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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Alexandria Alexaudrinische Bibliothek.

fang diese? Jahrh. den Europäern geöffnet war,während jctzr in beiden die Schiffe aller Nationeneinlanfen können. Das Klima A-s leidet durchdie Nähe der Sümpfe, doch ist es nicht geradeungesund: die Hitze wird durch den Seewind ge-mindert, so Laß die Tcmparatnr selten bis zu26° 6. steigt; im Winter fällt fast täglich Regen.Die Einwohnerzahl betrug 1871 annähernd 220,000Seelen, davon der 4. Theil Europäer (meist Ita-liener, Franzosen, Griechen, weniger Deutsche rc.).A. war von Alexander d. Gr. 332 v. Ehr. durchDinochares an der Stelle der uralten ägyptischenStadt Om (später Rhakotis) erbaut und durchGriechen, Römer, Kleinasiaten und Juden bevöl-kert. Von den Ptolemäern, die es zur Residenzwählten, ward es vergrößert und unter anderender königliche Palast und der Pharos gebaut.Seine glückliche Lage, seine Verbindung durchKanäle mit dem Nil machte es für die Dauervon 6 Jahrh. zum Emporium zwischen Europa,Indien und Klcinasien. Im Alexandrin. Kriegewurde Cäsar hier belagert. Unter römischer Herr-ichaft hielt sich A. lange als wichtiger Handels-vlatz; erst als Constantinopel Hauptstadt des Römi-schen Reiches wurde, verlor A-s Handel und An-sehen. In der christlichen Zeit war A. Sitz einesder 4 Patriarchen; hier wurden 342, 350, 362,399 n. 430 Concilien gehalten. Im 7. Jahrh.bemächtigte sich der Khalis Omar A-s, das später (s.Ägypten, Gesch.) Sitz eines ägyptischen Khalifats n.zum Theil-auch Residenz wurde u. durch das ganzeMittelalter der Haupthandclsplatz zwischen Abend-uud Morgenland blieb; es sank aber durch dieEntdeckung des Seeweges nach Indien, litt unterder Herrschaft der Mamlukenbeys und hob sicherst wieder, seitdem der Vicekönig Mehemed Alisich der Stadt annahm. Damals bestand sie miraus ärmlichen Hütten, mit etwa 7000 Ew. A.mit Umgebung war auch der Schauplatz derersten und letzten Ereignisse u. Kämpfe, die ausder ägypt. Expedition der Franzosen hervorgingen.Hier landete Bonaparte 2. Juli 1798 u. nahmdie Stadt mit Sturm, und hier capitulirten dievon Bonaparte zurückgelassenen Franzosen imOct. 1801.

Alexandria hießen außerdem mehrere andere,meist von Alexander d. Gr. gegründete Städte desAlterthums, u. zwar: 1) L.. ml Issum (^.. soa-biosa), St. in Nordsyrien, am Jssischen Meer-busen, mit Hafen und Handel; jetzt Alexandrette.2) A. Charakos, St. in Susiana, zwischen demTigris und Pasitigris, beim jetzigen Awas; vomWasser zerstört, ward sie von AntiochoS Epiphanesan einem höher gelegenen Orte am Tigris wiederansgebant. Auch hier war sie dem Verfalle wiedernahe, bis der arabische Emir Pasines (Spasines),daher auch kasinn oder L.. Lpasruu, sie zuseiner Residenz machte. 3) X. lläwas, römischeColonie, 3 Meilen von Ilion in Troas, der InselTenedos gegenüber; von ihrem Erbauer hieß sieAntigonia, ward aber von Lysimachos, Alexanderd. Gr. zu Ehren, A. genannt; jetzt Eski Stam-bnl. 4) Außerdem viele nach Ländern, Flüssen oberGebirgen genannte Städte, die ihren Ursprungdenl Feldzuge Alexanders verdanken, z. B. L. Oao-ti'iaua, LlarZum, karopanisum.

f Alexandria, 1) Vorstadt von Warschau. 2) St.,im gleichnamigen Kr. des südrnssischen Gouv.Cherson, am Jngulez, non gebaut; mit starkemMaisban; 10,500 Ew. 3) Ort auf der Insel Kad-jak im Territorium Alaska, NordamerikanischeUnion;Hauptstapelplatz für Pelzwerk. 4) County imnordamerikanischen Staate Virginia unter 30" n. B.u. 77 w. L., mit 16,755 Einw.; gleichnamigeHauptstadt, am rechten Potomakufer; bequemerHafen für große Schiffe; 13,570 Einw. EinWasserleitnngs-Canal führt von hier nach George-town; Eisenbahnverbindungen von dort nach allenRichtungen. 5) So v. w. Alessandria.

Alcxandrrna, See in Südaustralien, auchVictoria genannt, durch den sich der Murray insMeer ergießt.

Alexandrme, 1) Friederike WilhelmineA. Maria Helene, geb. 23. Febr. 1803, Toch-ter des Königs Friedrich Wilhelm III. v, Preußen;vermählt 1822 mit dem Großherzog Paul Friedrichvon Mecklenburg-Schwerin; seit 7. März 1842Wittwe; sie ist Mutter des jetzigen GroßherzogsFriedrich Franz II. 2) A. Luise Fried. Elis.Sophie, geb. 6. Dec. 1820, älteste Tochter deSGroßherzogs Leopold v. Baden; seit 3. Mai 1842mit Herzog Ernst II. v. Koburg-Gotha kinderlosvermählt.

Alexandriner, ein jambischer Vers von 6Füßen mit bald männlichem, bald weiblichem Schluß,der in der neufranzösischen Form, in welcher erins Deutsche übergcgangen ist, am Schluß desdritten Fußes nothwendig eine Cäsur hat:

Meist sind die Verse paarweise gereimt (aabb):Die Abendglocke ruft ff den müdeu Tag zu Grabe;Matt blökend kehrt das Vieh ff in langsam schweremTrabe

Heim von der Au; es sucht ff der Landmann seineThür

Und überläßt die Welt ff der Dunkelheit und mir.Doch finden sich auch gekreuzte Reime (abab) undsonst umgestellte (z. B. abba). Bei den Franzosen(und Holländern) ist der A. noch die herrschendeVcrsart für alle Gedichte von größerer Allsdehn-ung. Im Deutschen schon von P. Melissns ein-gcführt, kam er durch Opitz für längere Gedichte,auch die Tragödie (hier zuletzt 1788 bei Götter)zur allgemeinen Geltung, wurde aber auch fürStrophen, Sonette, Epigramme verwandt. SeitKlopstock und Lessing wurde der namentlich imDeutschen sehr eintönige A. durch den Hexameteru. 5füßigen Jambus verdrängt u. blieb auf dasLustspiel beschränkt, für welches ihn sein Schlag-wörter rc. begünstigender Bau sehr geeignet macht.Neuerdings hat Rückert längere Gedichte (z. B.Röstern und Suhrab und die Weisheit des Brah-nranen) in A-n verfaßt, n. auch Freiligrath hatden A. (Das Wüstenroß von Alexandria) z. Th.in freierem Bau u. mit anderen Versen vermischt,wieder gebraucht. Reimlose A. sind selten. Ge-nannt ist der A. wahrscheinlich nach dem alt-französischen Heldengedicht Rvumau ä^lixauärooder nach dessen Nmdichter Llsxauärs v. Bernay.

Alexaudrinische Bibliothek, die von Ptole-mäos I. Lagi gestiftete n. von seinen Nachfolgernbis zu 700,000 Bänden (Rollen) vermehrte Biblio-