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Waffengewalt an sich gerissen hatte, waZ einenneuen italienischen Srädtebund gegen die Gewalt-lhaten A-s und seines Sohnes Cäsar zur Folgehatte. Wo offene Gewalt nicht ausreichte, nahmman, vorzüglich gegen die Häupter des neuenBundes, seine Zuflucht zum Meuchelmorde, vor demweder Cardinäle und Prälaten, noch die eigenenVerwandten, ja Kinder u. Lieblinge selbst desPapstes sicher waren, am wenigsten als Gäste derüppigen Bankete, an denen außer beispiellosenSittenlosigkeiten der Giftbecher eine so große Rollespielte und der Liebling Cäsar wie die TochterLucretia die gröbsten Ausschweifungen begingen.Zur Bestreitung des verschwenderischen Aufwandeswurde dann mit Dispensen aller Art der gewissen-loseste Schacher getrieben. Zugleich ging A., umsich zu bereichern, auch au die Bücher-Censur n.erließ 1501 an die Erzbischöfe von Köln, Mainz,Trier und Magdeburg eine Bulle, worin dieDruckereien u. Druckschriften der Aufsicht u. Censurder Bischöfe u. geistlichen Gerichte unterstellt, dieBestrafung frevelnder Schriftsteller u. Buchdrucker mitKirchenbußen u. Geldstrafen verordnet, der Verkaufketzerischer Bücher verboten u. deren Verbrennungbefohlen ward. Auch das jammervolle Schicksaldes puritanisch-strengen, die Absetzung A-s for-dernden Dominikanermönchs Girolamo Savouarola<s. d.) findet hierin seine theilweise Erklärung.Üeberhaupt haßte A. die Bettelorden, da derenFeindschaft ihm gefährlicher schien, als die desmächtigsten Königs. Er, der verhaßte u. hasseus-würdigste Papst, starb 18. Ang. 1503 durch Ver-wechselung der Becher an dem Gifte, welches eru. sein Sohn Cäsar einem unliebsamen Cardinalgemischt hatten u. bei der Tafel credenzen wollten.Vgl. Matagnes Gegenschrift gegen Ollivier: Unsrsksbilitatlon ä'X. VI in der Rovus äss gnss-tions Iristoriguss, Oct. 1870, April 1871, u. Tage-buch des Deutschen Burchard, Ceremonicnmeistersder päpstlichen Kapelle A-s, von dem Lcibniz einenAuszug veröffentlichte, und das Eccard im Druckeherausgab. 28) A. VII. (der 245. Papst), vorherFabio Chigi, geb. zu Siena 1599, früher Inquisitorauf Malta, dann Mcelegat von Ferrara undhierauf päpstlicher Nuntius in Deutschland, alswelcher er bei den Friedensunterhandlungen zuMünster u. Osnabrück die Interessen der Katho-liken u. ihrer Kirche vertrat; er wurde dafür vonInnocenz X. 1652 zum Cardinal n. Staatssecretärerhoben, dem er vcrmuthlich durch französischenEinfluß 1655 auch auf den päpstlichen Stuhlfolgte. Anfänglich durch strenge Sitten sich aus-zeichnend, zeigte er sich bald ebenso eitel, als pracht-licüeud. Zwar hatte er den Triumph, die zumKakholicismus llbergetretene Königin Christin« v.Schweden zu confirmireu, die 5 bereits von seinemVorgänger verdammten Sätze der französischenJansenisten in dem von Jansen selbst gebrauchtenSinne zu verwerfen n. darauf sie um einen Ver-gleich anhalten zu sehen; dagegen aber kam er mitLudwig XIV. wegen einer dem französischen Ge-sandten Herzog von Crequi von der päpstlichenLeibgarde zngefügten Beleidigung in Cvnflict, dessenbcvenkliche Folgen er nur durch den wenig ehren-vollen Vertrag von Pisa (12. Feb. 1663) abwendete.Seinen Lieblingsplan, alle christlichen. Völker des
Abendlandes gegen die Türken vereinigt Zusehen,verfolgte er dadurch, daß er die Vencrianer gegensie unterstützte; außerdem entschied er für die un-befleckte Empfängniß der Jungfrau Maria, thatviel für die Verschönerung Roms n. für Förder-ung von Kunst u. Wissenschaft. Er starb 1667.20) A. VIII. (der 249. Papst), geb. 1610, aus demvenetiauischen Gcschlcchte der Ottoboni, Gouverneurvon Terni, Cardinal und Bischof von Torcelli u.Brescia, endlich päpstlicher Datarius; wurde durchfranzösischen Einfluß 1689 Papst, legte den Streitüber die Quartierfreiheit der französischen Gesand-ten in Nom gütlich bei, unterstützte überhaupt diePläne Ludwigs XIV. u. erhielt zum Danke dafürAvignon zurück; daun beendigte er den schonvon seinem Vorgänger Jnnocenz XI. geführtenStreit über die 4 Propositionen der GallicanischenKirche durch deren Verwerfung (Bulle v. 30. Jan.1691), verurtheilte die Lehrsätze der Jansenisten,kaufte die werthvolle Bibliothek der KöniginChristina von Schweden für den Vatican, triebaber den Nepotismus u. die Simonie, wie keinerseiner Vorgänger. Er starb 1691. L. Bischofvon Jerusalem: 30) A. Salomo, geb. vonjüdischen Eltern 1799 im Großherzogthum Posen;ließ sich zu Plymouth taufen, wirkte im Diensteder Britischen Gesellschaft zur Verbreitung desChristenthums unter den Juden n. ward hernachProfessor der hebräischen Sprache am Kings Collegezu London; 1841 erfolgte seine Ernennung zumersten evangelischen Bischof in Jerusalem (s. Jeru-salem, Bisthum). Er starb 23. Nov. 1845.
IV. Gelehrte: 31) A. aus Aphrodisias,genannt der Exeget (nämlich des Aristoteles),Peripatetiker, Schüler des Herminos u. Aristokles;lehrte in Athen u. Alexandria im 2. u. 3. Jahrh.nach Chr. und war ein fleißiger Commentatordes Aristoteles; seine Schüler hießen Alexandristen.Commentare zu Aristoteles, herausgegeben vonSpengel, 1842; zu den Methaphysica des Aristo-teles, von Bonitz, Berl. 1848. 32) St A., ausSyrien, Abt in Constantinopel, Stifter der Akö-meteu (s. d.); st. 430; Tag: 15. Jan. 33) X.Rarisrsnsis (A. von Bernay), geb. zuBernay um 1150; setzte den von Lambert li Corsbegonnenen Roman ä'XIixanärs fort. Dieses vonMichelant, Stuttg. 1846, heransgegebene Gedichtist in einreinügen, aus 12silbigen Versen bestehen-den Tiraden geschrieben und soll nach ihm odernach X. äs L. der Alexandrinervers benannt sein.
34) A. von Hales (A. Alesius), Scholastiker,erzogen im Franciskanerkloster Hales in Gloucester;erhielt den Beinamen vootor IrrskraAabills (derunwiderlegbare Lehrer), lehrte seit 1222 zu Parisu. st. 1245, nachdem er kurz vorher in den Fran-ciskanerorden getreten war. Durch ihn erhieltdie Aristotelische Philosophie einen überwiegendenEinfluß auf die Theologie. Schrieb: KummstbsoloAmo, Veu. 1576, 4 Bde. (daher zu denSummisten gezählt); Lumma äs virtubibus (dieerste Moral-Theologie); Opsra, Ben. 1576, Fol.
35) A. ab Alexandra, s. Alessandri, Ales-sandro.
Alexander, Sir James Edward, englischerOffizier und militärischer Schriftsteller, geb. 1803in Schottland; machte 1825 den Krieg in Birma