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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
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Mcxanvria.

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ein. 2) Golf, bei A., zwischen dem Vorgeb.Karataschbnrum und Chanzyr; in demselben diefrüher als wichtiger Verkehrsplatz bekannte Baivon Ayasch oder Ajas, italienisch Ayezzo.

Alexandria, Seestadt in Unterägypten, aufdem schmalen Landstrcifen, welcher den See Ma-reotis vom Meere trennt; im Alterthum nach Romdie größte Stadt, durch Schönheit, Reichthümer,Kunst- u. wissenschaftliche Sammlungen berühmt,aber auch berüchtigt durch die maßlose Sitten-losigkeit und die bestialische Wildheit ihres Pöbels.A. hatte 19 üm Umfang, 2 Seehäfen, außerdem2 Binnenhäfen, einen davon zum Gebrauche desKönigs. Die Stadt zählte im 1. Jahrh. n. Chr.300,000 freie Ew. und war in mehrere Quartieregctheilt, von denen das Bruchcun, das sich imNO. bis zum Hafen erstreckte, das prächtigste war;in demselben befanden sich die königl. Residenz,die herrlichste der alten Welt, u. die schönstenPaläste, sowie die Bibliothek (s. AlcxandrinischeBibliothek), das königl. Museum oder die Aka-demie u. das Mausoleum (Erbbegräbnis) der Kö-nige, von Ptolemäos I. erbaut, in welchem auchdie sterbl. Reste Alexanders d. G. beigesetzt wur-den; nach der Küste hin standen das Theater undder Tempel des Poseidon. Auf der Insel Pharos(jetzt Pharillon) stand der durch Ptolemäos Lagtbegonnene u. 250 v. Chr. vollendete LenchtthurmPharos, der zu den Sieben Wunderwerken derWelt gerechnet wurde. Er war aus weißem Mar-mor, viereckig, bestand aus 8 gewölbten, mitGalerien umgebenen, von Säulen getragenenStockwerken. Die Insel selbst war durch das nochvorhandene Heptastadion, einen sieben Stadien(1290 in) langen Damm, mit dem Festlande ver-bunden u. durch große Thürme auf beiden Seitenvertheidigt. Am östlichen Ende des Brucheun ragtendie noch vorhandenen Nadeln der Kleopatra indie Höhe: zwei, je 23 in hohe, an der Basis2 in Durchmesser haltende Obelisken, dann dienoch höhere Pompejns- oder Diocletians-Säule.Die im SW. gelegene Gräberstadt besteht ausWölbungen, die in den Felsen ausgehanen undvon Säulen getragen sind; sie erstreckten sich umterirdisch bis zu dem sog. Bade der Kleopatra.Südlich von den Nadeln der Kleopatra liegen diewenigen Trümmer des einst prunkvollen Gym-nasiums, u. ostwärts davon der Hippodrom oder dieRennbahn. In dem kleinen Quartier von Rhakotesstand das berühmte Serapeion (Scrapcum), einmächtiger Marmorbau im Stil der Ptolemäer,der eine zweite werthvolle Bibliothek von 200,000Rollen enthielt, u. der auf Anordnung des Theo-dosius zerstört wurde, wobei die MÄothek mit-verbrannte. Für die einstige Größe der Stadtzeugen außerdem Hunderte von Cisternen, die durcheinen schiffbaren Canal (Poosa Hsxanärina),welcher die Stadt durchschallt, gespeist wurden;manche derselben sind noch erhalten. Jetzt heißtA. Alexandrien (Jskanderieh, Skanderieh), gehörtzur Prov. Bahari, nimmt kaum Vs des Raumesder früheren Stadt ein; in neuerer Zeit befestigt,auch ist für Verschönerung u. Erweiterung derStadt viel geschehen. Der Charakter von A.ist kein eigentlich orientalischer, sondern ein Ge-menge von morgen- und abendländischen Typen,

in welchen europäische Einrichtungen mehr undmehr sich geltend zu machen begonnen haben.Namentlich ist dies bemerkbar im Fremdenquartier(oder der Neustadt), das Jahr um Jahr neue pa-lastähnliche Bauten entstehen sieht, und dessenMittelpunkt der große Consulatplatz ist, wo dieeuropäischen Consuln residiren n. auch herrlicheBazars n. Läden, Theater, Hotels n. Kaffehänsereurop. Art sich aneinanderreihen; dies Quartier,der Centralpnnkt des gesammten öffentlichen Le-bens, hat seit längerer Zell Gasbeleuchtung. Kirchensind für alle Religionen vorhanden, denn alle ge-nießen Schutz und Freihell. Hervorragende Ge-bäude sind der neue Palast des Pascha, dasMarinearscnal, das Zollhaus und das Castellauf der ehemaligen Pharosinsel, wo der neue Leucht-thnrm steht, der 1842 errichtet, 55 m hoch und30 Icm weit sichtbar ist. Das wichtigste Bau-werk A-s ist aber der Mahmudiehkanal, der dieStadt mit Trinkwasser versorgt u. mit dem In-nern des Landes verbindet. Er hat eine Längevon 90 üm, eine Tiefe von 3 m u. eine Breitevon 29 m und wurde von Mehemed Ali 1819angelegt, zu Ehren des Sultans Mahmud benanntund unter ungeheuren Opfern an Geld n. Men-schenleben, die dem Elende und den Seuchen zumOpfer fielen, gebaut. Ein kleinerer Kanal stehtmit diesem in Verbindung, um beim Anschwellendes Nil das überflüssige Wasser abzuführen. Deralte (türkische) Stadttheil hat enge, krumme, unge-pflasterte Straßen, schlechte Häuser mit flachenDächern >r. vergitterten Fenstern, darunter auchelende Lehmhütten. A. ist der Sitz eines Gouver-neurs, eines koptischen Patriarchen, der Marine-nnd Handels-Etablissements, der Militär- undMarineschulen. Die Stadt hat eine Garnison von2- bis 3000 Mann, außerdem ist durch Wacht-hänser und Polizeimannschaften für die öffentlicheSicherheit ausreichend gesorgt. Der auswär-tige Handel A-s ist bedeutend und reprä-scntirt in der Einfuhr etwa 500 Will. Piaster,während die Ausfuhr das Doppelte erreicht. DieZahl der aus- und einlanfenden Schiffe beträgtca. 3000, darunter über V Dampfer. Ansgeführtwird hauptsächlich Baumwolle und Baumwollen-samen (ungefähr 77pCt.), Weizen (4 pCt.), Gummi(3H pCt.), Wolle (1 pCt.). Es sind betheiligt beider Ausfuhr: England mit etwa 75 pCt., Frank-reich mit 9 pCt., Italien mit 7 pCt., Österreichmit 6pCt., die Türkei, Syrien u. a. Länder mit3pCt; bei der Einfuhr, die in europ. Seiden-,Baumwollen-, Lederwaaren rc. besteht, dagegenEngland mit etwa 40pCt., Frankreich mit llpCt.,Österreich mit 11 pCt., die Türkei mit 12 pCt.,Italien mit 8 pCt., Syrien, Berberei u. a. Län-der mit 18 pCt. Zur Unterstützung des Handelsdienen eine Bank für Ägypten und seit 1873 einesolche für A., Assecuranzgesellschaften rc.; eineEisenbahn führt nach Kairo und Suez, eine zweitenach Ramle, und Dampferlinien verbinden A.mit Marseille, Genua, Brindisi, Triest und Con-stantinopcl. Die Hafenanlagen, welche von aus-gedehnten Magazinen umgeben sind, bestehen aus 2Theilen, dem westlichen (oder alten, auch afrika-nischen), der den Nil anfnimmt, und dem östlichen(neuen oder asiatischen Hafen), der allein bis An-