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Alexandrinische Philosophie — Alexandropolis.
thek zu Alexandria. Ein Thcil derselben ging imKriege mit Cäsar (48—47 v. Chr.) bei demBrande des Bruchion lcs war dieses das könig-liche Residenzquarlier im nordöstlichen Theil derStadt, wo auch das Museum und die Bibliotheklagen) in Feuer auf, ward aber durch die derKlcopatra von M. Antonius geschenkte Pergame-nische Bibliothek (200,000 Bände) wieder ersetzt;der andere Theil war bei dem schnellen Zuuehmendes Büchervorrathes in der westlichen Stadthälfte,im Serapeion, aufgestellt worden, u. wurde unterTheodosius 390 n. Chr. von einem fanatischenHaufen unter Anführung des Bischofs Theophilosmit dem Serapeion zerstört. Eine bloße, erst im13. Jahrh. aufgekommene Fabel ist es, daß dieAraber nach der Eroberung Alexandriens, unterOmar 642, die Bücher der A. B. vernichtet, oder-gar ein halbes Jahr lang die Bäder damit ge-heizt hätten; damals existirte die Bibliothek garnicht mehr.
Alexandrinische Philosophie, die unter denPtolemäern in Alexandrien cultivirte synkretistischeArt und Weise des Philosophirens, welche orien-talische, Pythagoräische, Platonische u. AristotelischePhilosophemata mit einander in Verbindung brachteund aus welcher schließlich der Neuplatonismus(s. d.) hervorging.
Alexandrinischer Codex (in den kritischenBibelausgaben mit bezeichnet), griechische Hand-schrift, welche die Septuaginta-Übers. des A. T.und das N. T., außerdem die Briese des ClemensRomanus enthält. Er ist mit Uncial-Buchstabenauf Pergament im 5. oder 6. Jahrh. in Ägypten(nach der Sage von der hl. Thekla, einer Schü-lerin des Apostels Paulus) geschrieben. DerPatriarch Cyrillus Lukaris nahm ihn 1621 beiseiner Versetzung von Alexandrien nach Constanti-nopel mit dahin u. schenkte ihn 1628 dem KönigKarl I. von England, wo er jetzt im britischenMuseum anfbewahrt wird. Das N. T. hatWoide, Lond. 1786, Fol., u. Cowper, ebd. 1860,das A. T. aber Baber, Lond. 1816—27, 5 Bde.Fol., herausgegeben.
Alexandrinischer Dialekt, s. u. GriechischeSprache.
Alexandrinisches Jahr, so. v. w. Neuägyp-tisches Jahr, s. n. Jahr.
Alexandrinischer Krieg, Krieg, in welchenJul. Cäsar 48 v. Chr. nach der Schlacht beiPharsalus mit den Ägyptern verwickelt wurde; 47glücklich für Cäsar beendet; s. Ägypten. Die an-geblich von Hirtius verfaßte Beschreibung diesesKrieges, LeUnm alsxanärinum, ein nüchternesund trockenes Werk, findet sich gewöhnlich in denAusgaben des Julius Cäsar.
Alexandrinischer Lorbeer ist Rasens llvpo-xdiUam.
Alexandrinische Theologie. Alexandria,der Mittelpunkt heidnischer und jüdischer Wissen-schaft, wurde im 2. Jahrh. auch ein Hauptsitz dervon der katholischen Kirche abgewandten christlichenGnosis. Eine erste katholisch-christliche höhereBildungsanstalt erössnele daselbst PantäuoS baldnach der Mitte des 2. Jahrh. Durch Clemens(st. um 220) und Origenes (st. 254) gab dieseSchule, die sogenannte ältere Alexandrinische Schule,Piercrs Unldersal-CmwersationZ-Lexiton. S. A»fl.
auf lauge Zeit der ganzen Theologie, insbesondereder exegetischen, ihre Richtung. Die Gnosis, alsEinsicht in den Sinn und Grund der Pistis, desGlaubensinhaltes, sollte durch Zusammcnbetrachtender christlichen Offenbarung mit der alttestamcnt-lichen u. mit dem besseren philosophischen Hellenis-mus, namentlich mittels allegorisircndcr Schrift«auslegnng gewonnen werden. Die jüngeren Älex«andriner, Athanasios und die 3 Kappadoken im4., Kyrillos im 5. Jahrh. bildeten, mit unter demEinfluß des Gegensatzes der Antiochener Schule,die ältere Richtung fort u. theilweise um, beschränk-ten das Allegorisiren allmählich auf den nicht dog-matischen Schriftiuhalt u. ordneten sich mehr undmehr dem kirchengesetzlichen Abschließen der Forsch-ung unter.
Alexandrinisches Zeitalter, die Zeit vonder Gründung der Herrschaft der Ptolemäer inAlexandria seit 323 v. Chr. bis zur Alleinherr-schaft Roms 31 v. Chr. Dadurch, daß unterden Griechen die Stammesnnterschiede schwandenu. auch die Nichtgriechen des Orients an griechi-scher Sprache und Bildung während dieser Zeittheilnahmen, wurde diese in ihrem Charakter ver-ändert; das individuelle, ja, das nationale Elementschwand daraus. Indem nun die PtolemäischenKönige Poesie und Wissenschaft in hohem Gradebegünstigten u. dafür stehende Einrichtungen schu-fen (Bibliothek, Museum), entstand bald — in Ver-bindung mit jenem Schwinden des charakteristischAusgeprägten, sowie mit dem Versiegen desschöpferischen Geistes in der griechischen Sprache —das geistige Gepräge des A. Z., welches in derPoesie nichts originell Großes, nur Gelehrtes oderGekünsteltes, in künstlerisch stilvoller Prosa aberNichts mehr leistete. Um so bedeutender wurden,durch den regeren Weltverkehr begünstigt, die Leist-ungen in den exacten Wissenschaften (Mathematik,Mechanik, Mcdicin) u. in der Sprachwissenschaftund Philologie; letzteres wirkte freilich auf dieeigenen poetischen Schöpfungen in sprachlicher Be-ziehung »erkünstelnd ein. Die römischen Dichterhängen in manchen Dingen von den Alexandrinernab. Alcxandrinismus daher so v. w. sichspreizende, »erkünstelte, nicht originelle Gelehrsam-keit. Vgl. Bartheleiny St. Hilaire, Vs 1'seolsä'^Isxanäris, Par. 1845; I. Simon, Rist. äsI'sools ä'41sx., Par. 1844 ; Fr. Ritschl, Die Alex-andrinischen Bibliotheken 1838.
Alexandrinus, 1) Gold- und SilbermünzeAlexanders d. Gr.; 2) die von den Römern fürÄgypten in Alexandria geschlagenen Kupfer- undSilbermünzen, von M. Antonius bis Diocletian.
Aiexandropol (sonst Gümri), russische Stadiu. Festung im Gouv. Eriwan, an der Grenze dertürkischen Prov. Kars, mit vielem Verkehr undrömisch-katholischer Kirche; 17,300 Ew. Hier am30. Oct. 1853 Sieg der Russen unter GeneralBarjatinsky über die Türken.
Alexandropolis (Alexandriopolis, a.Geogr.), St. der thrakischen Mäder am oberenStrymon, von Alexander d. Gr. in Abwesenheitseines Vaters Philipp bei einem Aufstande wie-der unterworfen (340—339 v. Chr.), dann abermit neuen Ansiedlern bevölkert und nach ihmbenannt.
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