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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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390 Alexander.

coiintes wurde dieselbe im Laufe der folgendenJahre durchgcsetzt, das Eigenrhumsrechtdes Bauersüber sein Haus, Gehöft u. seinen Hausgarteu, so-wie sein Recht zur Benutzung eines Theils desbisherigen Genieindcackers und die Entschädigungdes bisherigen Grundherrn festgesetzt. Nebendiesem gewaltigen Werke ward fast gleichzeitig,Ende 1862, die Reorganisation der Armee, fürwelche seit dem Krimtriege bis 1863 keine Re-Irutirung mehr vorgenoinmen worden war, inaller n. jeder Beziehung vollendet, der bnreau-kratische Organismus in allen Berwaltungszwei-gen reformirt, ja, selbst der Übergang zu einerständischen Verfassung geplant. Indessen die gei-stige, Erregung, welche die seit 30 Jahren strengniedergehaltene Bevölkerung in Folge dieser Re-formen ergriff, namentlich aber der Aufstand inPolen ließ diesen Plan nicht weiter gedeihen, alszur Einführung von Provinzial- (Gonvernemeuts-und Kreis-Mepräsentationen (Ukas vom 1. Jan.1864) behufs Berathung der ökonomischen In-teressen u. Bedürfnisse der Provinzialbevölkerun-gen. Auch in das wenig günstig stehende Fi-nanzwesen suchte der durch das Beispiel der Spar-samkeit voranlenchtende Kaiser einige Ordnung zubringen; aber auch hier trat der polnische Aufstandvon 1863 störend dazwischen. Dixser Aufstand,welchen England, Frankreich und Österreich mitihren Noten vergeblich unterstützten, führte zueiner allmählich, aber consequent fortschreitendenRussificirung' des Königreichs Polen, die zuletzt,am 1. Sept. 1873, mit der Einführung der rus-sischen Sprache im mündlichen u. schriftlichen Ver-fahren ihren Höhepunkt erreicht n. von der Nnssi-ficirung der Unirten Kirche in Lithauen begleitetwurde. Die Erfahrungen des Krimkrieges bewo-gen den Kaiser, der Vermehrung der Eisenbahneneinen besonderen Eifer zu widmen. Rußland, wel-ches im Jahre 1860 kaum einige hundert MeilenEisenbahnen besaß, hatte 1872 schon 14,450 Icmin Betrieb, u. seitdem sind auch die 3700 Icm,zu Lenen damals die Vorlagen erledigt waren, inAngriff genommen. Im Gebiete des Unterrichts-Wesens sind große Reformen durchgeführt, für denVolksunterricht ist viel geleistet n. das Realschul-u. Gymnasialwesen gründlich gefördert worden.Nachdem durch Ukas vom 14. Oct. 1862 schon dieTrennung der Justiz von der Verwaltung vorbe-reitet worden n. damit in Verbindung eine Ju-stizreform nach modernen Principien, trat dieseletztere 1871 ins Leben n. muß in der That alseine der gelungensten des Kaisers bezeichnet werden;sie erstreckt sich von dem Institut der Friedens-richter bis zur neuen Organisation des Peters-burger Cassationshofes. Den Schlußstein dieserReformen bildet das am 13. Jan. 1874 vomKaiser bestätigte Gesetz über die allgemeine Wehr-pflicht, die Conseqnenz der Aufhebung der Leib-eigenschaft. Daß unter diesen Verhältnissen, zu-mal die früheren Hemmnisse des inneren Verkehresgehoben wurden, Handel u. Industrie einen mäch-tigen Aufschwung nahmen, leider aber auch dasActienwesen in einer nothwendig eine Reactionnach sich ziehenden Weise zunahm, ist beinaheselbstverständlich. In politischer Beziehung ist her-dorzuheben die von der Londoner Conferenz im

März 1871 angenommene Kündigung der Be-stimmung des Pariser Friedens über die Neutra-lisation des Schwarzen Meeres u. die FestsetzungRußlands in Centralasien, welche durch die Ein-nahme Khiwas n. durch den am 24. Aug. 1873mit dem Beherrscher dieses Khanats geschlossenenVertrag ihre ConsoliLirnng erhalten hat. An dieseFestsetzung in Centralasien knüpft sich die beschlos-sene Erweiterung des Eisenbahnsystems bis zumKaspischen Meere und die Projectirung weite-rer Bahnlinien und Verkehrswege in das innereAsien. Das gegen A. am 16. April 1866 vondem Mitglieds der Nihilistengesellschaft Karakasowgerichtete Attentat, sowie das Attentat Berezews-kis am 8. Juni 1867 zu Paris, wo der Kaiserzur dortigen Weltausstellung war, noch mehraber der polnische Aufstand gaben der slavi-schen Reaction der altrussischen Partei und ihremGegensätze gegen das westliche Europa neue Nahr-ung; jedoch gelang es A., dessen Sympathien1870 u. 1871 wie 1866 entschieden ans SeitenPreußens standen, das Auflammen des Pan-slavismus zu besänftigen, u. seine Besuchein Ber-lin zur Dreikaiserzusammenkunft 1872 u. in Wienzur Weltausstellung 1873, sowie die Gegenbesucheder Kaiser Wilhelm u. Franz Joseph in Peters-burg riefen eine Art von Schimmer der früherenHeiligen Allianz hervor. Die Söhne A-s sind Ni-kolaus, geb. 20. Sept. 1843, Alexander, geb.10. März 1845, Wladimir, geb. 22. April 1847,Alexis, geb. 14. Jan. 1850, Sergius, geb. ri.Mai 1857, u. Paul, geb. 3. Oct. 1860. NachdemNikolaus 1865 gestorben, ist Alexander Thron-folger (Cäsarcwitsch). Die Tochter des Kaisers,Großfürstin Marie, ward am 11. Januar 1874mit dem Herzog von Edinburgh zu Petersburgvermählt. Vergl. Jomini, La Russis sous 1'Lm-xerour L. II, Bert. 1862; Schnitzler, L'ernpire äss'Isaro an point aetnsl äe la aoisnce, Straßb. 1862,2 Bde.; Das Attentat vom 4./16. April 1866 u.seine Folgen, Lpz. 1867. Lb) Andere Fürsten:a) Herzog von Anhalt-Bernbnrg: 13) A.Karl, geb. 2. März 1805 zu Ballenstedt; trat nachdem Tode seines Vaters Alexius am 24. März1834 die Regierung über Anhalt-Bernburg an;seine 1834 mit Friederike, Herzogin von Holstein-Glücksburg, geschlossene Ehe blieb kinderlos, sodaß bei seinem 19. Aug. 1863 in Ballenstedteingetretenen Tode mit ihm die Linie Bernbnrgerlosch und das Land an Dessau-Köthen fiel,wodurch die Anhaltmischen Lande wieder ineiner Hand vereinigt wurden, d) Herzog vonParma: 14) A. Farnese, geb. 1544, Sohnvon Ottavio Farnese u. Margarethe, der natür-lichen Tochter Karls V.; folgte seinem Vater1586, blieb aber nur kürze Zeit in Parma, daer Statthalter der Niederlande (s, d.) war u. sichfast immer dort aufhielt; erwies sich als ein be-deutender Feldherr. Er war seit 1565 mit Marie,Infantin von Portugal, vermahlt u. starb 1592.o) Fürst von Rumänien: 15) A. Johann,nach s. Familiennamen A. Cusa, geb. 20. März1820 zu Galacz; ward, nachdem er im Cadetten-hause in Potsdam erzogen, juristische Studien inMünchen gemacht u. längere Zeit in Paris gelebt,nach mehrjährigem Militärdienste in der Heimath