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Alvrccht.
Prinz von Preußen, geb. 8. Mai 1837; 1847 alsSec.-Lieutenant in die Armee eingetreten, 1860Major 1861 Oberst, 1865 Generalmajor, 1871Generallieutenant und Commandcur der 20. Di-vision (Hannovers. 1874 commandirender Generaldes 10. Armeecorps Chef des brandenburgischenDragoner-Reg. dir. 21. Brigadrcommandenr derCavallerie im I 1866, führte er führend des Krie-ges 1870 als Generalmajor die 2. GardeCavallerie-Brigade (zum Garde-Armeecorps gehörig) in derSchlacht bei Gravelotte und bei Sedan. Am24. Dec. verstärkte er die Armee Mantcuffels ge-gen die französische Nordarmee unter F-aidhcrben. nahm Antheil an den Kämpfen bei Bapanmeund den weiteren Zügen im Norden. Bei denOperationen an der Somme, im Januar 1871,erhielt er den Befehl über ein combinirtes Detache-ment (2 Regimenter Infanterie, 2 RegimenterCavallerie, nebst entsprechender Artillerie), mitdem er rühmlichst an der Schlacht bei SaintQuentin, 19. Jan., theilnahm. Er ist vermähltfeit IS. April 1873 mit Marie, Tochter desHerzogs Ernst von Sachsen-Altenburg, e) BonSachsen: aa) Ans der Albertinischen Linie: 20) A.,Herzog von Sachsen-Teschen, Sohn Augusts III.,Königs von Polen und Kurfürsten von Sachsen,geb. 11. Juli 1738 zu Dresden; vermählte sich1766 mit der Erzherzogin Christine, Tochter desKaisers Franz I., und erhielt mit derselben dasHerzogthum Teschen, hielt sich jedoch mit seinerGemahlin, die Oberstatthalrerin in den österreichi-schen Niederlanden war, für gewöhnlich in Brüsselauf; befehligte Vorübergehend'l778 im BayerischenErbfolgekriege ein Corps in Böhmen. Nach Aus-bruch des Aufstandes in Belgien 1789 ging er nachWien u. kehrte nach der Unterdrückung desselben mitdem GeneralBender nachBrüssel zurück. Im Kriegegegen Frankreich befehligte er 1792 das Corps,das Lille blokirte, mußte aber, 6. Nov. bei Je-mappes geschlagen, Belgien räumen; 1794 zumReichsfeldmarschall ernannt, zog er sich, als dieAufstellung einer Reichsarmee am Oberrhein un-terhlicb, nach Österreich zurück, lebte dort denKünsten, besonders der Malerei n. Kupferstichkunst,u. st. zu Wien, 11. Febr. 1822, kinderlos; Erz-herzog Karl war der Erbe seiner Kunstsammlun-gen, welche nachher an den Erzherzog Albrcchtkamen. Daraus sind lithographische Copien erschie-nen. Vgl. v. Vivenot, Herzog A. v. Sachsen-Teschenals Reichsfeldmarschall, Wien 1864 — 66, 2 Bde.
III. Geistliche Fürsten. 21) A. II., jüng-ster Sohn des Kurfürsten Johann Cicero von Bran-denburg, geb. 1489, wurde 1513 Erzbischof zuMagdeburg u. Administrator zu Halberstadt, auch1514 Erzbischof zuMainz, 1518 Cardinal. Für eineSchuld von 30,000 Gulden, welche er zur Zahl-ung nach Rom für das Pallium von Fugger aus-genommen, erhielt er die Hälfte der in seinenProvinzen eingehenden Ablaßgelder, und der be-rüchtigte Mönch Tezel war sein Agent; so wurdeer, der Verehrer des Erasmus u. Gönner Huttens,ein Feind Luthers. Doch versuchte er 1531 eineVermittelung zwischen dem Kaiser und den Pro-testanten u. ließ 1541 die Reformation im Erz-stifte Magdeburg, insbesondere in Halle, geschehen,verlegte aber seine Residenz von da nach Mainz
u. starb zu Aschaffenburg 24. Sept. 1545. Vgl.I. Mai, Erzbischof A. von Mainz u. Magdeburg.22) A., der 3. Bischof von Livland, 1198—1229,nahm seinen Sitz in dem neu erbauten Riga, voll-endete mit Hilfe des von ihm 1202 gestiftetenSchwertordens nach vielem Blutvergießen dieChristianifirnng Livlands.
IV. Schriftsteller. 23) A. von Halber-stadt, Scholasticns an der Propstei Jechaburg beiSondershausen wo er um 1210 auf Antrieb desLandgrafen Hermann von Thüringen Ovids Me-tamorphosen übersetzte oder vielmehr den Anschau-ungen und Empfindungen seiner Zeit gemäß inthüringischer Mundart nachbildeke. Von der ur-sprünglichen Gestalt dieses- Werkes sind nur kleineÜberbleibsel einer einzigen Handschrift bekannt ge-worden. Das Ganze besitzen wir nur in der rohenÜberarbeitung von Jörg Wickram (s. d. Art.),Mainz 1545. Vgl. K. Bartsch, A. von Halber-stadt u. Ovid im Mittelalter, . Quedlinb. u. Lpz.1861. 24) A. von Eybe, der sich wesentlicheVerdienste um die deutsche Prosa erwarb, gehörtezu einem edlen, aus Frauken stammenden Ge-schlechts, geb. 1420; wurde Archidiaconus in Würz-burg, Domherr zu Bamberg und Eichstädt, auchKämmerling des Papstes Pins 11., st. 1475. SeinEhezncht.sbüchlein, oder „ob einem manne sey zunemen ein elich Weib oder nit", 1472 u. ö., demer Novellenübersetzungcn einflocht, u. sein Spiegelder Sitten, eine Sammlung biblischer u. andererSprüche, Angsb. 1511, zeichnen sich durch prak-tische Lebensweisheit ans. Er übersetzte auch dasitalienische Schauspiel Philogcnia, die Menächmenund die Bacchides des Plautns, 1. Ausg. 1511.
25) A. von Scharfenberg, bayerischer Dichter,wahrscheinlicher Verfasser des um 1270 geschriebe-nen sogenannten jüngeren Titurel. Der Verfasserfolgte den Spuren Wolframs von Eschenbach, u.Jahrhunderte lang hielt man den Altmeister selbstfür den Verfasser des Werkes und dieses für dieKrone deutscher Nitterbücher. Es wurde bis ins17. Jahrh. hinein gelesen n. beschäftigte im 18.den wiedererwachten Sinn für die altdeutsche Lite-ratur frühzeitig. Fr. v. Schlegel träumte von dessenhoher Vortrefflichkeit. Aber es ist ein ohnmächti-ges, weitschweifiges, langweiliges Machwerk, ge-spickt mit mystischen Spielereien und Hochmüthi-ger, wenn auch für jene Zeit anzuerkennenderGelehrsamkeit und wimmelt von Reminiscenzen u.Plagiaten. Es hat schöne und reine Tugendleh-rcn, steht aber unter dem Banne der Askese undeines schroffen hierarchischen Geistes. Erster Druck(in Folio) mit dem Parcival von 1477; neue Aus-gabe von Hahn, Quedlinb. und Leipz. 1842, 8.
26) A. von Kemenaten, ein alemannischerDichter, den Rudolf von Ems im Wilhelm vonOrleans (um 1235) u. Alexander (1241—50) unterden Meistern seiner Zeit als einen noch lebendengmhmt, ist in den uns erhaltenen kleinen Bruch-stücken eines in 13zeiligen Strophen abgefaßtenHeldengedichtes „Goldemar" (Ausgaben in von derHägens Heldenbuch II., Lpz. 1855, unter der Auf-schrift „Dietrichs Brantfahrt", und vonZupitza imDeutschen Heldenbuche, Th. 5, Berl. 1870) gegenalle in unseren deutschen Sagendichtungen beob-achtete Gewohnheit als Verfasser genannt.