409
Alfort -
Jahre Vicar zu Wymeswold in der GrafschaftLeicester. 1841 hielt er die IInIssau-Vorlesungenzu Cambridge, welche- er 1842 unter dem Titell lis Divino Rsvolabion ok Usäswption veröffent-lichte. Von 1841—1857 fungirte er als Exa-minator in der Logik u. Philosophie an der Lon-doner Universität, und von 1853—1857 war erPrediger an der aristokratischen (juebso-strsotdllapsl; Predigten gab er 1855 unter dem TiteltznsdsL Olmpei Lermons heraus. 1857 ward erzum Decan von Canterbury ernannt, als welcherer 12. Jan. 1871 starb. A-s größtes Werk trägtden Titel Lire drösle Lestamsnb, ^vitli nobss,1849—1861 erschienen. In den letzten Jahrenwar er Herausgeber der 6ontsmpors.rx Rs-visiv, in welcher er n. a. sein berühmtes Hussn'sstlnAlisü veröffentlichte. Bergl. über ihn: Liks,llournais anä Lotters ok 8. 4., b/ Iiis Vkiäoiv,1873.
Alfort, Dorf im Arr. Sceaux des französischenDep. Seine, östlich bei Paris an der Marne;Schloß, berühmte Thierarznei- u. landwirthschaft-liche Anstalt (1766 durch Minister Bertin gegrün-det) mit botanischem Garten, zootomischem Theater,chemischem Laboratorium, Natnraliensammlunq;3840 Einw.
Alfred, 1) A. der Große, jüngster Sohndes Äthelvnlf u. der Osburh, Enkel des erstenHeptarchen Ecgberht (Egbert, s. d.), geb. 849;gest. 28. October 901; folgte 871 seinem BruderAethelred als König von England. Die Regier-ung, die er unter den traurigsten Umständen undungünstigsten Zuständen des Landes angetreten,führte er in Krieg n. Frieden in glorreichster Weisedurch, so daß das Land sich bei seinem Tode inder blühendsten Lage befand. Die eingefallenenNormannen hatten Sie Gewalt im Lande u. raub-ten und plünderten, was in ihrem Bereiche lag.Selbst A. mußte eine Zeit lang flüchten. Klug-heit u. Ausdauer, verhalfen allmählich zu Vorthei-len. Er selbst schlich einst als Harfner verkleidetin das Hanptlager der Feinde, um deren Machtanszukundschaften. Das Glück begünstigte ihn, u.es gelang ihm, die Normannen zu vertreiben undspäter noch zwei neue Angriffe derselben siegreichznrückzuschlagsn, worauf sie für immer verschwan-den. Die Feindseligkeit der Dänen beschwichtigteer durch einen Vertrag. Größer als im Kriegezeigte sich A. im Frieden. Er nahm eine zweck-mäßige Eintheilung des Landes vor, ordnete undbefestigte die Gerichtspflege, sammelte die Gesetze,bewirkte die Hebung des Ackerbaues und brachteSchifffahrt u. Handel zu hoher Blüthe. Londonerhob er zur Hauptstadt des Reiches. Wissenschaf-ten u. Künste wurden in gleicher Weise gefördert.Das Familien- u. Privatleben, sowie die allge-meinen menschlichen u. religiösen Pflichten vernach-lässigte A. dabei keineswegs, so daß er gleich hochals Mensch, Regent u. Krieger steht. Vermähltwar er mit der mercischen Grafentochter Ealhsvith;seine älteste Tochter war Äthclfläd (Ethelfleda),dann folgten „Eadveard (Eduard), sein Nachfolger ,Athelgeofu, Äbtissin von Shaftesbnry, Alfdryd,Gräfin von Flandern, Äthelveard. Schon alsKnabe lauschte A. stets eifrig dem Vortrage angel-sächsischer Gedichte und behielt sie auswendig.
- Alfrik.
Auch als König ließ er nicht ab, sich dieselben ein-zuprägen und sie vorzutragen. Er übersetzte insAngelsächsische die sonsolatio piiilos. des Boethius,deren poetische Theile frei dichterisch wiederge-geben n. erweitert u. — wahrscheinlich von einemSpäteren — in alliterirende Verse umgeschriebenworden sind (das Ganze herausgegeben von Car-dale, Land. 1829; von Fox, Hing L.-s atrglos.Version ok tlls Llstrss ok Loebirius, 1835; vonGrein, Biblioth. der angelsächsischen Poesie, 1858,2, 295 ff.; vgl. Wright, Liogr. Lrit. litt. I.); —ferner: den Lider pastoralis Gregors I., einigeSoliloquia des Augustin, die Historia, evol. Zontis4mgL (Smith, Beda 1722 , Whelock, Cambr.1644), die Geschichte des Orosius, der er zweiwichtige Excnrse, eine Beschreibung v. Skandina-vien nach den Berichten der von ihm ausgesand-ten Seefahrer Ohthere und Vulfstan und einevon Deutschland mit interessanten ethnographischenNotizen beifügte (herausg. von Barrington, Lond.1773, v. Thorpe in d. Uebers. v. A-s Leben, engl,v. Bosworth, Lond. 1855 u. ö.). Werke, herausg.v. Bosworth, Lond. 1858, 2 Bde.; A-s Lebens-beschr. von seinem Zeitgenossen Asser (s. d., her-ausg. von Parker, Lond. 1574, v. Whise 1772 n.ö.), v. Pauli, Berl. 1851, v. Weiß, Schaffh. 1852.Vgl. auch Laxon Oiirouiols, das von 873—924 be-sonders ausführlich ist (sä. dilss, OxL 1844). 2)A.,Ernst Albert, Herzog von Edinburgh, 2. Sohnder Königin Victoria, geb. 6. Aug. 1844; schlug1859 nach üblicher Vorbildung die seemännischeCarriere ein, die er von Grund auf dnrchgemachthat. 1864 bezog er die Universität Bonn, wo erein Jahr verweilte. Am 24. Mai 1866 ward erals Herzog von Edinburgh, Graf v. Kent n. Grafv. Ulster zum Peer des vereinigten Königreichesvon Großbritannien erhoben. Nachdem er nochum dieselbe Zeit Ehrenbürger der City von Lon-don geworden, unternahm er Anfangs 1867, zumCapitän der „Galatea" ernannt, eine Reise umdie Welt, besuchte Australien, China, Japan, In-dien; auf dieser verübte ein Irländer, O'Farrell,während A-s Besuch in Australien, 12. März 1868,nahe bei Port Jackson ein Attentat auf ihn. Seitseiner Rückkehr präsidirt er der Hafen- u. Küsten«Überwachungsbehörde und anderen die Handels-schifffahrt betreffenden Verwaltungen. Prinz A.erfreut sich eines hohen Grades von Popularitätbei den Engländern, wozu sein Beruf nicht wenigbeiträgt. Er ist seit 22. Jan. 1874 vermählt mitder Großfürstin Maria Alexandrowna, einzigenTochter des Kaisers Alexander II. von Rußland.Als 2. Sohn des Prinzen Albert von Koburg u.Gotha ist er designirter Nachfolger des regieren-den Herzogs v. Koburg u. Gotha; die ihm 1862angeboteue griechische Königskrone schlug er aus.
Älfreton , Stadt der englischen GrafschaftDerby; Alebrauereien, Steinkohlenwerke, Töpfe-reien; 12,000 Ew.
Alfrik (Älfric, Alfricur), genannt 4.biias od.draminatious (oft mit anderen A. verwechselt; vgl.Wharton, Hiss. äs äuob. Lllrieis, 4nglia saernI. 125); lebte in der 2. Hälfte des 10. Jahrh.,wahrscheinlich Abt von St. Albans und Cerne inDorsetshire u., wie es scheint, um 995 Bischof v.Wiltac (jetzt Salisbury); starb 1005, sehr verdient