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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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führnng der Belgrader Confiscationsurtheilsznriick.

H. Prinzen. 19) A., jüngster Sohn desGroßherzogs Ludwig II. von Hessen, gcb. 15. Juli1823 zu Darmstadt; trat jung in hessische, dannin russische Kriegsdienste, wo er sich in den kau-kasischen Feldzügen anszeichnete. Seit 1851 lebteer in Darmstadt u. aus seinem Landsitze Heiligcn-berg an der Bergstraße, wo er sich wissenschaftlich,besonders mit der Numismatik, beschäftigte. 1852trat er in österreichischen Kriegsdienst als General-major u. Brigadier, wurde im Italienischen Kriege1859 nach der Schlacht bei Montebello zum FclL-marschalllicnlcnant ernannt und leitete nach derSchlacht bei Solfcrino die Waffcnstillstandsver«Handlungen mit Napoleon III. ein. Beim Aus-bruch des Deutschen Krieges 1866 wurde er zumCommandircnden des 8. Bundcsarmeecorps er-nannt, konnte jedoch unter den vielerlei hem-menden Einflüssen bei der bunt zusammengewürfel-ten Bundesarmee einen Erfolg nicht erzielen. Erschr.: Das Heiligenberger Münzcabinet, Graz18541856, 3 Bde., u. gab auch sein Fcldzugs-journal von 1866 heraus, Darmst. u. Lpz. 1867.Bermählt mit der zur Prinzessin von Battenbergerhobenen Tochter des verstorbenen kgl. polnischenKriegsministers u. Woiwoden Grasen Moritz vonHauke. 20) A. Friedrich Karl, geb. 24. April1771, Sohn des Herzogs Friedrich Eugen v.Württemberg;. begann seine militärische Laufbahn1790 als Obrist in neapolitanischen Diensten,machte den Feldzug gegen die Franzosen 1793als österreichischer Obrist mit, zeichnete sich beiKaiserslautern aus, trug als Feldmarschalllicute-nant bei Stockach 1799 viel zum Siege bei, con-mandirtc eine Brigade unter Hotze in der Schweizu. siegte in einem Gefechte bei Schmerikon. 1801trat er in russische Dienste u. ward Gcncralgou-verncnr von Weißrußland u. Mitglied des Staats-raths; 1812 übernahm er an Bagraiions Stellebei Mosaisk den Oberbefehl über, den linkenFlügel. Nach dem Frieden kehrte er als Gouver-neur nach Weißrußland zurück, ward 1822 Directordes Jngenicurcorps, Minister und Generaldircctoraller Communicationcn zu Land u. See u. machtesich durch Verbesserungen, besonders durch Kanal-bauten, um dieses Fach sehr verdient. Er starbauf einer Reise nach Deutschland 4. Juli 1833 inGotha. A. war vermählt mit Antoinette ErnestineAmalie, Prinzessin v. Koburg (st. 1824). 21) A.,Graf von Württemberg, Sohn des HerzogsWilhelm v. Württemberg, geb. 5. Nov. 1801 inKopenhagen; nahm württembergische Militärdienste,in welchen er bis znm Obersten stieg; st. 7. Juli1844 in Wildbad; er war vermählt mit Helena,geb. Gräfin v. Festctics-Tolna. Er schr.: Gedichte,Stuttg. 1837; Gesammelte Gedichte, ebda. 1841,dabei die Lieder des Sturms (ebd. 1839); Gegenden Strom, Sonette, ebda. 1843.

III. Prälaten. X. Päpste: 22) A.I., der6. Papst, Römer von Geburt, von 110119;soll das Weihwasser, das ungesäuerte Brod beimAbendmahl, sowie die Vermischung des Weinesmit Wasser angeordnet haben u. den Märtyrcr-tod gestorben sein. 23) A. II., der 162. Papst,Mailänder von Geburt, zuvor Bischof Anselm v.

Lncca; wurde 1. Oct. 1061 durch die Cardinälegewählt (der erste auf diese Weise), erhielt jedoch,nur durch die Hilfe des Normannenfürsten Richardv. Capua eingesetzt, schon am 28. Oct. in dem zuBasel meist von den deutschen Bischöfen gewähltenHonorius (II.), vorher Cadalus, Bischof von Parma,einen Gegenpapst, der, von der kaiserlichen Parteiunterstützt, am 14. April 1062 in Rom einzog.Durch Vermittelung des Markgrafen Gottfried v.Toscana kehrten jedoch beide Gegner in ihre vor-maligen Bisthümer zurück, bis eine Synode zuAugsburg, berufen durch den Erzbischof Hanno v.Köln, am 28. Oct. 1062 die Wahl des Honoriusverwarf n. A. als rechtmäßig anerkannte. Einzweiter Versuch des Honorius, sich ihm gegenübergeltend zu machen, hatte nur die allgemeine Aner-kennung A-s durch die Synode von Mantua,21. Mai 1064, zur Folge. Auf Andringen seinesKanzlers Hildebrand (nachmals Gregor VII.)richtete A. von nun an sein Hauptstrebcn ans gänz-liche Befreiung der Kirche von der weltlichen Herr-schaft und die Befestigung der päpstlichen Supre-matie, in welchem Sinne er auch den durch dieSachsen und Thüringer wegen Tyrannei u. Äm-terhandels bei ihm verklagten Kaiser Heinrich IV.zur Verantwortung nach Rom lud. Jndeß er-lebte er die Folgen dieses Schrittes nicht mehr;er starb bald danach, 21. April 1073, gerühmt alsein ebenso streng sittlicher, wie gelehrter Kirchen-fllrst, der nur zu sehr den Eingebungen seinesKanzlers und Nachfolgers Gehör schenkte. 24)A. III., der 176. Papst, 11591181, vorher Ro-land Bandinelli, Cardinal u. Kanzler Hadrians IV.;von der päpstlichen Partei gewählt, wogegen diekaiserliche Partei den Cardinal Octavian zumPapst wählte und auch in den Lateran einführte.Während A. III., nach 9tägiger Einschließung vonOddo Frangipane befreit, am 20. Sept. zu Niesageweiht wurde und erst zu Terracina unter demSchlitze des sicilischcn Königs, dann zu Anagni inder Campagna seinen Sitz aufschlug, ließ sichOctavian, am 4. Oct. als Victor (IV.) geweiht,in Segni unweit Anagni nieder, bis das vonKaiser Friedrich I. berufene Concil von Pavianach vergeblicher Vorladung desCardinals Ro-land" diesen 11. Febr. 1160 als Schismatikern.Verschwörer in den Bann that und Victor (IV.)als rechtmäßig erklärte. A. III., der Octavianschon vorher mit dem Banne belegt hatte, anwor-tete Anfangs März mit verschärftem Bannflüchegegen den Kaiser und ging dann, nach kurzemAnsenthalt in Nom unter dem Schutze der Fran-gipani, nach Präneste und Fcrentino, von wo erdie lombardischen Städte gegen den Kaiser unter-stützte, bis ihn das Waffenglllck des letzteren zurFlucht nach Frankreich veranlaßte, dessen Hof, wiedie von Spanien und England, ihn anerkannteund unter dessen Schutze er 1163 zum Zwecke kirch-licher Reformen eine Synode in Tours abhielt.Nach Victors Tode, 20. April 1164, an dessenStatt die Kaiserlichen sofort Guido von Crema alsPaschalis III. wählten, durch die Bemühungen seinesVicars, des Cardinals Johann, von Rom zurück-berufen, zog A. III., nun auch von mehrerendeutschen Kirchenfürsten anerkannt, 23. Nov. 1165im Lateran ein und behauptete sich, bis Kaiser