb, 1554.Unterdessen war des Professors Scheybl zu Tü-bingen: XlAsbrae oompsnäiosa kaoilisgue äs-sorixtio eto., Paris 1551, erschienen; 1557 gabRobert Recorde zu London ein vielfach aufgelegtesLehrbuch der A. heraus; ebenso Jacques Peletier,Lyon 1554, Par. 1558; der Niederländer SimonStevinus, Leyden 1585. Das Studium der A.war jetzt in Europa allgemein. Bald trat Fran-cois Viöte (Vieta) auf (1540—1603), der zuerstallgemein Buchstaben zur Bezeichnung von Größeneinfllhrte u. die Behandlung allgemeiner Gleichun-gen lehrte. Seine zwei Bücher über Gleichungengab Alex. Anderson zuerst heraus, Paris 1615;Opera inatbsinatioa, sä. B. van Lebootsn, Leyd.1646. Wir nennen als Förderer der A. umdiese Zeit noch den Engländer Thomas Harriot(1560—1621) u. den Niederländer Albert Girard(gest. 1633). Descartes wandte die A. zuerst ansdie Geometrie an; er bezeichncte die bekanntenGrößen mit den ersten, die unbekannten mit denletzten Buchstaben des Alphabets, wie es noch jetztüblich ist, löste höhere Gleichungen durch Con-strnction ans und eröffnete überhaupt viele neueGesichtspunkte. Ein für die A. epochemachendesWerk ist Newtons Xritbinstioa univsrsalis, zuerstCambridge 1707. Den großen Mathematikernseiner Zeit, unter den späteren besonders Euler,Lambert, Lagrange, Cramer, Gauß, hat die A.ihren jetzigen Standpunkt zu danken. NeuereLiteratur: Rümmer, Buchstabenrechnung, 3. Ausl.,Heidelb. 1851; Bland, Algebraische Gleichungen,Halle 1857; Chvquet, Braits ä'alAobrs, Paris1856; Bega, Rechnenkunst u. A., 7. Ausl., Wien1850; Herold, Lehrbuch der Buchstabenrechnungu. A., Nürnb. 1864; Lübsen, Lehrbuch der Arith-metik und A., 9. Anfl., Leipz. 1867. AußerdemAufgabensammlungen von Hcis, 14. Anfl., Köln
— Algen.
1864; Meier Hirsch, 10. Anfl., Berl. 1859; Hof-mann, Bayreuth 1865; Rogner, Wien 1865.
Algeden, westliche Landschaft in Abessinien, anNubien grenzend.
Algemcsi, Villa inder spanischen Prov. Valencia,an der Eisenbahn Almansa-Valencia; 6000 Ew.
Algenfarüstoffe. Außer dem in allen grünenPflanzcnthcilen enthaltenen grünen Farbstoffe, demChlorophyll, enthalten viele Süßwasseralgen, na-mentlich die Oscillarien einen blauen Farbstoff,das Phycocyan, das in Wasser löslich, in Alkoholunlöslich ist. Einen gelben Farbstoff, das Phy-coxanthin, erhält man durch Abdampfen des al-koholischen Auszuges der Oscillarien bei niedrigerTemperatur, nachdem man vorher das Chlorophylldurch Schütteln mit Benzol ausgezogen hat. AmLichte färbt es sich rasch gelb. In einigen See-algen kommen überdies auch rothe Farbstoffe vor.
Algenib, Stern im Pegasus (s. d.).
Algenöl (Fncusol), ein dem Furfnrol ähnlichesu. mit diesem isomeres farbloses Öl, welches sichbei der Destillation verschiedener Algcn-(l?uons-)arten mit verdünnter Schwefelsäure bildet.
Algenstilze, Nxeoplrzeeas (Bot.), bilden denÜbergang von den Algen zu den Pilzen n. findensich besonders in zählenden Flüssigkeiten. Dahingehört der Hefepilz (Orz'ptooooous IsrnrsntumLtÄ/.), s. Hefe, n. die sog. Essigmntter (Illvinaaosti IÜSA.), s. das.
Algenzncker, s. Erythrit.
Algen (XlZas), Kryptogamenklassc aus derGruppe der Thallophyten oder Lagerpflanzen.Diese niedersten Organismen, die zum Theil ansder Grenze zwischen Thier- u. Pflanzenreich zuschwanken scheinen, bestehen aus vereinzelten, oderaneinandergereihten, oder zu unvollkommenem Zell-gewebe verbundenen Zellen, welche manchmaläußerlich von einer Schleimmasse (Gallerte) um-geben sind und ein verschieden gestaltetes Lager(Bballus) bilden. Sie unterscheiden sich von LenPilzen, die ebenfalls zu den Thallophyten gehören,dadurch, daß sie Chlorophyll enthalten, also anor-ganische Substanzen assimiliren und keine echtenSchmarotzer sind. Das Chlorophyll tritt häufigin einer roth gefärbten Modification ans, oder derZellinhalt ist ein dem Chlorophyll sich analog ver-haltender gelber, spangrüner oder rother Farbstoff.Die A. leben meist im Wasser (daher Wasser-A.oder II/äroxb)cka), einige auch in feuchter Luft,oder (seltener) ans feuchtem Erd- oder Felsboden.Sie finden sich in Bächen u. Pfützen, oft nur mi-kroskopisch klein, als grüner, feiner Schlamm, oderals grüne, sädig-schleimige Massen; dann erscheinensie wieder als grüne, sadenartige Überzüge ansMühlrädern, oder sic wohnen im Meere (Meeres-A.), wo sie mitunter eine ungeheure Größe er-reichen u. ganze Wälder in der Tiefe der Finthenbilden. Die größte bekannte Anhäufung solcherMeeres-A. findet sich in dem viele tausend Qnadrat-meilen bedeckenden Sargasso-Meere (nach demBulletin äs la Los. äe AsoZr. äs Baris, V.8er. X. 1865, p. 292, im Atlantischen Ocean,von 16 oder 17° bis 38° n. Br. n. 50° bis 81°w. L. von Paris), dessen Oberfläche mit vomGolfstrom znsammengetriebenem, dort nicht fructifi-