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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Alfieri

liehen Alfen, hier Swartalfar, Döckalfar genannt,jedoch eine spät entstandene u. künstliche ist. S.Elfen u. Zwerge.

Alfieri, 1) Vittorio, Graf von A., ita-lienischer Dichter, geb. zu Asti 17. Jan. 1749;in der Akademie zu Turin erzogen, ergriff er zu-nächst die militärische Laufbahn, durchreiste seit1767 Europa, widmete sich, nach Turin zurück-gekehrt, 1773 ganz der Poesie und trat 1776mit seinem ersten dramatischen Versuche Kleopatrahervor; auf einer Reise nach Florenz lernte er dieGräfin Albany (s. d.) kennen, mit der er fortanin Rom und Florenz, seit 1788 im Elsaß und inParis lebte. 1789 ging er nach England, undnach wiederholtem Aufenthalt in Paris 1792 nachFlorenz, wo er 8. Oct. 1803 starb und in SantaCroce ein prächtiges Grabmal von Canovas Handerhielt. Am 16. Nov. 1862 wurde in seinerGeburtsstadt Asti seine Bildsäule aufgestellt. Außereinem Epos, lyrischen Gedichten, Satiren, metri-schen Übersetzungen des Terentins, Virgilius undeinzelner Stücke griechischer Tragiker u. des Ari-stophanes schrieb er 21 Tragödien (darunterFilippo, Virginia, Agamemnon, Timoleon, Ore-stes, Antigone, Saul, Mirrha, Merope, MariaStuart), 6 Komödien n. die sog. Tramelogödie (d. h.Melotragödie) Abel; nach seinem Tode erschien dieSonettensammlung Nisogallo (gegen die Franzo-sen). Er gab der italienischen Tragödie einen neuenAufschwung, indem er strenge Charaktere mit echtstoischen Gefühlen zeichnete u. einer edlen Dictionu. dramatisch-wirksamer Handlung sich befleißigteu. so die erschlaffte Denkungsart seiner Zeitge-noffen zu kräftigen sich bemühte. Seiner Poesiefehlt indeß Wärme der Empfindung, individuelleCharakterzeichnuug und melodische Gefälligkeit.Sämmtliche Werke, Padua u. Brescia 180911,37 Bde., Pisa 180515,22Bde. Eine vonMilanesiüber den Originalhandschriften revidirte Ausgabeder IrnAeäis, Flor. 1855, 2 Bde., metrisch insDeutsche übersetzt von Rehfues und Tscharner,Berl. 1804 (unvollendet); Selbstbiographie, fort-geführt bis 5 Monate vor A-s Tode, zuerst inOpsrg xootums, 1804, übers, von Hain, Lpz.1812, 2 Bde.; Lebensbeschreibung von Centofanti,Flor. 1842, u. Teza, ebd. 1861. 2) Cesare ,Marchese di Sostegno, italienischer Staats-mann, geb. den 13. Aug. 1796 in Turin; erstMilitär, dann in die diplomatische Laufbahn über-getreten, war er nach einander Legationssecretärin Petersburg, Berlin, Florenz und seit 1825 inParis, wo sein Vater, Marchese Carlo EmanueleA., Gesandter war. Vom König Karl Albert anden Hof berufen, verkehrte er viel mit Cavour,den beiden Azeglio , mit Santerre, Perrons,Collegno, Cesare Balbo u. a. Liberalen u. öffnetesein Haus freigebig allen politisch Verfolgten.Aber seine allzu stark ausgesprochene Gesinnungkostete ihm die Gnade des Königs, er erhielt denRath, eine Reise ins Ausland zu machen. Vonderselben znrückgekehrt, war er als Mitglied undspäter als Präsident der von Cavour gestiftetenNckerbaugesellschaft und als Mitglied der philan-thropischen Gesellschaft äslla Llatsrnitn ungemeinthätig. Endlich schenkte ihm Karl Albert seineGunst wieder und machte ihn zum Vorsitzenden

- Alfons.

der Reförmcommission, als welcher er besondersthätig für die Emancipation der UniversitätenSardiniens, für Errichtung neuer Lehrstühle warund, nachdem er endlich mit den übrigen Reform-freunden den König zur Gewährung einer freienVerfassung bewogen, das italienische Statut redi-girte. Nach dem Tage von Custozza 1848 wardA. Ministerpräsident, mußte aber bereits AnfangsOct. Gioberri weichen. Er war von 1856 bis1860 Senatspräsident und st. 17. April 1869 inTurin.

Nlfinger, Ambrosius, Entdecker von Neu-granada n. Begründer von Venezuela u. Mara-caybo, nach welchen Ländern er 1528 u. 1530 alsFactor der berühmten Augsburger HandelsfirmaWelser zwei Entdeckungsreisen machte, seinenNamen jedoch durch Habgier und Grausamkeit be-fleckte.

Alfödr (nord.), d. i. Allvater; s. d. Art. DeutscheMythologie und Odin.

Alfons (Alfonso, Alphonsus, aus althochdeutsch,nrspr. ^.äalkuus, dann chlkuus, d. i. bereit, geneigt,sich durch Geschlecht (Adels auszuzeichnen), Namemehrerer Könige in Spanien, Portugal, Sicilien rc.I. Regierende Fürsten, a) Bon Aragonien:1) A. I., R Latallaäoi (der Streiter, weil er in29 Schlachten gefochten hatte), Sohn Sanchos V.;folgte 1104 seinem Bruder Peter I., erhielt durchseine Gemahlin, Urraca v. Castilien, dieses Landu. Leon, konnte sich jedoch nicht daselbst behaupten.Glücklicher war er in seinen Kämpfen mit denMauren, gegen welche sich ihm bei seinem Vor-dringen bis Granada viele Tausende von Christen-familien anschlossen, die seit 3 Jahrhunderten sichin den Gebirgen behauptet hatten. Während derBelagerung der Grcnzfeste Fraga verwundet, starber einige Tage später, 17. Juli 1134, kinderlos,ein Held gegen die äußeren Feinde, ein kräftigerFörderer der Rechte des dritten Standes (s. Spa-nien). 2) A. II., Sohn Raimund Berengars,Grafen v. Barcelona; erhielt 1162 die Regierung,im selben Jahre auf dem Wege der Erbschaft dieProvence u. 1177 auf gleiche Weise die GrafschaftRoussillon; starb, beliebt bei seinem Volke, 26. April1196 (s. ebd.). 3) A. III., der Prächtige, folgteseinem Vater Peter III. 1285. Sofort bei seinemRegierungsantritte von den Ständen angefeindet,gab er nach zweijährigem Widerstande derenForderungen zu, um einen Parteikrieg zu ver-meiden, u. bewilligte auf dem Reichstage zu Zara-goza 1287 die sogenannten Unionsprivilegien. MitFrankreich, Neapel und dem Papste schloß er denFrieden zu Brignole 1291, durch den er vondem über ihn verhängten Bannflüche losgesprochenwurde, aber auch seinen Bruder Jakob von Sicilienpreisgab, dem er, kinderlos, bei seinem bald dar-auf erfolgenden Ableben den Thron hinterließ,18. Juni 1291 (s. ebd.). 4) A. IV., der Gütige;folgte seinem Vater, dem eben genannten KönigJakob II., 1327, kam trotz all seiner Güte mitden Ständen wegen einiger seiner zweiten Ge-mahlin, Tochter König Ferdinands IV. von Ca-stilien, gemachten Schenkungen in Conflict, den erdadurch befestigte, daß er die Schenkungen znrück-nahm. Mit den Genuesen wegen Sardiniens imKampfe, könnte er mit dein verbündeten Castilien