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Al-Dschcsir —
nach Deutschland zurückgekehrt, zwang er den Her-zog von Württemberg, sich dem Kaiser zu unter-werfen, vereinigte sich nach der Schlacht bei Breiten-feld mit Lilly, half Notenburg u. Windshcim ein-nehmen u. ward in den Treffen bei Bamberg u. amLech verwundet; er erhielt nun nach Tillys Todeden Oberbefehl über das liguistische Heer u. er-oberte Landsberg n. Günzbnrg; 1636 vereinigteer sich mit dem Herzog von Feria, ging mit ihmnach dem Elsaß, ward aber von dem schwedischenGeneral Horn wieder nach Bayern znrückgedrängt;1634 vertrieb er die Schweden von der Mittcl-donau u. ans der Oberpfalz u. wurde bei derVerthcidignng des Überganges über die Isar beiLandshnr 12. Juli 1634 erschossen. Seine Güter,darunter die ihm verliehenen gräflich Kinskyschen(Herrschaft Teplitz), kamen durch seine Schwester andie Clary (s. d.), welche sich seitdem Clary-A. nennen.
Al-Dschesir (arab.), so v. w. Mesopotamien.
Aldstone Moor (spr. Alston M»r), Stadt ander Tyne und Neet in der englischen GrafschaftCumbcrland; Blciminen, deren Ertrag dem Mili-tärhospital zu Greenwich gehört; 7000 Ew.
Ale, starkes englisches Bier, reich an Kohlen-säure u. Alkohol. Es wird aus einer starken Würzegebraut u. die Gährnng so geleitet, daß zwar dieHefe vollständig abgeschieden wird, aber viel Zucker»»zersetzt bleibt, was die lange Haltbarkeit des A.u. seinen eigenthümlichcn Geschmack veranlaßt. DasA. wird in gut verkorkten u. »erpichten Flaschenexpedirt. Fast jede Provinz Englands hat ihreeigene Art. In Berlin, Bremen, Hamburg undStettin befinden sich die größten AlebranercienDeutschlands.
Ms (lat.), das Würfelspiel der Römer, s. u.Würfel. iLIon jasta sst, der Würfel ist gefalle»,s. v. als: ich Habs gewagt; so sagte Cäsar nachSuetons Zeugniß, als er durch Überschreitung desRubicon den Bürgerkrieg unvermeidlich machte.In der Rechtswissenschaft heißt X. der Inhalt einesVertrages, durch welchen ansgesprochcnermaßenGewinn n. Verlust von der Gestaltung eines un-gewissen Umstandes abhängig gemacht wird; daheraleatorische Verträge: gewagte Geschäfte. Dahingehören z. B. vorzugsweise Spiel u. Wette, theil-weise auch Versicherungsverträge.
Alea (a. Geogr.), 1) Stadt der Carpetani inWapania, Darraeon.; jetzt Alia. 2) Stadt in Ar-kadien, später zu Argalis gerechnet, welche daherden gleichen Beinamen führte, mit Tempeln derAthene.
Aleander» Hieronymus, geb. 1480 zu LaMothe in der Mark Treviso; lehrte seit 1508 Hu-maniora zu Paris, trat aber bald nachher in dieDienste des Bischofs Eberhard von Lüttich; fürLiesen ging er nach Rom, wo ihn Papst Leo X.zurückhielt. Er ward 1517 Bibliothekar des Va-ticans, entwarf in Rom 1520 mit Eck u. A. dieBannbulle gegen Luther u. ging als Nuntius nachDeutschland, sie in Vollzug zu bringen; betriebnamentlich auf dem Reichstage in Worms 1521die Acht gegen den Reformator u. die Verurtheil-ung seiner Schriften zum Feuer. Clemens VII.gab ihm 1524 Erzbisthnm Brindisi, schickteihn als Gesaut ../ -,n ./inig Franz von Frankreich,dann abermals nach Tentschland, wohin er auch
^.lootoi'olojüius.
-von Paul II!., zum Cardinal erhoben, 1538 ge-sandt wurde; er st. 1542. Schrieb ein geschätztesj IHoon Araseo-Iabimun. Par. 1512. Vgl. Fried-lich, Der Reichstag zu Worms nach den Briefen^A-s, Münch. 1871.
Alenvdi, Aleardo, italienischer Dichter, geb.1814 zu Verona; widmete sich in Padua denNaturwissenschaften, dein Natnrrecht u. dem Römi-schen Recht u. ward Advocat in Verona, gab aberdie Praxis bald wieder auf, um Beamter zuwerden, erhielt jedoch, da er der österreichischenNegierung verdächtig war, keine Anstellung. 1848wurde er mit Tommaseo als Vertreter der provi-sorischen Regierung von Venedig nach Paris ge-schickt, ging dann wieder nach Italien, wardwährend des Italienischen Krieges mehrmals ver-haftet, jedoch nach dem Frieden freigelassen, tratin das italienische Parlament und lebte dann zu-rückgezogen in Verona. A. schrieb viel, u. a.:Xrualäa, (Gedicht), Mailand 1842; Illims storis,Verona 1857 (schon 1845 geschr.); II monts 6ir-oello, Verona 1858 (1846 geschr.); Leiters aülaria, eb. 1848; Hs (littst italians marinars soomsrsianti, eb. 1856; Ralkaslo s In llornarina,gedr. 1857; Pis kiumi, 1857; Ls tre kstnoinlle,1858; Drists äramma., eb. 1859; I setts sol-äati, Flor. 1861; 6anto politiso, Verona 1862;6outi, Flor. 1867 (eine Auswahl derselben ist insDeutsche übertragen, Basel 1872). Als Dichter»ahm er sich vielfach Catnll zum Muster. SeineSchriften sind durchaus der nationalen Wiederge-burt Italiens gewidmet.
Alcatiico, süßer, aromatischer Wein von Mnsca-tellertrauben; der echte A. kommt von Florenz,auch in Elba und an a. O. wird (unechter) A.bereitet; letzterer ist mit gekochtem Most u. etwasRum versetzt.
Aleatorische Verträge, s. XIsn.
Alccsaudri, Vasile, Staatsmann u. Schrift-steller, geb. 1821 in der Moldau; stndirte seit1834 in Paris und beschäftigte sich nach derRückkehr in sein Vaterland (1839) theils als Mit-arbeiter an liberalen Journalen, theils mit derSaminlnng. von rumänischen Sagen u. Volkslie-dern ; nachdem er darauf Mitdirector des Theatersin Jassy, für welches er mehrere Lustspiele schrieb,gewesen war, machte er eine Reise nach demOrient u. Griechenland. Im Jahre 1848 bethei-ligte er sich bei der politischen Bewegung in denDonanländern u. ging nach deren Unterdrückungnach Frankreich. 1847 war er Mitglied desDivan für Berfassnngsangelegenheiten und Oct.1859 bis Mai 1860 Minister des Auswärtigen;darauf trat er in den Privatstand. Er schr.:Dramatisches Repertoire, Jassy 1852, 2 Thle.;Doinas, Par. 1853; Volksballaden Rumäniens,Par. 1853, 2 Bde.; voins sl laorimioars, Buk.1863; kossis populär« als Komanilor, Buk. 1867;Answahl seiner Journalartikel, Jassy 1857; einenTheil der von ihm gesammelten Volkslieder über-setzte er selbst ins Französische (Lallaäss stoliants populairss äs ln Iloumanis, Par. 1855),ins Deutsche W. v. Kotzebue, Berl. 1857.
llleetoriäLs, Hühnerstelzen (s. d.), Fam. derSumpfvögel.
/lleotorolopdus Hall. (v. alslltör, Hahn, und