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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Alexauder. 393

Friedrich, erbittert über das durch A. zu Standegebrachte Bündniß zwischen Sicilien, Byzanz u.dem lombardischen Städtebunde, herbeieilte, um denvon ihm bestätigten Paschalis nach Rom zu führen.Nach einer furchtbaren Niederlage der Römer29. Mai 1167 nahm Friedrich Barbarossa 22.Juni die Leostadt bis zum St. Peter, wo diePäpstlichen sich verschanzt hatten, sich aber nachheftiger Gegenwehr ergaben, worauf A. III., nach-dem Paschalis sich zum Papst hatte einsctzen lassen,verkleidet aus Rom entwich und seinen Aufenthaltzu Veroli in der Campagna nahm. Eine günstigeWendung der Dinge rief ihn jedoch bald wiederans den Thron. Friedrich mußte in Folge einerFieberpest schleunigst seinen Rückzug antreten, Pa-schalis starb 20. Sept. 1168, u. als der von denKaiserlichen gewählte Gegcnpapst Abt Johann v.Struma als Calixt (III.) sich als Schwächlingerwies, ließ der Kaiser 1170 Friedensvorschlägemachen. Auf die Forderung völliger Unterwerfungantwortete dieser durch einen neuen Römerzng, deraber nach der für Friedrich unglücklichen Schlachtbei Legnano mit dem Frieden von Venedig (I.Ang.1177) endete, durch welchen Calixt (III.) abgesetzt,A. III. anerkannt u. ihm der Besitz des Kirchen-staates garantirt wurde. Dabei empfing er diepersönliche Huldigung des Kaisers, der vor ihmauf die Knie fiel, ihm den Steigbügel hielt undseinen Zelter führte. Am 12. März 1178 hieltA. seinen Einzug in Rom. Gegen die Könige v.England, Schottland u. Dänemark schritt er wegeneigenmächtigen Vorgehens in kirchlichen Angelegen-heiten mit Bann u. Kirchenstrafen ein. Ans demdritten ökumenischen Coucil im Lateran (März 1179)decretirte er vor 500 Bischöfen, daß fortan die2/g - Majorität der Cardinäle bei der Papstwahlentscheiden solle, leitete aber auf demselben Concildnrch Verfluchung der Waldenser die Religions-kriege und Ketzerverfolgnngen der nächsten Jahr-Hunderte ein. A. starb 1181 in Tivita-Castellana.Seine Mißliebigkeit in Nom war so groß, daß derrömische Pöbel seine Bahre init Steinen n. Kothbewarf u. die Cardinäle dem großen Vorkämpferfür die Oberherrlichkeit des Papstthnms über dieweltliche Macht nur mit Mühe ein Grab im Lateranerkämpfen konnten. Vgl. Reuter, Gesch. A-s III. u.der Kirche seiner Zeit, Lpz. 186061, 3 Bde., u.M.Mcyer, die Wahl A-s III., Gott. 1872; Räumersu. Schirrmachers Hohenstaufen. 25) A. I V., der187. Papst, vorher Graf Reynald von Segna,Cardinalbischof v. Ostia u. Velletri, gewählt am12. Dec. 1251 u. geweiht 27. Dec.; ein äußerstgutgesinnter, aber ebenso schwacher Mann, überallSchmeicheleien u. schlimmen Eingebungen zugäng-lich, unter dessen Pontificat das Ansehen des Papst-thums nach innen wie nach außen fast zu einemSchatten herabsank. Im I. 1257 mußte er sogareine Zeit lang aus Rom fliehen, in Folge der vomKönig Manfred v. Apulien u. Sicilien unterstütztenAufstände der Zünfte Roms wider Adel u. Klerus.Für Ausbreitung der Herrschaft der Kirche unterden Ungläubigen that er viel, stellte die Vorrechteder Franciskaner u, Dominikaner wieder her u.errichtete den Orden der Augustiner-Eremiten. A.stark, am 25. Mai 1261 zu Viterbo. 26) A. V.,der 212. Papst, 14091410, vorher Pietro Phi-

largijro, ein Grieche aus Candia; als Bettclknabe voneinem Franciskaner unterrichtet u. in dessen Klostergebracht, von da nach Italien, wurde er, vonOxford n. Paris als Gelehrter miedergekehrt, Bi-schof zu Vicenza, dann zu Navarra u. 1102 Erz-bischof in Mailand. Vom Papst Jnnocenz (VII.)zum Cardinal ernannt, war er bereits 70 Jahrealt, als er am 15. Juli 1409 vom Concil zuPisa zum Papst erwählt wurde. Nach einem kurzenKampfe mit den beiden Gegenpäpsten Benedict(XIII.) u. Gregor (XII.) huldigte ihm Nom am1. Mai 1410; aber schon zwei Tage danach starbA. V., ohne nach Rom gekommen zu sein, wahr-scheinlich durch Gift, das ihm der Cardinal Bal-thasar von Cossa, sein Nachfolger auf dem päpst-lichen Stuhle, beigebracht. 27) A. VI., der 222.Papst, geb. 1430 zu Valencia, aus edlem Ge-schlechts, ursprünglich Rodrigo Lenzuoli oder Len-zolio, nahm aber später den Geschlcchtsnamenseiner Mutter, einer Schwester Calixts III., ann. nannte sich Borgia. Anfangs der Rechtswissen-schaft zngethan, dann in Kriegsdiensten, ward er1456 von seinem Onkel Calixt III. zum Erzbischofvon Valencia u. zum Cardinal erhoben. Trotzseines offenen Umganges mit der schönen RosaBanozza, die ihm 5 Kinder gebar, wußte er sichden Ruf eines der frömmsten Prälaten zu wahren.(Hier soll übrigens nicht unerwähnt bleiben, daßOllivisr, äss Vrsres preolionrs, in seinem Werke:Iw Laps X. VI st Iss Lorgia, I. Partie: Hsearäinal llanyol^ Horgia, Paris 1870, Nachweisenzu können glaubt, daß A. vor seinem Eintritt inden geistlichen Stand in legitimer Ehe mit JulieFarnese die 5 Kinder erzeugte, u. daß Vanozzanicht der Name einer Mätresse, sondern dasfamiliäre Diminntivum des Namens Giovanna,der Mutter der Julie Farnese ist, welche mach derenfrühem Tode die Erziehung der Kinder leitete.)Nach Jnnocenz VIII. kam er 1492 durch Bestech-ung auf den päpstlichen Thron u.entfaltete nuneine Schlechtigkeit, die selbst den Barbaren unbe-kannt war", Alles nur um den Kirchenstaatzu befestigen, aber hauptsächlich um sich u. seinenKindern Reichthümer zu verschaffen und sein Hauszu einer mächtigen Dynastie zu erheben. Seinenanfänglichen Verbündeten Ludwig Sforza vonMailand gab er auf u. begünstigte dessen GegnerFerdinand, König beider Sicilien, als dieser demPapst-Sohne Gottfried die reiche Erbin Sanciavon Aragonien versprochen hatte. Seinen ältestenSohn Johann, Herzog von Candia, beschenkte ermit dem unter Beistimmnng der bestochenen Car-Linäle vom Kirchenstaate losgetrennten HerzogthumBenevento. Seine Tochter Lucretia Borgia ver-heirathete er an Sforza, Herrn von Pesaro; seinLicblingssohn Cäsar Borgia aber, der die früherihm verliehene Cardinalswürde niedergelegt hatte,vom König von Frankreich zum Herzog v. Valen-tinois und von seinem Vater zum Gonfaloniercder Kirche ernannt war, wurde zuw Gemahl derTochter Friedrichs, Königs von Sicilien, bestimmt.Von diesem jedoch damit abgewiesen, verband sichA. mit Ludwig XII. von Frankreich znr TheilnngItaliens. Ludwig eroberte Mailand, worauf CäsarBorgia zum Herzog von Veltlin u. der Romagnaernannt wurde, nachdem er Jmola u. Forli mit